Fidelity: Bitcoin gewinnt Goldinvestoren zurück

Laut einer aktuellen Analyse von Jurrien Timmer, Director of Global Macro bei Fidelity Investments, zeigen die Ströme börsengehandelter Produkte (ETPs) deutlich, dass Anleger, die Bitcoin Ende 2025 aufgegeben haben, zur Kryptowährung zurückkehren.
Marktdaten deuteten auf einen massiven Stimmungsumschwung hin, als Bitcoin im Oktober seinen Höhepunkt erreichte. Investoren zogen sich aus digitalen Vermögenswerten zurück und sprangen auf den „Goldzug“ auf. Allerdings kehrt sich dieser Trend nun um.
„Jetzt, da Gold sein Potenzial verloren hat, während Bitcoin Fuß fasst, haben sich die Ströme umgekehrt“, bemerkte Timmer und verwies auf die jüngste Divergenz in der Dynamik der beiden Vermögenswerte. „Für mich ist dies eine gute Möglichkeit, darüber nachzudenken, warum Gold begonnen hat, sich wie Bitcoin zu verhalten, und warum Bitcoin begonnen hat, sich wie Gold zu verhalten.“
„Milder Winter“
Im Oktober erreichte Bitcoin Ende letzten Jahres schwindelerregende Höhen von über 124.000 US-Dollar. Seitdem erlebte die Kryptowährung einen starken Rückgang und erreichte schließlich ihren Tiefpunkt nahe der 60.000-Dollar-Marke.
Für Timmer ist dieser geringfügige Rückgang ein „milder Winter“. Der Vermögenswert konsolidiert sich nun, findet starke Unterstützung und bereitet sich offenbar auf einen weiteren Schritt vor.
„Bitcoin hält weiterhin an der Spanne von 65.000 bis 70.000 US-Dollar fest und versucht, nach dem milden Winter eine Basis von 126.000 bis 60.000 US-Dollar zu schaffen“, bemerkte er.
„Der Fidelity-Manager hat hinzugefügt, dass das aktuelle Niveau durch die technischen Daten (frühere Höchststände) sowie das Bitcoin/Gold-Verhältnis und die Abweichung von Bitcoin von seiner Potenzgesetzkurve gestützt wird“, sagte Timmer.
Die überraschende Schwäche von Gold
Nach einem katastrophalen Jahr hatte Gold zu kämpfen, was eine ziemlich überraschende Entwicklung ist. Normalerweise gedeihen Edelmetalle in Zeiten globaler Unsicherheit, doch Gold hat es in letzter Zeit nicht geschafft, aus den internationalen Spannungen Kapital zu schlagen.
„Gold war in letzter Zeit überraschend schwach und hat sich nicht so verhalten, wie man es bei einem geopolitischen Schock erwarten würde“, stellte Timmer fest.
Laut Timmer ist diese Underperformance auf zwei Hauptfaktoren zurückzuführen. Erstens gibt es eine „Stimmungsumkehr unter der Masse des schnellen Geldes“, die sich ursprünglich in Gold gestürzt hatte, als es letztes Jahr den Schwung von Bitcoin erfasste. Zweitens hat der geopolitische Druck bestimmte Länder gezwungen, ihre Reserven aufzulösen.
Dennoch behält Timmer seinen positiven langfristigen Ausblick für das Edelmetall bei. „Für mich ist es eine Anhäufung von Gold auf dem aktuellen Niveau wert, da der säkulare Trend nach oben tendiert“, schloss er.