Jerome Powell von der Federal Reserve verteidigt die Unabhängigkeit der Zentralbank trotz des Drucks von Trump

Präsident Donald Trump hat seine Kampagne gegen Fed-Chef Jerome Powell auf ein Niveau eskaliert, das den Märkten wirklich Unbehagen bereitet. Trump erklärte, er würde Powell entlassen, wenn er nicht zurücktrete, und schlug als Ersatz den ehemaligen Fed-Gouverneur Kevin Warsh vor. Die Bedrohung stellt die direkteste Herausforderung für die Unabhängigkeit der Federal Reserve in der modernen amerikanischen Geschichte dar.
Trump hat sowohl während seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 als auch jetzt immer wieder auf niedrigere Zinssätze gedrängt. Sein Argument ist einfach: Billigeres Geld stimuliert die Wirtschaft. Powells Gegenargument ist ebenso eindeutig: Die Fed trifft ihre Entscheidungen auf der Grundlage von Daten und nicht auf der Grundlage von Forderungen des Oval Office.
Das Justizministerium schloss seine Ermittlungen gegen Powell am 27. April 2026 ab. Der Zeitpunkt, der mit den Bemühungen der Republikaner zusammenfiel, Warsh bei der Fed zu installieren, ist den Marktteilnehmern nicht unbemerkt geblieben. Viele interpretierten die Sequenz als ein politisches Manöver, das den Weg für einen Führungswechsel freimachen sollte.
Powell steuerte die Fed durch die COVID-19-Pandemie, den darauf folgenden Inflationsanstieg und eine regionale Bankenkrise, die zu etwas viel Schlimmerem zu werden drohte.
Bei früheren Zusammenstößen zwischen Trump und Powell überstieg Bitcoin im Januar 2026 die 92.000-Dollar-Marke. Der Schritt spiegelte die wachsende Meinung der Anleger wider, dass dezentrale Vermögenswerte als Absicherung gegen die Risiken dienen könnten, die durch die eingeschränkte Autonomie der Fed entstehen.
Bitcoin hat keinen Stuhl, der gefeuert werden kann. Seine Geldpolitik, wenn man es so nennen kann, ist in Code geschrieben. Der Lieferplan ändert sich nicht, weil um 6 Uhr morgens jemand darüber twittert.
Kryptoanalysten argumentieren, dass anhaltender politischer Druck auf die Fed die Einführung dezentraler Vermögenswerte beschleunigen könnte. Die These lautet nicht, dass Bitcoin morgen den Dollar ersetzen wird. Denn jedes Mal, wenn die Unabhängigkeit traditioneller Geldinstitute in Frage gestellt wird, werden die Argumente dafür, einen Teil eines Portfolios in Vermögenswerten außerhalb dieses Systems zu halten, ein wenig stärker.