Großkapitalgeber mischen sich in den Kampf ein, da Galaxy Digital Wetten auf zukünftige Ereignisse auf private, außerbörsliche Derivate verlagert.

Galaxy Digital hat einen Swap-Dealer-Zweig ins Leben gerufen, um institutionellen Kunden bilateralen Zugang zu ereignisgesteuerten Verträgen zu ermöglichen, eine Struktur, die öffentliche Prognosebörsen vollständig umgeht.
Die Haupttransaktion ist ein außerbörslicher Event-Swap im Wert von 10 Millionen US-Dollar zwischen Galaxy und dem Krypto-Hedgefonds Arca, der mit der Verabschiedung eines großen US-Krypto-Gesetzes verbunden ist. Dieser einzelne Handel ist fast fünfmal größer als der vergleichbare auf Kalshi gelistete Vertrag.
Der Krypto-Finanzkonzern Galaxy Digital hat einen Trading Desk eingerichtet, um Großanlegern einen besseren Zugang zu Prognosemärkten zu bieten https://t.co/jEltvdimjT
– Bloomberg (@business) 2. Juni 2026
Warum sich das institutionelle Volumen außerhalb der Börse verlagert
Das jährliche Volumen von Kalshi hat sich kürzlich auf 178 Milliarden US-Dollar verdreifacht, doch die Liquidität bei Nicht-Sportveranstaltungen bleibt gering.
Makro-Hedgefonds und Family Offices, die ein sinnvolles Engagement anstreben, stehen vor einem strukturellen Problem: Die Orderbücher auf Plattformen wie Kalshi und Polymarket sind nicht tief genug, um große Geschäfte aufzunehmen, ohne den Preis zu verändern. OTC-Händler können dieses Risiko einlagern.
Datenschutz ist eine gesonderte Überlegung. Ein Blockhandel, der auf einer Blockchain-basierten Plattform wie Polymarket ausgeführt wird, hinterlässt einen öffentlichen Datensatz, der an eine Wallet-Adresse gebunden ist, was die Positionierung eines Fonds offenlegen kann. Bei der bilateralen OTC-Abwicklung besteht kein solches Offenlegungsrisiko.
Der dritte Faktor ist die rechtliche Infrastruktur. Mit ISDA-Rahmenverträgen können institutionelle Kunden Ereignisrisiken innerhalb der von ihnen bereits verwendeten Rahmenwerke buchen – gleiche Dokumentation, gleiche Gegenparteibeziehungen –, anstatt sich mit neuen und oft Offshore-Plattformen zu verbinden. Das reduziert sowohl betriebliche als auch regulatorische Reibungen.
„Prognosemärkte sind derzeit kein hochentwickelter institutioneller Markt mit ausreichend Liquidität für einen Fonds unserer Größe“, sagte Jeff Dorman, CIO von Arca. „Durch die Nutzung des OTC-Marktes mit Galaxy konnten wir einen Handel durchführen, der am besten zu unserer Fondsstrategie passt.“
Institutionelle Infrastruktur rund um Prognosemärkte
Der Schritt von Galaxy steht im Zusammenhang mit einer umfassenderen Veränderung der Art und Weise, wie Vermittler sich im Hinblick auf das prognostizierte Marktwachstum positionieren. Wintermute hat damit begonnen, kontinuierlich zweiseitige Liquidität auf öffentlichen Prognoseplattformen zu veröffentlichen, um die Spreads zu verringern.
Marex hat prognostizierte Marktergebnisse in kapitalgeschützte strukturierte Schuldverschreibungen für vermögende Kunden gepackt. Die Coalition for Prediction Markets setzt sich unterdessen in Washington dafür ein, einen föderalen Regulierungsrahmen für den Sektor zu schaffen.
Für größere Anleger bieten OTC-Händler derzeit etwas, was Prognosebörsen oft nicht bieten können: Privatsphäre, Ausführungskapazität und eine vertraute Derivate-Infrastruktur