Brasiliens Prognosemarktverbot betrifft Krypto-Derivate nach neuen Regeln

Inhaltsverzeichnis Brasilien hat beschlossen, Prognosemarktverträge im Zusammenhang mit Sport, Politik und Unterhaltung im Rahmen einer neuen Derivatemarktregel, die diese Woche verabschiedet wurde, zu blockieren. Darüber hinaus zielt die Maßnahme auf Verträge ab, die mit realen und virtuellen Ereignissen verknüpft sind und nach Ansicht der Aufsichtsbehörden keine wirtschaftlichen oder finanziellen Benchmarks widerspiegeln. Sie gilt auch für in Brasilien angebotene ausländische Derivate, wodurch die Reichweite der Beschränkung erweitert wird. Das neue Rahmenwerk tritt am 4. Mai in Kraft und überträgt der Securities and Exchange Commission Durchsetzungspflichten. Der Nationale Währungsrat verabschiedete auf seiner Sitzung am 23. April die Resolution Nr. 5.298. Die brasilianische Zentralbank veröffentlichte die Maßnahme am 24. April. Darüber hinaus legt die Resolution neue Regeln dafür fest, wie die Derivatemärkte im ganzen Land funktionieren müssen. Dabei stehen Anlegerschutz und Marktintegrität im Mittelpunkt des Rahmenwerks. Gemäß Artikel 3 dürfen Firmen keine Derivatkontrakte im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen anbieten oder damit handeln. Dazu gehören Verträge, die an reale Sportwettkämpfe gebunden sind und unter das Gesetz Nr. 14.790 von 2023 fallen. Das Verbot gilt auch für virtuelle Online-Gaming-Events. Damit wird die Regel auf Verträge im Zusammenhang mit E-Sport und ähnlichen digitalen Wettbewerben ausgeweitet. Auch politische, Wahl-, gesellschaftliche, kulturelle und Unterhaltungsveranstaltungen fallen unter die Beschränkung. Die Aufsichtsbehörden erklärten, dass diese Ereignisse nicht als angemessene wirtschaftliche oder finanzielle Benchmarks gelten. Die Securities and Exchange Commission kann auch andere ereignisbasierte Verträge als verboten einstufen. Dies gibt den Regulierungsbehörden eine weitreichende Kontrolle über zukünftige Notierungen. Artikel 4 weitet das Verbot über in Brasilien ansässige Plattformen hinaus aus. Sie gilt für ausländische Derivate, wenn diese im Inland angeboten werden. Das bedeutet, dass auch Produkte für den Offshore-Prognosemarkt Einschränkungen unterliegen könnten, wenn sie brasilianische Nutzer ansprechen. Je nach Struktur können kryptogebundene Event-Verträge in diesen Anwendungsbereich fallen. Der Beschluss erlaubt nur Verträge, die an anerkannte finanzielle Benchmarks gebunden sind. Dazu gehören Wechselkurse, Zinssätze, Anleihenindizes, Wertpapierindizes und Rohstoffpreise. Finanzielle Vermögenswerte und Wertpapiere, die auf organisierten Märkten gehandelt werden, bleiben weiterhin zulässig. Andere Benchmarks müssen auf konsistenten und überprüfbaren Preismethoden basieren. Der Rat sagte, die Regeln zielen darauf ab, Regulierungsarbitrage und schädliche Spekulationen zu verhindern. Als Mindeststandards wurden auch Produkteignung und Transparenz genannt. Gleichzeitig beinhaltet das Rahmenwerk Innovation als eines seiner Leitprinzipien. Die Regulierungsbehörden scheinen sich darauf zu konzentrieren, spekulative Event-Kontrakte zu begrenzen, ohne die breiteren Derivatemärkte zu stören. Zentralbankpräsident Gabriel Muricca Galípolo unterzeichnete die Resolution. Die Securities and Exchange Commission wird nun ergänzende Regeln zur Umsetzung erlassen. Die neue Richtlinie kommt zu einem Zeitpunkt in Kraft, an dem Prognosemarktplattformen weltweit an Bedeutung gewinnen, auch in Krypto-Handelskreisen. Brasiliens Schritt zieht eine klarere Grenze zwischen Finanzderivaten und spekulativen Ereigniswetten.