Die Fabrikinflation in China erreicht angesichts des Energiepreisschocks den höchsten Stand seit 45 Monaten

Chinas Erzeugerpreisindex stieg im April 2026 im Jahresvergleich um 2,8 % und erreichte den höchsten Stand seit Juli 2022. Es markiert das endgültige Ende einer 41-monatigen Deflationsperiode, die die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt belastet hatte.
Der Übeltäter ist Energie. Geopolitische Unruhen, insbesondere der Iran-Konflikt, der die Ölflüsse durch die Straße von Hormus unterbricht, haben die globalen Energiepreise in die Höhe getrieben.
Das Inflationsbild im Detail
Die Verbraucherpreise in China stiegen im April um 1,2 % und übertrafen damit die Erwartungen der Analysten. Die Bergbauindustrie war der am stärksten betroffene Sektor. Die Preise stiegen um 5,1 %, da der Iran-Konflikt weiterhin die weltweite Ölversorgung drosselte. Auch Nichteisenmetalle verzeichneten deutliche Zuwächse.
Der Zeitpunkt ist auch politisch brisant. Diese Zahlen kommen vor einem möglichen Gipfeltreffen zwischen den ehemaligen Präsidenten Trump und Xi im Hintergrund.
Was das für das Bitcoin-Mining bedeutet
China verbot das Bitcoin-Mining im Jahr 2021 und verdrängte mit einem einzigen politischen Schritt über 50 % der weltweiten Rechenleistung. Bergleute verstreuten sich nach Texas, Kasachstan, Russland und überall sonst mit billigem Strom. Aber Chinas Energiedynamik wirkt sich immer noch auf die Bergbauindustrie aus, und zwar aufgrund einer entscheidenden Verbindung: der Hardware.
Die US-Zölle auf in China hergestellte ASICs haben die Breakeven-Kosten im Mining auf über 90.000 US-Dollar pro BTC erhöht.
Der Schwierigkeitsgrad des Bitcoin-Minings wurde im April 2026 zum ersten Mal nach unten korrigiert, was vorübergehend etwas Luft zum Atmen verschaffte. Wenn der Schwierigkeitsgrad sinkt, bedeutet das, dass jeder Miner etwas weniger Rechenleistung benötigt, um die gleiche Belohnung zu erhalten.
In einem Bericht des Congressional Research Service vom April 2026 wurde festgestellt, dass der Energiebedarf beim Krypto-Mining im Wesentlichen von der Hardwareeffizienz und der Netzwerk-Hashrate abhängt.
Investitionsauswirkungen und der weitere Weg
China verfügt über massive Überschüsse an erneuerbaren Energien, insbesondere an Wasserkraft in Sichuan und an Windkraft in der Inneren Mongolei. Theoretisch könnten diese Ressourcen den Bergbaubetrieb zu einem Bruchteil der Kosten für fossile Brennstoffe unterstützen. In der Praxis bleibt eine Aufhebung des chinesischen Bergbauverbots angesichts der aktuellen politischen Haltung Pekings höchst zweifelhaft.
Die Wettbewerbslandschaft verändert sich in Echtzeit. Für Anleger, die börsennotierte Bergbauunternehmen bewerten, sollten folgende Kennzahlen im Auge behalten werden: Stromkosten pro Kilowattstunde, Flotteneffizienz gemessen in Joule pro Terahash und Bilanzstabilität.