Bernie Moreno behauptet, dass die American Bankers Association Lobbyarbeit gegen den Krypto-Stablecoin-Gesetzentwurf betreibt

Senator Bernie Moreno beginnt einen sehr öffentlichen Kampf mit der amerikanischen Bankenlobby. Der Republikaner aus Ohio sagt, die American Bankers Association habe am 10. Mai einen Brief an Bank-CEOs geschickt, in dem sie sie aufforderte, gegen den CLARITY Act zu mobilisieren, einen parteiübergreifenden Stablecoin-Gesetzentwurf, über den am 14. Mai im Bankenausschuss des Senats abgestimmt werden soll.
Moreno, der diesem Ausschuss angehört, legte seinen Fall am 11. Mai in einem ausführlichen Beitrag dar. Sein Kernargument: Die ABA mache sich keine Sorgen um die wirtschaftliche Stabilität. Es macht sich Sorgen um die Konkurrenz.
Was der CLARITY Act tatsächlich bewirkt
Der CLARITY Act soll einen Regulierungsrahmen für Stablecoins schaffen, die an den Dollar gekoppelten digitalen Token, die zum Rückgrat des Kryptohandels geworden sind. Entscheidend ist, dass der Gesetzentwurf es Stablecoins ermöglichen würde, den Inhabern wettbewerbsfähige Renditen zu bieten, wozu traditionelle Bankeinlagen auffällig schlecht abschneiden.
Laut Moreno bezeichnete der CEO der ABA die Renditebestimmungen des Gesetzentwurfs als „Stablecoin-Schlupfloch“, das die wirtschaftliche Stabilität gefährdet. Moreno argumentierte, dass Banken ein bestehendes Monopol auf Verbrauchereinlagen verteidigen, bei dem sie beträchtliche Gewinne erzielen und den Menschen, deren Geld sie verwenden, nur minimale Renditen bieten.
Der vorherige Versuch einer Stablecoin-Gesetzgebung, der GENIUS Act, ging auf die Renditefrage nicht ausreichend ein. Der CLARITY Act scheint eine ehrgeizigere Fortsetzung zu sein, die sich direkt mit dem Problem befasst, das die Bankenbranche lieber in Ruhe lassen würde.
Die Position der ABA und die 6-Billionen-Dollar-Frage
Berichten zufolge warnte die ABA in ihrem Schreiben, dass die Bestimmungen des CLARITY Act systemische Risiken bergen. Moreno und andere Befürworter des Gesetzentwurfs argumentieren, dass ein klarer Regulierungsrahmen genau das Instrument sei, um diesen Risiken zu begegnen.
Experten haben geschätzt, dass Stablecoins möglicherweise bis zu 6 Billionen US-Dollar von traditionellen Bankensystemen auf Kryptoplattformen umleiten könnten. Diese Zahl stellt einen bedeutenden Teil der Einlagen dar, mit denen derzeit Bankkreditgeschäfte finanziert werden.
Moreno blieb nicht bei der politischen Kritik stehen. Er verurteilte Banken auch für das, was er als ihre historischen Praktiken gegenüber Konservativen bezeichnete, eine Anspielung auf die umfassendere „Debanking“-Kontroverse, bei der Finanzinstitute angeblich Konten geschlossen oder Dienstleistungen aufgrund ihrer politischen Zugehörigkeit oder ihrer Beteiligung an legalen Branchen wie Krypto und Schusswaffen geschlossen haben.
„Der CEO der ABA forderte Bankmanager auf, Lobbyarbeit gegen den Gesetzentwurf zu leisten, und behauptete, er schaffe eine ‚Stablecoin-Lücke‘, die die wirtschaftliche Stabilität gefährdet.“
Warum das für Krypto-Investoren wichtig ist
Die Ausschussabstimmung vom 14. Mai ist der unmittelbare Auslöser, den man im Auge behalten sollte. Sollte der CLARITY Act aus dem Ausschuss verabschiedet werden, wäre dies der bedeutendste gesetzgeberische Fortschritt bei der Stablecoin-Regulierung seit Beginn der ernsthaften Debatte des Kongresses über das Thema.
Für Investoren, die bereits im Stablecoin-Ökosystem positioniert sind, Unternehmen wie Circle und Tether sowie DeFi-Protokolle, die Stablecoins integrieren, ist die Entwicklung des CLARITY Act ein Frühindikator. Eine positive Abstimmung am 14. Mai könnte das institutionelle Interesse an der Stablecoin-Infrastruktur verstärken. Eine Niederlage oder eine wesentliche Änderung, die die Renditebestimmungen aufhebt, würde signalisieren, dass die Bankenlobby immer noch genug Einfluss hat, um die Integration von Kryptowährungen in das Mainstream-Finanzwesen zu verlangsamen.