Das Flaggschiff der Kryptowährung überschreitet die Schwelle von 78.000 US-Dollar, doch technische Indikatoren werfen Fragen zu seiner langfristigen Stabilität auf.

Bitcoin hat die 78.000-Dollar-Marke zurückerobert und damit eine Preiszone erreicht, die es zuletzt am 17. April und erneut am 22. April berührt hatte, nachdem es zuvor am 3. Februar innerhalb dieser Spanne gehandelt hatte.
Der Schritt hat die optimistische Stimmung auf dem gesamten Markt neu entfacht, wobei die Erwartungen auf einen möglichen Anstieg in Richtung 80.000 US-Dollar steigen. Die zugrunde liegenden Daten deuten jedoch darauf hin, dass der Rallye möglicherweise die strukturelle Unterstützung fehlt, die typischerweise zu Beginn anhaltender Bullenzyklen zu beobachten ist.
Das fraktale Muster hält den Bullenmarkt in Schach
Das historische Verhalten in der Kette, insbesondere die Beziehung zwischen kurzfristigen Inhabern (STH) und langfristigen Inhabern (LTH) von Bitcoin [BTC], signalisiert weiterhin Vorsicht.
Daten von Alphractal zeigen, dass der realisierte Preis von STH weiterhin über dem von LTH liegt. In früheren Marktzyklen kam es erst zu einem bestätigten Aufwärtstrend, nachdem der realisierte STH-Preis unter das LTH-Niveau fiel – ein Übergang, der eine stärkere langfristige Akkumulation und einen geringeren kurzfristigen Druck widerspiegelt.
Quelle: Alpharactal
Dieses Muster ist über mehrere Zyklen hinweg konsistent aufgetreten, hat sich jedoch in der aktuellen Marktstruktur nicht gebildet. Die anhaltende Kluft zwischen beiden Kennzahlen deutet darauf hin, dass unter der Oberfläche immer noch rückläufige Bedingungen bestehen könnten.
Marktanalyst Joao Pedro wies darauf hin, dass es noch mehrere Wochen dauern könnte, bis der Markt einen klaren Übergang aus der Bärenphase vollzieht. Er fügte hinzu, dass die jüngste Bewegung ein niedrigeres Hoch darstellen und Raum für einen weiteren Abwärtstrend schaffen könnte.
Dieser Bärenmarkt könnte noch etwas länger dauern. Ich glaube, dass es noch mindestens 5–6 Monate dauern werden.
Erste Anzeichen einer möglichen Verschiebung
Obwohl es keinen bestätigten bullischen Crossover gibt, deuten einige Indikatoren darauf hin, dass sich Bedingungen für eine Erholung entwickeln könnten.
Das LTH-STH-Verhältnis der ausgegebenen Produktionsgewinne (SOPR) tendiert nach unten und nähert sich dem neutralen Schwellenwert um 1,0, wobei der aktuelle Wert bei etwa 1,07 liegt. Historisch gesehen spiegelt diese Spanne eine Abkühlungsphase des Marktes wider, in der Gewinnmitnahmen nachlassen und der Verkaufsdruck nachlässt.
Quelle: CryptoQuant
Ein Rückgang unter 1,0 markierte in vergangenen Zyklen lokale Tiefststände und ging einer stärkeren Aufwärtsdynamik voraus. Dadurch befindet sich der Markt in einem Übergangszustand, in dem sich Stabilität abzeichnet, ein weiterer Abwärtstrend jedoch nicht ausgeschlossen werden kann.
Die schwache Bitcoin-Netzwerkaktivität mahnt zur Vorsicht
Die Fundamentaldaten in der Kette weichen weiterhin von der Preisentwicklung ab, was die Besorgnis über die Nachhaltigkeit der Rallye verstärkt.
Die Netzwerkaktivität ist trotz steigender Bitcoin-Preise zurückgegangen, was darauf hindeutet, dass die Bewegung möglicherweise eher auf spekulative Nachfrage als auf organisches Wachstum zurückzuführen ist. Eine geringere Transaktionsaktivität und ein geringeres Nutzerengagement deuten häufig auf eine schwächere zugrunde liegende Unterstützung für Preisausweitungen hin.
Daten von CryptoQuant zeigen, dass die Zahl der aktiven Adressen von etwa 663.000 am 17. April auf etwa 620.000 in den letzten 24 Stunden gesunken ist. Insgesamt ist die Aktivität von etwa 865.000 im Februar zurückgegangen, was den Abwärtstrend bei der Netzwerkbeteiligung verstärkt.
Quelle: CryptoQuant
Diese Divergenz zwischen Preis und On-Chain-Nachfrage erhöht das Risiko, dass Bitcoin über seinem Grundwert gehandelt wird, was die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur erhöht, bevor sich ein nachhaltigerer Aufwärtstrend durchsetzen kann.
Abschließende Zusammenfassung
Die Wiedereroberung von 78.000 US-Dollar durch Bitcoin hat die optimistische Stimmung wiederbelebt, aber der Bewegung fehlt eine starke strukturelle Bestätigung eines neuen Zyklus.
Ein Rückgang des SOPR unter 1,0 könnte auf einen lokalen Tiefpunkt und ein stärkeres Aufwärtspotenzial basierend auf vergangenen Zyklen hinweisen.