Die Giganten des digitalen Zahlungsverkehrs stellen sich ein Blockchain-Rückgrat für künftige Transaktionen vor, verraten Branchenführer auf einer großen Konferenz.

In einer zentralen Diskussion auf der Consensus Miami-Konferenz von CoinDesk am Donnerstag beleuchteten hochrangige Führungskräfte von Google Cloud und PayPal die bevorstehende Revolution im Internethandel, die durch die Integration von Kryptowährung und künstlicher Intelligenz vorangetrieben wird. Laut Richard Widmann, Global Head of Web3 Strategy bei Google Cloud, ist das aktuelle Online-Erlebnis für autonome Agenten nicht förderlich, da sie aufgrund inhärenter technologischer und regulatorischer Hürden keinen Zugriff auf traditionelle Banksysteme haben. Andererseits bietet Kryptowährung eine nahtlose und maschinenlesbare Schnittstelle für Transaktionen, was sie zu einer idealen Lösung macht.
Um diese Lücke zu schließen, hat Google Cloud das Agentic Payments Protocol (AP2) eingeführt, ein Open-Source-Protokoll, das der FIDO Foundation zur Verfügung gestellt wurde, an der über 120 Partner, darunter PayPal, beteiligt sind. Diese Initiative erinnert an den internetnativen Zahlungsstandard x402, der der Linux Foundation gespendet wurde. Widmann betonte die Bedeutung eines offenen Dialogs und von Standards als Grundlage für zukünftiges Wachstum.
May Zabaneh, Senior Vice President und General Manager of Crypto bei PayPal, schloss sich Widmanns Ansichten an und betonte die Bemühungen des Unternehmens, sich an die sich entwickelnde Handelslandschaft anzupassen. Sie wies darauf hin, dass PayPal nach dem Übergang des Unternehmens vom Offline- zum Online-Handel zum mobilen Handel Agenten als nächsten wichtigen Kanal betrachtet. Der Stablecoin des Unternehmens, PYUSD, wird bei diesem Wandel eine entscheidende Rolle spielen, insbesondere da der globale Handel zunehmend mit KI-gesteuerten Erfahrungen und tokenisierten Vermögenswerten verknüpft wird.
Eine kürzlich von PayPal durchgeführte Umfrage ergab, dass unglaubliche 95 % der Händler inzwischen KI-Agentenverkehr auf ihren Websites verzeichnen, doch nur 20 % haben maschinenlesbare Kataloge implementiert. Zabaneh betonte die Notwendigkeit für Händler, sich auf diese neue Ära vorzubereiten, und zog Parallelen zum Übergang von Offline- zu Online-Shops, wo Händler ihre Produkte nun in Formaten anbieten müssen, die für Agenten lesbar sind.
Auch die Frage der Haftung rückte in den Vordergrund, wobei Zabaneh einräumte, dass sich die Branche mit der Frage der Haftung auseinandersetzen muss, wenn ein Makler einen problematischen Kauf tätigt. Widmann wies darauf hin, dass die Mehrparteienverwahrung zu einem entscheidenden Bestandteil des Agentendesigns wird, da Google seine Cloud-KMS-Plattform erweitert, um die Verwahrung von Kryptowährungen zu unterstützen. Er schlug vor, dass Agenten nur einen Teil des privaten Schlüssels und nicht den gesamten besitzen sollten, um einseitige Aktionen zu verhindern.
Auf die Frage nach ihren Bedenken nannte Widmann die Herausforderung, Agenten in bestehende Kapitalmärkte und Infrastruktur zu integrieren, als große Hürde. Zabaneh hingegen äußerte ihre beruflichen Bedenken hinsichtlich des Vertrauens, während sie persönlich gerne die Vorteile der Agententechnologie in ihrem täglichen Leben erleben möchte. Die Konferenz hob die bedeutenden Fortschritte hervor, die an der Schnittstelle von Kryptowährung, KI und Handel erzielt wurden, wobei Branchenführer wie Google Cloud und PayPal an der Spitze dieser Revolution stehen.