Adyen (ADYEN)-Aktien rutschen trotz starkem Volumenwachstum im ersten Quartal 2025 ab

Inhaltsverzeichnis Der niederländische Zahlungsabwickler Adyen erzielte am Mittwoch einen Nettoumsatz von insgesamt 620,8 Millionen Euro für das erste Quartal, was einem Anstieg von 20 % auf Basis konstanter Wechselkurse entspricht, obwohl er knapp unter dem Analystenkonsens von 621,3 Millionen Euro lag. Dieser bescheidene Fehlbetrag löste im frühen Handel in Amsterdam einen Rückgang des Aktienkurses des Unternehmens um 2,5 % aus. Adyen N.V., 1N8.DE Auf Berichtsbasis stieg der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 16 %. Analysten von J.P. Morgan hoben eine schwächere Take-Rate – die Adyens Provision für jede verarbeitete Transaktion darstellt – als bemerkenswerte Sorge hervor, die sich aus den Quartalsergebnissen ergab. Beim Zahlungsabwicklungsvolumen zeichnete sich jedoch ein optimistischeres Bild ab. Der Gesamtwert der verarbeiteten Transaktionen stieg um 21 % auf 382 Milliarden Euro und übertraf damit deutlich die Prognose von 374 Milliarden Euro. Der Bereich Plattformen erwies sich im Quartal als Spitzenreiter. Der Nettoumsatz in diesem Segment stieg um 35 % bzw. währungsbereinigt um 40 % auf 75 Mio. €. Die Zahl der Plattform-Geschäftskunden stieg von 177.000 im Vorjahreszeitraum auf 264.000. 34 dieser Kunden verarbeiten mittlerweile Zahlungsvolumina von mehr als einer Milliarde Euro pro Jahr. Das Segment Unified Commerce verzeichnete ein Nettoumsatzwachstum von 24 % auf 196,2 Mio. Euro, begleitet von einem Anstieg der verarbeiteten Menge um 26 %. Die Zahl der aktiven Zahlungsterminals in diesem Bereich erreichte 453.000, was einer jährlichen Steigerung von 85.000 Einheiten entspricht. Der Nettoumsatz des Digitalsegments stieg um 9 % bzw. 13 % auf Basis konstanter Wechselkurse auf 349,6 Mio. €. Das Verarbeitungsvolumen in dieser Kategorie stieg um 15 %. Am 23. April, kurz nach Quartalsende, unterzeichnete Adyen eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme der Talon.One GmbH für 750 Millionen Euro. Diese Transaktion stellt die erste Akquisition des Unternehmens seit seiner Gründung vor zwei Jahrzehnten dar. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung wird der Deal voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 abgeschlossen. Finanzvorstand Ethan Tandowsky teilte Reuters mit, dass diese Transaktion Adyens traditionell konservativen Ansatz bei Übernahmen, insbesondere im Hinblick auf die Kernzahlungsinfrastruktur, nicht ändern werde. Tandowsky äußerte sich auch zu Spekulationen über eine mögliche Doppelnotierung in den USA. Obwohl das Unternehmen über eine beträchtliche internationale Aktionärsbasis verfügt, wies er darauf hin, dass diese Möglichkeit derzeit nicht auf der Tagesordnung des Unternehmens stehe. Die vierteljährliche Leistung von Adyen erfolgt vor dem Hintergrund der US-Wirtschaftsindikatoren, die auf eine Abschwächung der Verbraucherausgaben im ersten Quartal hinweisen, die durch anhaltende Inflation und geopolitische Spannungen unter Druck gesetzt wird. Europäische Wettbewerber meldeten enttäuschende Gewinne und rückläufige Verkaufszahlen. Das Unternehmen hat seine Marktpräsenz in Nordamerika weiter ausgebaut, wo es der Konkurrenz etablierter Anbieter wie PayPal und Stripe ausgesetzt ist. Zahlungsabwicklungsunternehmen dienen häufig als Echtzeitindikatoren für das Konsumverhalten der Verbraucher. Nach dieser Kennzahl deutet die Volumensteigerung von Adyen um 21 % gegenüber dem Vorjahr darauf hin, dass die fundamentale Nachfrage relativ robust blieb. Das Unternehmen hat im Laufe des Quartals netto 88 neue Vollzeitmitarbeiter eingestellt, vorwiegend in kaufmännischen und technischen Funktionen außerhalb des Hauptsitzes in Amsterdam. Das Management geht weiterhin davon aus, dass im Jahr 2026 netto 550 bis 650 neue Mitarbeiter eingestellt werden. Die Prognose des Unternehmens für das Gesamtjahr bleibt unverändert. Adyen hält an seinem Ziel eines Nettoumsatzwachstums von 20 bis 22 % auf Basis konstanter Wechselkurse fest. Das Management geht davon aus, dass die EBITDA-Marge im Jahr 2026 in etwa dem Leistungsniveau von 2025 entsprechen wird, während eine EBITDA-Marge von über 55 % bis 2028 angestrebt wird. Die Investitionsausgaben werden voraussichtlich bei oder unter 5 % des Nettoumsatzes bleiben.