Crypto Long & Short: Asiens regulierte Krypto-Zukunft

Im heutigen Newsletter skizziert Hassan Ahmed den Stand von Krypto, Stablecoins und Vorschriften in Asien und vergleicht das Wachstum klar mit den Regionen.
Anschließend beantwortet Xin Yan, CEO von Sign, in „Ask an Expert“ Fragen zur Einführung von Kryptowährungen und Stablecoins in Asien.
Krypto-Einführung in Asien: Was Berater wissen müssen
Die Realität von Krypto in Asien
Die Vorstellung, dass Asien ein aufstrebender Markt ist, der versucht, im Kryptobereich aufzuholen, ist überholt. Tatsächlich ist Asien einer der am stärksten integrierten Märkte für digitale Vermögenswerte. Schon heute integrieren Gerichtsbarkeiten in ganz Asien digitale Vermögenswerte wie Stablecoins in die Finanzinfrastruktur für Zahlungen, Abwicklung, Treasury und Überweisungen und behandeln sie als mehr als nur spekulative Handelsinstrumente.
Der deutlichste Beweis ist der Stablecoin-Fluss in der Region. Auf Asien entfielen im Jahr 2025 12,5 Billionen US-Dollar an Stablecoin-Transaktionsvolumen, ein Anstieg von 67 % gegenüber 7,5 Billionen US-Dollar im Jahr zuvor, der höchste Wert aller Regionen weltweit. Dieses Volumen stammte nicht aus spekulativem Handel. Es spiegelt den echten Nutzen wider, da Unternehmen und Privatpersonen Stablecoins nutzen, um Geld schneller und kostengünstiger über Grenzen hinweg zu bewegen.
Singapur als Fallstudie
Singapur ist ein gutes Beispiel dafür, wie ein gut geführtes Rahmenwerk in der Praxis aussieht. Eine von Coinbase und MoneyHero Group durchgeführte Studie ergab, dass 61 % der finanzorientierten Singapurer mittlerweile Krypto besitzen. Unter diesen Krypto-Inhabern verdoppelte sich der Besitzanteil der Generation Z in einem einzigen Jahr von 18 % auf 36 %. Dies steht in krassem Gegensatz zu den Anfängen, als sich die Eigentümerschaft auf Technikbegeisterte und Erstanwender konzentrierte.
Dies geschah nicht zufällig. Singapur baute über einen Zeitraum von fast einem Jahrzehnt bewusst eine regulatorische Startbahn auf, bei der Regulierungsbehörden und Industrie in jeder Phase Hand in Hand gingen. Bereits 2016 startete Singapur das Projekt Ubin für frühe Tests der Blockchain-Infrastruktur und etablierte später mit dem Payment Services Act einen Lizenzrahmen für digitale Zahlungstoken. Im Jahr 2019 folgten institutionelle DeFi-Pilotprojekte mit Project Guardian im Jahr 2022 und zuletzt BLOOM im Jahr 2025 zur Vertiefung der institutionellen Infrastruktur.
Das Ergebnis ist ein Markt, in dem regulatorische Klarheit, institutionelle Infrastruktur und Branchenteilnehmer synchron agieren. Die Auswirkungen sind bereits sichtbar. Singapur ist die Heimat von über 700 Fintech-Unternehmen und mehr als 300 Web3-Unternehmen mit institutionellen Krypto-Handelsvolumina in zweistelliger Milliardenhöhe. Singapur ist weniger ein Ausreißer als vielmehr eine Vorschau auf das, worauf andere Märkte hinarbeiten.
Bedeutende Anwendungsfälle in ganz Asien
Auch die Akzeptanz in ganz Asien ist strukturell unterschiedlich. Während andere Regionen dazu neigen, sich auf einen einzigen Anwendungsfall zu konzentrieren, sind asiatische Märkte in verschiedenen Bereichen führend, die durch ihr regulatorisches Umfeld und ihre Wirtschaftsstrukturen geprägt sind. Diese Breite spiegelt wider, wie Krypto als vielseitige Finanzinfrastruktur funktioniert. Hongkong, Korea und Indien sind Paradebeispiele dafür, wie die Adoption unterschiedliche Formen annehmen kann.
Hongkong hat sich durch gezielte Pilotprogramme und klare Vorschriften als Drehscheibe für institutionelle Aktivitäten im Bereich digitaler Vermögenswerte positioniert. Im Jahr 2024 wurden Spot-Bitcoin- und Ether-ETFs zugelassen, die institutionellen Anlegern erstmals einen direkten, regulierten Zugang zu Kryptowährungen ermöglichen. Anfang 2026 wurden zwei Stablecoin-Lizenzen an von HSBC und Standard Chartered geführte Gruppen vergeben. Dies ist ein Signal dafür, dass Hongkongs Ökosystem für digitale Vermögenswerte etablierte Finanzinstitute als aktive Teilnehmer und nicht nur als Beobachter willkommen heißt.
Indien stellt eine andere Art der Adoption dar: angetrieben durch wirtschaftliche Notwendigkeit und nicht durch institutionelle Infrastruktur. Mit rund 119 Millionen Kryptonutzern verfügt Indien über die größte Nutzerbasis der Welt, die zu über 100 Milliarden US-Dollar an jährlichen Überweisungen beiträgt. Möglich macht dies die digitale Basis des Landes. Das Unified Payments Interface (UPI) verarbeitet über 20 Milliarden Transaktionen pro Monat, und eine große Basis an Smartphone-Nutzern hat es ermöglicht, dass sich die Krypto-Einführung weit über die Großstädte hinaus in weitere Teile des Landes ausbreitet.
Korea zeichnet sich durch seine Einzelhandelsbeteiligung aus. Etwa 33 % der koreanischen Erwachsenen besitzen Krypto, etwa doppelt so viel wie in den USA, während das Handelsvolumen an den koreanischen Börsen Ende 2025 etwa 1,76 Billionen Won erreichte. Dies ist ein Beweis dafür, dass der Krypto-Handel für einen erheblichen Teil der Bevölkerung zu einem gängigen Finanzverhalten geworden ist. Die koreanischen Regulierungsbehörden treiben diese Forderung voran, während sie daran arbeiten, einem Markt Struktur zu verleihen, der bereits über das Early-Adopter-Stadium hinaus gereift ist.
Zukunftsaussichten
Die nächste Phase ist die Interoperabilität, nicht nur die Einführung oder Regulierung. Asien hat bereits strenge Vorschriften eingeführt und eine gute Basis institutioneller und privater Anwender aufgebaut. Doch isolierte Märkte bleiben ein Engpass. Die nächste Wachstumsphase hängt von der Koordinierung zwischen den Gerichtsbarkeiten ab. Ein einheitlicher Rahmen würde es Geldern und Nutzern ermöglichen, sich freier über Grenzen hinweg zu bewegen, wodurch die Spannungen verringert würden, die derzeit das Potenzial der Region einschränken.
Der bevorstehende CLARITY Act wird einen neuen globalen Maßstab setzen. Wann