Die Bankenbranche stellt den Bericht des Weißen Hauses über Stablecoin-Zinszahlungen in Frage

Inhaltsverzeichnis Am 8. April veröffentlichte das Weiße Haus eine umfassende 21-seitige Analyse, in der es zu dem Schluss kam, dass ein Verbot von Renditen auf Stablecoins nur minimale Auswirkungen auf die traditionelle Kreditvergabe von Banken haben würde. Nach Angaben des Council of Economic Advisers würde die Umsetzung eines solchen Verbots die Kreditvergabe der Banken um etwa 2,1 Milliarden US-Dollar erhöhen – eine Steigerung von lediglich 0,02 % im Vergleich zum bestehenden Kreditportfolio von 12 Billionen US-Dollar. Neue Analyse des ABA-Wirtschaftsteams – Die CEA hat die falsche Frage zur „Rendite“ von Stablecoins und Gemeinschaftsbanken untersucht. Die eigentliche Frage ist, ob die Zulassung von Renditen die Einlagenflucht fördern und das Wirtschaftswachstum beeinträchtigen würde. Lesen Sie es hier: https://t.co/z7IShwNaHH pic.twitter.com/OIjQvjtGij – American Bankers Association (@ABABankers) 13. April 2026 Darüber hinaus ergab die Analyse, dass Verbraucher etwa 800 Millionen US-Dollar an Einnahmen einbüßen würden, wenn Renditeverbote in Kraft treten würden. Wirtschaftsanalysten des Weißen Hauses kamen zu dem Schluss, dass Stablecoin-Zinszahlungen angesichts der aktuellen Marktdynamik nur eine minimale Gefahr einer erheblichen Einlagenmigration darstellen. Die American Bankers Association gab eine schnelle Gegenargumentation ab und behauptete, die Bundesanalyse habe die falsche zentrale Frage untersucht. Laut ABA sollten politische Entscheidungsträger die Konsequenzen untersuchen, die sich daraus ergeben, dass renditegenerierende Stablecoins eine unkontrollierte Expansion zulassen, anstatt die Auswirkungen von Verboten zu analysieren. ABA-Chefökonom Sayee Srinivasan und Yikai Wang, Vizepräsident für Bankenforschung, betonten, dass verzinsliche Stablecoins eine direkte Wettbewerbsbedrohung für traditionelle Bankeinlagen darstellen. Sie hoben das prognostizierte Marktpotenzial von 1 Billion bis 2 Billionen US-Dollar für Zahlungs-Stablecoins hervor, die durch Staatsanleihen und vergleichbare sichere Instrumente besichert sind. Die primäre Besorgnis der ABA richtet sich nicht auf die systemische Bankenstabilität. Stattdessen konzentrieren sich die Bedenken auf kleinere regionale und kommunale Bankinstitute, die möglicherweise plötzlichen Einlagenabzügen nicht standhalten können. Selbst unter der Annahme, dass die aggregierten Einlagen im gesamten Bankensektor konstant bleiben, könnte Kapital von kleineren Instituten zu größeren Banken wandern. Eine solche Bewegung würde die Gemeinschaftsbanken dazu zwingen, auf teurere Finanzierungsquellen zuzugreifen oder ihre eigenen Einlagenzinsen zu erhöhen. Erhöhte Finanzierungskosten bei kommunalen Bankinstituten könnten zu einer geringeren Kreditvergabekapazität für lokale Haushalte, kleine Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe führen. Diese Kreditnehmersegmente sind weitgehend von beziehungsorientierten Kreditgebern und nicht von großen nationalen Bankinstituten abhängig. Die Analyse des Weißen Hauses ergab, dass, wenn Verbraucher Gelder in Stablecoins transferieren, die ausgebenden Stellen diese Reserven in Staatsanleihen und Geldmarktinstrumente investieren. Dieser Mechanismus gibt den Großteil des Kapitals an das Bankenökosystem zurück und sorgt so für ein relativ stabiles Gesamteinlagenniveau. Die ABA entgegnete, dass diese systemische Perspektive die Auswirkungen auf der Ebene der einzelnen Institutionen außer Acht lasse. Einlagenverluste bleiben für Gemeinschaftsbanken schädlich, unabhängig davon, ob das allgemeine Systemgleichgewicht bestehen bleibt. Mit dem im Jahr 2025 in Kraft getretenen GENIUS Act wurden erstmals bundesstaatliche Regulierungsrahmen für Zahlungs-Stablecoins geschaffen und Bestimmungen aufgenommen, die es Emittenten verbieten, Erträge direkt an Token-Inhaber auszuschütten. Diese Einschränkungen erstrecken sich jedoch nicht auf Vermittlungsplattformen Dritter. Coinbase bietet Plattformnutzern derzeit USDC-Belohnungen durch Vereinbarungen zur Verteilung von Reserveerträgen an, die funktional hochverzinslichen Einlagenkonten ähneln. Bestimmte Versionen des vorgeschlagenen CLARITY-Gesetzes würden diesen Mechanismus beseitigen, indem sie Vermittler daran hindern, Erträge zu übertragen. Die ABA argumentierte, dass die politischen Entscheidungsträger das Renditeverbot als Schutzmaßnahme beibehalten müssen, um sicherzustellen, dass Stablecoins auf Zahlungsfunktionen beschränkt bleiben und sich nicht zu einem Ersatz für staatlich versicherte Einlagen entwickeln. Zu den ABA-Mitgliedern zählen große Finanzinstitute wie JPMorgan Chase, Goldman Sachs und Citigroup. Aktuelle Daten deuten darauf hin, dass über 80 % der Stablecoin-Transaktionen auf Offshore-Märkten stattfinden, wobei bestimmte Stablecoin-Emittenten Staatsanleihen halten, die die Bestände einiger souveräner Nationen übersteigen.