Exklusiv: Das indische Parlament trifft Binance und WazirX zu Kryptoregeln, wie Experten es als historischen Wandel bezeichnen

Indiens Ständiger Finanzausschuss traf sich am 20. Mai im Nebengebäude des Parlamentsgebäudes in Neu-Delhi, um mündliche Aussagen von Vertretern von ZebPay, Binance und WazirX zum Thema virtuelle digitale Vermögenswerte und das weitere Vorgehen anzuhören.
Die Anhörung stellt eine der bisher formellsten Verhandlungen zwischen Indiens Gesetzgebungsapparat und der globalen Kryptoindustrie dar, nachdem jahrelange regulatorische Unklarheiten dazu geführt hatten, dass ein erhebliches Handelsvolumen auf Offshore-Plattformen verlagert wurde.
Die Steuer, die das Offshore-Volumen steigerte
Indien führte im Jahr 2022 eine Pauschalsteuer von 30 % auf Kryptogewinne ohne Verlustausgleichsregelung sowie eine TDS von 1 % auf jede Transaktion ein. Die Maßnahmen haben die Adoption nicht unterdrückt. Sie haben es umgeleitet. Börsen außerhalb der indischen Gerichtsbarkeit absorbierten das Volumen und entfernten es gleichzeitig aus der indischen Steuererhebung und dem indischen Verbraucherschutzrahmen.
Die Lok Sabha-Sitzung stellt die Erkenntnis dar, dass Entmutigung nicht funktioniert hat und dass strukturiertes Engagement der produktivere Weg ist.
Exklusiv: Pi42-CEO spricht mit Coinpedia
Avinash Shekhar, Mitbegründer und CEO von Pi42, sprach mit Coinpedia über die Bedeutung der Parlamentssitzung am Mittwoch.
„Indiens Einbeziehung großer globaler und inländischer Kryptoplattformen in formelle politische Diskussionen ist ein bedeutender Schritt für die langfristige Entwicklung der Branche“, sagte Shekhar. „Es signalisiert, dass sich die Diskussion allmählich von der Unsicherheit hin zu einem strukturierten Engagement zwischen politischen Entscheidungsträgern und dem Ökosystem verlagert.“
Shekhar sagte, die Größe der bestehenden Nutzerbasis Indiens mache eine klare Regelung der Vorschriften immer dringlicher. „Indien verfügt bereits über eine der weltweit größten Nutzergruppen für digitale Vermögenswerte, und da die Beteiligung weiter zunimmt, wird die Klarheit der Vorschriften für den Anlegerschutz, die Markttransparenz und verantwortungsvolle Innovation immer wichtiger.“
Er beschrieb den praktischen Wert des direkten Dialogs zwischen politischen Entscheidungsträgern und Praktikern. „Diese Diskussionen können politischen Entscheidungsträgern helfen, besser zu verstehen, wie Bereiche wie Compliance, Verwahrung, Besteuerung, Cybersicherheit und grenzüberschreitende Transaktionen in der Praxis funktionieren. Sie bieten auch die Möglichkeit, Rahmenbedingungen zu schaffen, die auf Indiens Finanzprioritäten abgestimmt sind, und gleichzeitig von globalen Regulierungsmodellen zu lernen.“
Wenn es darum ging, den Rahmen richtig zu gestalten, war Shekhar direkt. „Ein ausgewogener und klar definierter Rahmen würde das Vertrauen zwischen Nutzern, Institutionen und Unternehmen stärken und gleichzeitig mehr Innovation und Liquidität fördern, um innerhalb regulierter indischer Plattformen zu bleiben, anstatt ins Ausland zu verlagern.“
Die Herausforderung der Compliance-Infrastruktur
Die Regulierungsdiskussion in Indien geht über Krypto allein hinaus. Raghuveer Kancherla, Mitbegründer des Compliance-Infrastrukturunternehmens Sprinto, sagte gegenüber Coinpedia, dass das breitere Fintech-Regulierungsumfeld die Herausforderung für Unternehmen, die in mehreren Branchen gleichzeitig tätig sind, verschärft.
„Indiens Fintech-Regulierungsumfeld ist sowohl komplex als auch schnelllebig“, sagte Kancherla. „RBI, SEBI, DPDP und neue Krypto-Frameworks bedeuten, dass sich die Regeln für diese Unternehmen in Echtzeit ändern. Für Unternehmen, die in den Bereichen Zahlungen, digitale Vermögenswerte und Kredite tätig sind, sind dies mehrere Compliance-Herausforderungen, die sich gleichzeitig verschärfen.“
Er beschrieb die betriebliche Belastung, die dadurch für wachsende Unternehmen entsteht. „Jedes neue Framework vergrößert die Oberfläche. Jeder Audit-Zyklus erzeugt Widerstand. Teams, die versuchen, dies manuell zu verwalten, verbringen mehr Zeit mit Compliance-Vorgängen als mit dem Unternehmen selbst.“
Kancherla argumentierte, dass das Tempo der regulatorischen Änderungen das manuelle Compliance-Management völlig übersteigt. „Manuelles GRC wurde für dieses Tempo nicht entwickelt. Autonomes GRC ist die einzige Möglichkeit, Schritt zu halten, indem es kontinuierlich überwacht, sich in Echtzeit anpasst und Compliance als Infrastruktur und nicht als Overhead behandelt.“