Über die Flaggschiff-Kryptowährung hinaus entsteht ein breiteres Mining-Ökosystem

Da die Bitcoin-Mining-Wirtschaft aufgrund der historisch niedrigen Hash-Preise der Mining-Einnahmen und des zunehmenden Netzwerkwettbewerbs unter Druck steht, haben sich die Einnahmen aus KI- und HPC-Infrastruktur als stabilisierender und in einigen Fällen deutlich größerer Wachstumstreiber herausgestellt.
Dieser Artikel erschien zuerst in The Energy Mag. Der Originalartikel kann hier eingesehen werden. Das Energy Mag (ehemals The Miner Mag) bietet Nachrichten, Daten und Einblicke zum Zusammenhang zwischen Energie, Computer und Märkten.
Der erste Teil dieser Bitcoin-KI-Konvergenzreihe befasste sich mit einer Grundidee: Beim Bitcoin-Mining ging es nie nur um digitale Währungen. Es wurde als langfristiges Energiesystem konzipiert, das Elektrizität in Rechenleistung umwandelt.
Im zweiten Teil wurde untersucht, wie moderne KI-Rechenzentren auf der gleichen physischen Grundlage wie das Bitcoin-Mining aufgebaut sind – Chips, Strom, Kühlung und Infrastruktur arbeiten zusammen, um Strom im industriellen Maßstab in Rechenleistung umzuwandeln.
Im dritten Teil wurde weiter untersucht, wie sich Unternehmen im Bereich digitaler Innovationen positionieren, von der Asset-Light-Bereitstellung und Colocation (einem gemeinsam genutzten Infrastrukturmodell) bis hin zum Infrastruktureigentum, der Energieintegration und der vollständigen vertikalen Integration.
Jetzt vollzieht sich diese Konvergenz in der gesamten Branche in Echtzeit.
Im ersten Quartal 2026 haben mehrere große börsennotierte Bitcoin-Miner – darunter Core Scientific (NASDAQ: CORZ), Cipher und IREN – Teile ihres Bitcoin-Mining-Betriebs erheblich reduziert, indem sie Infrastruktur und Energiekapazität in Richtung KI und Hochleistungs-Computing-Software, -Anwendungen, -Dienste oder -Fähigkeiten umverteilt haben.
Bei diesem Wandel ging es nicht nur um die zukünftige Positionierung. Dies spiegelt sich bereits in den Finanzergebnissen wider.
Da die Bitcoin-Mining-Wirtschaft aufgrund der historisch niedrigen Hash-Preise der Mining-Einnahmen und des zunehmenden Netzwerkwettbewerbs unter Druck steht, haben sich die Einnahmen aus KI- und HPC-Infrastruktur als stabilisierender und in einigen Fällen deutlich größerer Wachstumstreiber herausgestellt.
Core Scientific hat die Umstellung seiner Infrastruktur auf High-Density-Colocation für CoreWeave (NASDAQ: CRWV) weiter beschleunigt. Cipher hat den Bergbaubetrieb in Teilen seiner Black Pearl-Anlage eingestellt, nachdem es sich einen langfristigen Hyperscale-KI-Mietvertrag gesichert hatte. Unterdessen hat sich IREN zunehmend als Betreiber einer KI-Cloud-Infrastruktur neu positioniert, indem es milliardenschwere Verarbeitungs- und Cloud-Service-Vereinbarungen unterzeichnet und gleichzeitig Teile seines Bergbaubetriebs zurückgefahren hat.
Dabei handelt es sich nicht nur um einen vorübergehenden Diversifizierungstrend, sondern um eine umfassendere Umstrukturierung der Bitcoin-Mining-Industrie selbst.
Die Unternehmen, die früher in erster Linie um die Ergebnisse des Bergbaus konkurrierten, werden zunehmend anhand einer breiteren Palette von Fähigkeiten beurteilt: Infrastrukturkontrolle, Stromzugang, Kühlkapazität und die Fähigkeit, die Nachfrage über Bitcoin hinaus allein zu bedienen.
Mit anderen Worten: Bitcoin-Mining entwickelt sich von einem reinen Rohstoff-Hash-Geschäft zu einer umfassenderen energiegestützten Computerinfrastrukturbranche.
Dieser letzte Teil fasst die in dieser Serie behandelten Themen zusammen:
Bitcoin-Mining als Energiesystem
Der gemeinsame Infrastruktur-Stack zwischen Bitcoin und KI
Die Konvergenz von Bitcoin- und KI-Geschäftsmodellen
Und die wachsende Bedeutung von Energie und Infrastruktur als strategische Vermögenswerte
Die zukünftige Relevanz des Bitcoin-Mining wird nicht mehr nur dadurch definiert, wie viel Bitcoin-Miner produzieren. Es hängt zunehmend davon ab, wie effektiv Betreiber die Energieinfrastruktur auf mehreren Computermärkten bereitstellen.
Der Stand des Bitcoin-Minings heute
Auf den ersten Blick scheint sich das Bitcoin-Mining immer noch um eine bekannte Messgröße zu drehen: die Rechenleistung und Geschwindigkeit zur Sicherung der Blockchain, oder Hashrate. Trotz des deutlichen Preisrückgangs von Bitcoin seit Oktober 2025 bleibt die Hashrate des globalen Bitcoin-Netzwerks bei über 900 EH/s (Exahashes pro Sekunde). Zum Vergleich: Das ist viermal so viel wie vor vier Jahren und ist seit der Bitcoin-Halbierung im Jahr 2024 immer noch um etwa 50 % gestiegen.
Doch hinter diesem Wachstum verändern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Bergbaus dramatisch.
In den letzten Jahren ist die Mikrochip-Hardware exponentiell effizienter geworden. Im Vergleich zu früheren Generationen von Bergbaumaschinen im letzten Jahrzehnt erreichen moderne Maschinen heute schnell einen um 900 % besseren Wirkungsgrad.
Diese Entwicklung hat den Bergbau in einen Wettlauf um betriebliche Effizienz verwandelt. Da weltweit effizientere Maschinen online gegangen sind, hat sich der Netzwerkwettbewerb schneller beschleunigt als der Anstieg des Bitcoin-Preises, was einen anhaltenden Druck auf den Hashpreis ausübt – das Maß der Branche für die Mining-Einnahmen pro Hash-Rate-Einheit.
In früheren Zyklen führte der bloße Einsatz weiterer Maschinen häufig zu einer höheren Rentabilität. Größe allein reicht heute nicht mehr aus. Die Betreiber, die Marktanteile gewinnen, sind zunehmend diejenigen mit Zugang zu kostengünstigem Strom, effizienter Infrastruktur und disziplinierter Kapitalallokation.
Infolgedessen ist der Bergbau auch deutlich kapitalintensiver geworden, und öffentliche Bergleute sind auf strukturierte Schulden, Wandelanleihen und Infrastrukturfinanzierungen angewiesen