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Führende Vertreter der französischen Kryptoindustrie drängen auf eine dringende Gesetzgebung zur Stablecoin-Zahlung

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Führende Vertreter der französischen Kryptoindustrie drängen auf eine dringende Gesetzgebung zur Stablecoin-Zahlung

Drei prominente Persönlichkeiten aus dem französischen Kryptowährungssektor haben gemeinsam den Gesetzgeber aufgefordert, der Schaffung eines Rechtsrahmens für Stablecoin-Zahlungen Vorrang einzuräumen, und warnten davor, dass das Land in der globalen digitalen Wirtschaft ins Hintertreffen geraten könnte. Ihr in der französischen Tageszeitung Le Monde veröffentlichter Leitartikel argumentiert, dass die aktuellen Steuergesetze veraltet seien und aktiv von der Verwendung von Euro-gestützten Stablecoins für alltägliche Transaktionen abraten.

Warum Stablecoin-Zahlungen einen rechtlichen Rahmen brauchen

Die Autoren, deren Identität im ersten Bericht nicht bekannt gegeben wurde, betonten, dass der Aufstieg von KI-Agenten, die Transaktionen online durchführen, Stablecoins bereits zu einer bevorzugten Zahlungsmethode gemacht habe. Sie argumentieren, dass das französische Steuersystem, das Stablecoin-Transfers als steuerpflichtige Ereignisse behandelt, irrational sei, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) regulierungskonforme Stablecoins gesetzlich als elektronisches Geld anerkennt. Der Kommentar verglich die derzeitige steuerliche Behandlung mit der Erhebung einer Gebühr für jedes Mal, wenn ein Benutzer Geld von einem PayPal-Konto auf ein Bankkonto überweist.

Nach geltendem französischem Recht kann die Umrechnung von Stablecoins in Euro Kapitalertragssteuern auslösen, selbst wenn es sich bei der Transaktion um eine einfache Zahlung für Waren oder Dienstleistungen handelt. Diese Struktur, so behaupten die Autoren, schafft einen perversen Anreiz für französische Investoren und Unternehmen, ihre Gewinne in Stablecoins zu halten, anstatt sie in Fiat-Währung umzuwandeln, was die Einführung digitaler Zahlungen erschwert.

Europäischer Kontext und regulatorischer Fortschritt

Der Ruf nach gesetzgeberischen Maßnahmen kommt, da die Verordnung der Europäischen Union über Märkte für Krypto-Assets (MiCA) in allen Mitgliedstaaten umgesetzt wird. MiCA bietet einen umfassenden Rahmen für Stablecoin-Emittenten, einschließlich Anforderungen an Reserven, Transparenz und Verbraucherschutz. Es geht jedoch nicht direkt auf die steuerliche Behandlung von Stablecoin-Transaktionen ein, die weiterhin in die nationale Zuständigkeit fällt.

Frankreich hat die Kryptoregulierung relativ proaktiv übernommen und 2019 einen eigenen Rechtsrahmen für Digital Asset Service Providers (DASPs) eingeführt. Der Kommentar weist jedoch darauf hin, dass diese Bemühungen ohne eine entsprechende Steuerreform Gefahr laufen, untergraben zu werden. Die Autoren verwiesen auf Jurisdiktionen wie die Schweiz und Singapur, in denen Stablecoin-Zahlungen günstiger behandelt werden, als Beispiele für Länder, die bereits die Infrastruktur für eine Stablecoin-basierte Wirtschaft aufbauen.

Auswirkungen auf Unternehmen und Verbraucher

Für französische Unternehmen, insbesondere solche, die im E-Commerce, grenzüberschreitenden Handel oder bei digitalen Dienstleistungen tätig sind, führt das Fehlen eines klaren Rechtsrahmens für Stablecoin-Zahlungen zu Unsicherheit. Unternehmen, die Stablecoins akzeptieren, sind mit komplexen Steuermeldepflichten konfrontiert, während Verbraucher davon abgeschreckt werden, eine Zahlungsmethode zu verwenden, die unerwartete Steuerschulden auslösen könnte.

Der Leitartikel hob auch die wachsende Rolle von KI-Agenten in der Wirtschaft hervor. Diese automatisierten Systeme, die Transaktionen unabhängig aushandeln und ausführen können, stützen sich aufgrund ihrer Programmierbarkeit und niedrigen Transaktionskosten häufig auf Stablecoins für die Abwicklung. Ohne einen rechtlichen Rahmen, der diesen Anwendungsfall berücksichtigt, riskiert Frankreich, seinen Wettbewerbsvorteil im KI- und Fintech-Sektor zu verlieren.

Fazit

Die dringende Forderung der französischen Kryptoindustrie nach einer Gesetzgebung für Stablecoin-Zahlungen spiegelt ein breiteres Spannungsverhältnis zwischen Innovation und Regulierung wider. Während die Anerkennung konformer Stablecoins als E-Geld durch die EZB eine rechtliche Grundlage bietet, ist eine Steuerreform unerlässlich, um ihr Potenzial für den täglichen Gebrauch freizusetzen. Während sich die globale Stablecoin-Infrastruktur weiter entwickelt, steht Frankreich vor der Wahl: seinen Rechtsrahmen an die digitale Wirtschaft anzupassen oder zuzusehen, wie Unternehmen und Talente in günstigere Rechtsordnungen abwandern. Der Kommentar dient als klare Warnung, dass sich das Zeitfenster für Maßnahmen verengt.

FAQs

F1: Was ist ein Stablecoin? Ein Stablecoin ist eine Art Kryptowährung, die darauf ausgelegt ist, einen stabilen Wert aufrechtzuerhalten, indem sie an einen Reservewert wie den Euro oder den US-Dollar gekoppelt wird. Regulierungskonforme Stablecoins werden von der Europäischen Zentralbank als elektronisches Geld anerkannt.

F2: Warum schreckt das derzeitige Steuersystem Frankreichs von Stablecoin-Zahlungen ab? Nach geltendem französischem Recht kann die Umrechnung von Stablecoins in Euro als steuerpflichtiger Vorgang behandelt werden, der eine Kapitalertragssteuer auslöst. Dies bedeutet, dass die Verwendung eines Stablecoins zur Bezahlung eines Kaffees oder eines Abonnements zu einer steuerlichen Meldepflicht führen könnte, was bei der Verwendung herkömmlicher Euro nicht der Fall ist.

F3: In welcher Beziehung steht die MiCA-Verordnung der EU zu Stablecoin-Zahlungen? MiCA bietet einen Regulierungsrahmen für Stablecoin-Emittenten, der Bereiche wie Reserven, Transparenz und Verbraucherschutz abdeckt. Es geht jedoch nicht auf die steuerliche Behandlung von Stablecoin-Transaktionen ein, die weiterhin in der Zuständigkeit einzelner EU-Mitgliedstaaten wie Frankreich liegt.

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