Frankreich stellt neue Sicherheitsmaßnahmen zur Bekämpfung von Krypto-Entführungen vor

Jean-Didier Berger, Frankreichs Innenminister, hat angekündigt, dass die Regierung Notfallprotokolle einführt, um Inhaber digitaler Vermögenswerte vor einem gewaltsamen Anstieg gezielter Entführungen und physischer Erpressungen zu schützen.
RTL, eine lokale Nachrichtenagentur, berichtet, dass französische Behörden seit Anfang 2026 41 kryptobezogene Entführungen dokumentiert haben, was einem Durchschnitt von einem Angriff alle 2,5 Tage entspricht.
Der Anstieg der körperlichen Gewalt folgt auf ein Jahr, in dem Frankreich zum weltweiten Spitzenreiter bei „Schraubenschlüsselangriffen“ wurde, einem Begriff für Verbrechen, bei denen Opfer angegriffen oder mit der Erzwingung der Herausgabe digitaler Schlüssel bedroht werden.
Nach Angaben der Cybersicherheitsplattform CertiK verzeichnete Frankreich im Jahr 2025 19 solcher bestätigten Fälle, was zu einem Trend beitrug, bei dem mittlerweile fast 40 % dieser Vorfälle weltweit auf Europa entfallen.
Schutzmaßnahmen und zunehmende Gewalt
Berger erklärte in seiner Rede auf der Paris Blockchain Week, dass sein Büro bereits vorbeugende Maßnahmen umgesetzt habe, darunter eine spezielle Sicherheitsplattform, die bereits Tausende von Anmeldungen verzeichnet habe.
Derzeit arbeitet er mit Innenminister Laurent Nuñez an einer umfassenderen Strategie, die in den kommenden Wochen vorgestellt werden soll. Das Eingreifen der Regierung erfolgt, da kriminelle Netzwerke zunehmend die Familien digitaler Unternehmer ins Visier nehmen.
Anfang dieser Woche wurden in Burgund eine Mutter und ihr 11-jähriges Kind von vier Verdächtigen entführt, die vom Vater, einem Kryptowährungsunternehmer, ein Lösegeld in Höhe von 400.000 Euro (471.000 US-Dollar) forderten.
Während die Opfer am Dienstagmorgen sicher freigelassen und die Verdächtigen festgenommen wurden, verdeutlicht der Fall die wachsende Gefahr für die Branche.
In anderen aktuellen Fällen geht es um Kriminelle, die sich als Polizisten ausgeben, um Bitcoin im Wert von einer Million US-Dollar zu stehlen, sowie um die Entführung einer Richterin und ihrer Mutter im Februar, um einen im Kryptosektor tätigen Partner zu erpressen.
„Die Behörden ergreifen Maßnahmen, um Kryptowährungsinvestoren vor der wachsenden Bedrohung durch Krypto-Entführungen und Schraubenschlüsselangriffe im Land zu schützen“, bemerkte Berger und betonte, dass der Staat seinen Fokus auf die physische Sicherheit der Blockchain-Community verlagert.