Der Bitcoin-Preis erholt sich, nachdem schwache US-Arbeitsmarktdaten den Druck auf Risikoanlagen verringern

Bitcoin hat sich von einem Intraday-Tief nahe 61.500 US-Dollar erholt, nachdem schwächer als erwartete US-Arbeitsmarktdaten die Erwartungen bestärkten, dass die Federal Reserve die Zinssätze später in diesem Jahr noch senken könnte.
Laut Daten von crypto.news lag der Preis von Bitcoin (BTC) bei Redaktionsschluss am 4. Juni bei rund 63.800 US-Dollar und erholte sich damit von einem Intraday-Tief bei 61.550 US-Dollar. Trotz der Erholung blieb der Leitwert in den letzten 24 Stunden um etwa 5 % gesunken und fast 22 % unter seinem Mai-Höchststand von rund 82.000 US-Dollar.
Neue vom US-Arbeitsministerium veröffentlichte Wirtschaftszahlen schienen die Stimmung bei Risikoanlagen zu verbessern. Die Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung stiegen in der Woche bis zum 30. Mai um 13.000 auf 225.000 und übertrafen damit die Prognosen der Ökonomen von 215.000. Auch der Wert der Vorwoche wurde auf 212.000 nach oben revidiert.
Weitere Arbeitsmarktdaten deuteten auf einen nachlassenden Lohndruck hin. Das Arbeitsministerium berichtete, dass die endgültigen Arbeitskosten im ersten Quartal um 1,8 % gestiegen seien und damit unter der Schätzung von Ökonomen von 2,5 % lägen. Die anhaltenden Arbeitslosenansprüche gingen in der Woche bis zum 23. Mai unterdessen um 8.000 auf 1,777 Millionen zurück.
Marktteilnehmer betrachten schwächere Beschäftigungsdaten häufig als unterstützend für Vermögenswerte wie Bitcoin, da sie den politischen Entscheidungsträgern möglicherweise mehr Spielraum für Zinssenkungen geben, wenn sich die Wirtschaftslage weiter abschwächt.
Schwache Arbeitsmarktdaten beleben die Zinssenkungserwartungen der Federal Reserve
Nach den jüngsten Beschäftigungszahlen verstärkten die Händler ihre Wetten, dass die Federal Reserve in den kommenden Monaten zu einer Lockerung der Geldpolitik übergehen könnte, wenn sich weiterhin Anzeichen einer Konjunkturabschwächung abzeichnen.
Niedrigere Zinssätze verbessern im Allgemeinen die Liquiditätsbedingungen und verringern die Attraktivität festverzinslicher Anlagen, wodurch Risikoanlagen für Anleger attraktiver werden. Bitcoin und andere Kryptowährungen haben in der Vergangenheit in Zeiten profitiert, in denen die Märkte eine lockerere Geldpolitik erwarten.
Trotz der Erholung am Donnerstag bleibt die Unsicherheit über den nächsten Schritt der Fed hoch. Mehrere Analysten haben kürzlich gewarnt, dass steigende Energiekosten den politischen Ausblick der Zentralbank erschweren könnten.
Die Ölpreise sind infolge der eskalierenden Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran stark gestiegen, was Befürchtungen aufkommen lässt, dass die Inflation hartnäckig hoch bleiben könnte. Einige Marktkommentatoren haben argumentiert, dass ein anhaltender Anstieg der Energiepreise die politischen Entscheidungsträger dazu zwingen könnte, die restriktiven geldpolitischen Bedingungen länger aufrechtzuerhalten, als die Anleger derzeit erwarten.
Das Bitcoin-Chart signalisiert, dass trotz der Erholung weiterhin Abwärtsrisiken bestehen
Technische Indikatoren deuten darauf hin, dass die jüngste Erholung möglicherweise nicht ausreicht, um die jüngste Schwäche von Bitcoin vollständig umzukehren.
Auf dem Tages-Chart ist der Bitcoin-Preis unter die Nackenlinie einer rückläufigen Rundungs-Top-Formation gefallen, die sich zwischen April und Anfang Juni entwickelt hat. Der Durchbruch erfolgte in der Nähe des 65.000-Dollar-Bereichs, einem Niveau, das zuvor während des gesamten Musters als Unterstützung gewirkt hatte.
Der Bitcoin-Preis hat auf dem Tages-Chart ein rückläufiges, abgerundetes Top-Muster bestätigt – 4. Juni | Quelle: crypto.news
Auch Momentum-Indikatoren begünstigen weiterhin Verkäufer. Der MACD bleibt sowohl unter der Signallinie als auch unter dem Nullniveau, während das Histogramm weiterhin negative Werte anzeigt, was darauf hindeutet, dass sich immer noch ein rückläufiges Momentum aufbaut.
Gleichzeitig bleibt Bitcoin unter dem Supertrend-Indikator, der derzeit bei etwa 70.500 US-Dollar liegt und weiterhin ein Verkaufssignal signalisiert. Diagrammdaten deuten darauf hin, dass die nächste große Unterstützungszone bei etwa 60.000 US-Dollar liegt. Ein entscheidender Durchbruch unter dieses Niveau könnte den Vermögenswert einem tieferen Rückgang in Richtung des hohen 40.000-Dollar-Bereichs aussetzen, basierend auf dem gemessenen Ziel des Rounding-Top-Musters.
Im Moment scheinen sich die Händler darauf zu konzentrieren, ob Bitcoin die frühere Nackenlinie von rund 65.000 US-Dollar zurückgewinnen kann, ein Schritt, der dazu beitragen könnte, die Preisbewegung nach einem der stärksten Ausverkäufe am Kryptomarkt in den letzten Wochen zu stabilisieren.