Pekings Währung erhält in den überarbeiteten Prognosen von Goldman Sachs einen Aufwärtsschub von 20 %

Goldman Sachs geht davon aus, dass der chinesische Yuan einen erheblichen Abschlag aufweist. Die internen Bewertungsmodelle der Investmentbank deuten darauf hin, dass die Währung gegenüber dem US-Dollar zwischen 20 und 30 % unterbewertet ist, was sie zu einer der Top-Handelsideen des Unternehmens für das Jahr 2026 macht.
Die Bank hat ihre USD/CNY-Prognosen entsprechend angepasst: 6,80 für die Drei-Monats-Marke, 6,70 für sechs Monate und 6,50 für die nächsten zwölf Monate. Goldman geht davon aus, dass der Yuan im Laufe des kommenden Jahres gegenüber dem Dollar allmählich an Wert gewinnen wird, angetrieben durch Chinas Exportmotor und strukturellen wirtschaftlichen Rückenwind.
Was die Models sagen
Goldmans Aufruf basiert auf zwei proprietären Frameworks. Der erste, bekannt als GSDEER (Goldman Sachs Dynamic Equilibrium Exchange Rate), legt den fairen Wert des Yuan auf etwa 5,00 USD/CNY fest. Vergleichen Sie das mit dem Handelskurs des Paares, und Sie erhalten eine Lücke von etwa 30 %.
Das zweite Modell, GSFEER (Goldman Sachs Fundamental Equilibrium Exchange Rate), verfolgt einen etwas anderen Ansatz, indem es sich auf die Leistungsbilanzdynamik konzentriert. Dieser Rahmen kommt zu einer geschätzten Unterbewertung von etwa 12 %.
Die Analyse wird von Teresa Alves von Goldman Sachs geleitet, die auf einen starken Aufwärtstrend für den Yuan gegenüber dem Dollar hingewiesen hat.
Warum der Yuan billig aussieht
Es wird erwartet, dass Chinas Leistungsbilanzüberschuss weiter zunehmen wird. Die starke Exportleistung ist hier ein großer Treiber. Chinesische Hersteller dominieren weiterhin die globalen Lieferketten in allen Bereichen, von Elektrofahrzeugen über Solarmodule bis hin zu Unterhaltungselektronik.
Gleichzeitig war die Inlandsnachfrage relativ schwach. Diese dynamischen, starken Exporte gepaart mit schwachen Importen treiben den Leistungsbilanzüberschuss automatisch in die Höhe.
Die niedrige Inflation in China fügt eine weitere Ebene hinzu. Während die USA und Europa in den letzten Jahren mit erhöhten Verbraucherpreisen zu kämpfen hatten, kokettiert China mit der Deflation. Damit ist der Yuan kaufkraftmäßig noch stärker unterbewertet, als der nominale Wechselkurs vermuten lässt.
Das lange Spiel ist noch lang
Selbst nach der erwarteten Aufwertung in den nächsten zwölf Monaten geht das GSDEER-Modell der Bank davon aus, dass der Yuan bis 2035 immer noch etwa 19 % unterbewertet sein wird.
Peking hat den Wechselkurs des Yuan in der Vergangenheit sorgfältig verwaltet und starken Aufwertungen widerstanden, die den Exporteuren schaden könnten. Die People’s Bank of China legt einen täglichen Referenzkurs fest, der effektiv eine Unter- und Obergrenze dafür festlegt, wie weit sich die Währung bewegen kann.
Auch Kapitalkontrollen spielen eine Rolle. China schränkt den freien Geldfluss in das Land und aus dem Land ein, was die Art von spekulativen Strömen dämpft, die andernfalls den Yuan in die Höhe treiben könnten.
Was das für Anleger bedeutet
Für Makrohändler und Währungsabteilungen stellt Goldmans Aufruf eine klare Richtungswette dar. Eine Bewegung vom aktuellen Niveau auf 6,50 USD/CNY über einen Zeitraum von zwölf Monaten würde eine deutliche Aufwertung bedeuten.
Das Risiko für Goldmans These ist offensichtlich. Wenn die Handelsspannungen zwischen den USA und China weiter eskalieren oder wenn Peking den Yuan absichtlich schwächt, um die Zölle auszugleichen, könnte die Währung billig bleiben oder sogar noch billiger werden.