BIS-Projekt Agorá treibt grenzüberschreitende Zahlungssysteme rund um die Uhr voran

Inhaltsverzeichnis Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat ihre Tokenisierungsforschung nach dem erfolgreichen Abschluss des Arbeitsmodells des Projekts Agorá in operative Tests überführt. Die Initiative hat gezeigt, dass internationale Großkundenzahlungen durch synchronisierte Ausführungsmechanismen eine währungsübergreifende Abwicklung erreichen können. Die Ergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für die laufenden Bemühungen, eine schnellere, programmierbare und kontinuierlich verfügbare Zahlungsinfrastruktur zu schaffen. Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat in Zusammenarbeit mit dem Institute of International Finance das Projekt Agorá ins Leben gerufen, das auf anhaltende Ineffizienzen in internationalen Zahlungssystemen abzielt. Die Initiative konzentrierte sich auf grenzüberschreitende Großhandelstransaktionen, bei denen Verarbeitungsverzögerungen und Abwicklungsrisiken weiterhin eine Herausforderung darstellen. Die Zusammenarbeit brachte Währungsbehörden und regulierte Finanzinstitute in einer einheitlichen Testumgebung zusammen. Das Arbeitsmodell nutzte tokenisierte Einlagen von Geschäftsbanken neben digitalen Zentralbankreserven auf einer integrierten Plattform. Nach Angaben der BIZ ermöglichte das Rahmenwerk eine atomare Abwicklung über mehrere Währungen und Regulierungsrahmen hinweg. Diese Architektur stellt sicher, dass miteinander verbundene Zahlungsvorgänge entweder gleichzeitig ausgeführt werden oder sich vollständig umkehren. Die Initiative umfasste sieben Währungsbehörden und über 40 lizenzierte Finanzorganisationen. An dem Versuch nahmen Zentralbankinstitute aus den Vereinigten Staaten, dem Vereinigten Königreich, Frankreich, Japan, Südkorea, Mexiko und der Schweiz teil. Die Bank of Canada soll in der kommenden Umsetzungsphase als achte Zentralbank beitreten. Laut BIZ nutzte der Prototyp eine geschichtete Architektur, die die operative Autonomie jeder Zentralbank gewährleistete. Das Design ermöglichte gleichzeitig Verbindungen über eine einheitliche und kompatible Plattform. Ziel dieses Ansatzes war es, die Systemfragmentierung zu minimieren und gleichzeitig die nationale Souveränität über die Abwicklungsverfahren zu wahren. Die Ergebnisse der Initiative befassten sich auch mit rechtlichen und datenschutzrechtlichen Überlegungen in den teilnehmenden Gebieten. Die BIZ gab an, dass die rechtliche Prüfung die Endgültigkeit des Vergleichs in allen sieben an den Tests beteiligten Jurisdiktionen bestätigt habe. In den nachfolgenden Entwicklungsphasen müssen jedoch technische Protokolle, vertragliche Rahmenbedingungen und Betriebsabläufe mit den nationalen rechtlichen Anforderungen in Einklang gebracht werden. Der Datenschutz war ein wesentlicher Bestandteil der Prüfinfrastruktur. Die Plattform verfügt über Mechanismen zum Schutz vertraulicher Kontostand- und Transaktionsinformationen. Gleichzeitig behielt die Architektur die Kapazität für die behördliche Überwachung und Compliance-Überprüfung bei. Das Projekt Agorá untersuchte außerdem, wie intelligente Verträge die Prozessautomatisierung in Großhandelszahlungssysteme integrieren können. Mit diesen Instrumenten können Compliance-Überprüfungen, Zahlungsvoraussetzungen und Transaktionsinitiatoren direkt in Abwicklungsabläufe integriert werden. Sie haben das Potenzial, manuelle Eingriffe, Transaktionsfehler und Abstimmungsaufwand zu minimieren. Die BIZ stellte fest, dass die flexible Architektur eine bedingte Transaktionsverarbeitung und eine unterbrechungsfreie Abwicklungsaktivität ermöglichen kann. Das System unterstützt möglicherweise auch zukünftige Verbesserungen bei der Sanktionsprüfung, der Betrugsprävention und der Aufdeckung von Finanzkriminalität. Diese Funktionen erfordern verfeinerte Protokolle für den Informationsaustausch und die Compliance-Architektur. In der darauffolgenden Phase wird das Projekt Agorá auf Live-Währungstests mit bestimmten Nennwerten umgestellt. Die BIZ erwartet in dieser Phase eine verstärkte Beteiligung des privaten Sektors. Die Währungsbehörden werden ihre Beteiligung fortsetzen, während das Projekt in Richtung einer operativen Einführung der Großhandelsabwicklung voranschreitet.