Da Blockchain-Upgrades bevorstehen, bemühen sich Unternehmen darum, ihre Kundenbestände gegen Hacking-Bedrohungen der nächsten Generation zu schützen

Während die Zeit bis zum möglichen Aufkommen des Quantencomputings im Jahr 2030 abläuft, bemühen sich Kryptowährungsunternehmen darum, die Sicherheit ihrer Wallets zu verbessern, und übertreffen damit die Fortschritte von Blockchain-Netzwerken bei der Aktualisierung ihrer Kernprotokolle. Ein Bericht von Project Eleven hat Alarm geschlagen und gewarnt, dass Quantencomputer möglicherweise die kryptografischen Grundlagen digitaler Vermögenswerte im Wert von Billionen Dollar in nur vier bis sieben Jahren gefährden könnten. Diese drohende Bedrohung, die als „Q-Day“ bezeichnet wird, hat Krypto-Infrastrukturunternehmen dazu veranlasst, proaktive Maßnahmen zu ergreifen, wobei Silence Laboratories ein Paradebeispiel ist. Das Unternehmen hat kürzlich einen quantenresistenten kryptografischen Algorithmus, ML-DSA, der verteilte Multi-Party-Computation-Signaturen (MPC) nutzt, in seine Wallet-Infrastruktur integriert. Dieser Schritt folgt einer strengen sechsmonatigen Bewertung von drei vom National Institute of Standards and Technology (NIST) genehmigten Algorithmen, nämlich SPHINCS+, Falcon und CRYSTALS-Dilithium.
Laut Jay Prakash, CEO von Silence Laboratories, ist die Auswahl eines geeigneten Algorithmus von entscheidender Bedeutung, da nicht alle vom NIST zugelassenen Optionen mit MPC kompatibel sind, was eine effiziente verteilte Transaktionssignierung erfordert. Die Fragmentierung von Blockchain-Netzwerken mit jeweils eigenen Optimierungskriterien erschwert die Implementierung einer einheitlichen Lösung zusätzlich. Um dieser Herausforderung zu begegnen, hat Silence Laboratories einen Ansatz entwickelt, der private Schlüsselanteile über isolierte Knoten hinweg generiert und so eine gemeinsame Signaturerstellung ohne Rekonstruktion des vollständigen Schlüssels ermöglicht. Diese Methode bietet Schutz vor Quantenangriffen und gewährleistet gleichzeitig die Kompatibilität mit der bestehenden MPC-Infrastruktur. Prakash weist darauf hin, dass Institutionen dieses Modell bereits übernommen haben und die Bedeutung einer sicheren Schlüsselverwaltung erkannt haben.
Es wird erwartet, dass der Übergang zu quantenresistenten Wallets für Endbenutzer nahtlos verläuft, wobei das Upgrade auf Infrastrukturebene erfolgt. Unabhängig davon, ob MetaMask oder eine andere Wallet-Schnittstelle verwendet wird, werden Benutzer keine Änderungen bemerken. Wie Prakash erklärt, kann die Migration zu einem Post-Quantum-MPC-basierten Wallet durch ein einfaches Code-Upgrade erreicht werden, ohne dass Änderungen an der bestehenden Infrastruktur erforderlich sind. Andere Entwickler, beispielsweise diejenigen hinter Postquant Labs, erforschen alternative Lösungen, einschließlich der Implementierung quantenresistenter Signaturen auf Bitcoin mithilfe einer separaten Smart-Contract-Schicht. Dieser Ansatz vermeidet Änderungen am Bitcoin-Basisprotokoll und bietet eine mögliche Problemumgehung.
Unterdessen erforschen Forscher weiterhin neue Lösungen, beispielsweise den Ersatz der Elliptischen-Kurven-Kryptographie von Bitcoin durch Hash-basierte Signaturen. Dieser Vorschlag gilt jedoch als letzter Ausweg, da sich die Umsetzung in großem Maßstab als kostspielig erweisen könnte. Die jüngste Demonstration eines Quantencomputers, der mithilfe einer Variante von Shors Algorithmus einen 15-Bit-Kryptographieschlüssel mit elliptischen Kurven knackt, hat die Dringlichkeit der Situation deutlich gemacht. Die Verleihung des 1 Bitcoin „Q-Day Prize“ durch Project Eleven an den Forscher hat die Notwendigkeit einer Koordination zwischen Wallet-Anbietern und Blockchain-Netzwerken weiter unterstrichen. Wie Prakash warnt, reicht eine reine Wallet-Lösung nicht aus und ein umfassender Ansatz, der sowohl Wallets als auch Blockchain-Netzwerke einbezieht, ist notwendig, um die Sicherheit digitaler Vermögenswerte in einer Post-Quantum-Welt zu gewährleisten. Da die Zeit knapp wird, steigt der Handlungsdruck und die Kryptowährungsgemeinschaft muss zusammenkommen, um der drohenden Bedrohung durch Quantencomputer zu begegnen.