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Das Analystenunternehmen bekräftigt seine optimistische Haltung gegenüber der Nvidia-Aktie und lässt sich von Googles aufkommenden Hardware-Angeboten für künstliche Intelligenz nicht beirren.

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cryptonewstrend.com
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Das Analystenunternehmen bekräftigt seine optimistische Haltung gegenüber der Nvidia-Aktie und lässt sich von Googles aufkommenden Hardware-Angeboten für künstliche Intelligenz nicht beirren.

Trotz einer neuen Chip-Herausforderung durch Google und einem milliardenschweren Vertragsverlust bei einem seiner Hauptlieferanten bleibt Nvidia die dominierende Kraft bei Hardware für künstliche Intelligenz, wobei neue Deals in Großbritannien, China und der Automobilbranche diese Position stärken.

Das Wall-Street-Forschungsunternehmen TD Cowen bekräftigte an diesem Donnerstag seine Kaufempfehlung für Nvidia und wischte damit Bedenken beiseite, die durch die Ankündigung neuer KI-Trainings- und Inferenz-Chips durch Google am Mittwoch geäußert worden waren.

Das Unternehmen sagte, es sehe Nvidia weiterhin als „Marktführer in Bezug auf Leistung und Breite des Software-Ökosystems“.

Die Bestätigung erfolgte, als Nvidia am selben Tag eine Reihe neuer Partnerschaften in mehreren Branchen ankündigte.

Neue Deals erstrecken sich über Kontinente

In Großbritannien kündigten das Telekommunikationsunternehmen BT und das Cloud-Infrastrukturunternehmen Nscale einen gemeinsamen Plan zum Bau von KI-Rechenzentren auf britischem Boden unter Nutzung der Full-Stack-Infrastruktur von Nvidia an.

Ziel ist es, dass Organisationen KI-Systeme sicher und unabhängig betreiben können, ohne auf eine von außen kontrollierte Infrastruktur angewiesen zu sein.

Im Rahmen des Plans wird Nscale an drei bestehenden BT-Standorten eine KI-Rechenzentrumskapazität von bis zu 14 Megawatt aufbauen.

BT wird die erforderliche Konnektivität bereitstellen, um den steigenden Rechenbedarf zu bewältigen. Das Projekt erweitert die Geschäftsplattform von BT, um sowohl dem privaten als auch dem öffentlichen Sektor neue KI-Dienste anzubieten.

Zu den Anwendungsfällen gehören die KI-gestützte Analyse sensibler Gesundheitsdaten sowie Anwendungen in den Bereichen Energie, Finanzen und Sicherheit.

Im Automobilbereich werden Nvidia und das chinesische Unternehmen Desay SV auf der Beijing Auto Show gemeinsam eine neue intelligente Fahrlösung vorstellen.

Das System basiert auf der DRIVE AGX Thor-Rechnerplattform von Nvidia und nutzt die NVLink-Verbindungstechnologie, die zwei AGX Thor-Chips miteinander verbindet.

Der kombinierte Aufbau liefert eine maximale Rechenleistung von 4.000 FP4 TFLOPS und ist darauf ausgelegt, die technischen Herausforderungen beim Bau autonomer Fahrzeuge der Stufen 3 und 4 zu bewältigen, also Autos, die unter bestimmten Bedingungen weitgehend oder vollständig selbst fahren können.

Das System läuft vollständig auf Edge-Side-Computing, ist also nicht auf die Cloud angewiesen, um zu funktionieren.

Nach Angaben der Unternehmen verbessert dieser Ansatz die Echtzeitleistung, die Datensicherheit und die Gesamtzuverlässigkeit, sodass er sowohl für den Autobahn- als auch für den Stadtverkehr geeignet ist.

Die Probleme in der Lieferkette nehmen zu

Während Nvidias Partnerschaften weiter wachsen, brauen sich in der Lieferkette Probleme zusammen. Die Aktien von Super Micro Computer fielen am Donnerstag um 10 %, nachdem Berichte auftauchten, dass das Unternehmen einen Großauftrag mit Oracle für Nvidias GB300 NVL72-Server-Racks verloren habe.

Einem Bericht des Forschungsunternehmens Bluefin zufolge hat Oracle eine Bestellung über 300 bis 400 Racks storniert und damit einen Vertrag im Wert von 1,1 bis 1,4 Milliarden US-Dollar für Super Micro vernichtet.

Bluefin sagte unter Berufung auf Branchenquellen, dass die Absage vermutlich mit einer Klage gegen den Mitbegründer von Super Micro wegen des angeblichen Schmuggels von KI-Grafikprozessoren nach China zusammenhängt.

Bluefin berichtete außerdem, dass Wistron NeWeb vermutlich das Racking-Geschäft übernommen hat, das Super Micro verloren hatte.

Gleichzeitig äußerten Quellen innerhalb der Lieferkette Bedenken hinsichtlich einer Anhäufung unverkaufter B200-GPU-Bestände und bezeichneten die Bestände als „erheblich“.

Die Akkumulation ist mit einer Verschiebung der Nachfrage verbunden.

Die Käufer sind von der B200-Hardware auf die neueren GB200 NVL72-Racks umgestiegen, und die Aufträge dafür wurden an Dell und Hewlett-Packard Enterprise vergeben, nicht an Super Micro.

Die Situation zeigt, dass selbst die weltweit gefragtesten KI-Chips auf komplizierte Vertriebsprobleme stoßen können.

Während Nvidia weiter in die souveräne Infrastruktur, selbstfahrende Technologie und Finanzdienstleistungen vordringt, wird es genauso wichtig, dass die Hardware in die richtigen Hände gelangt, wie sie zu bauen.

Die Wall Street setzt also auf die Softwarestärke von Nvidia, übersieht aber echte Lücken in der Lieferkette.

Die Kaufempfehlung geht davon aus, dass sich diese Probleme von selbst lösen. Das ist nicht garantiert. Nicht verkaufte Chips und Vertragsänderungen signalisieren Wachstumsschwierigkeiten.

Der eigentliche Test besteht darin, ob Nvidia seine eigenen Operationen unter Kontrolle bringen kann, bevor die Konkurrenten eingreifen.