Geopolitische Unsicherheiten und die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten können die Goldpreise nicht beeinflussen

Inhaltsverzeichnis Der Goldmarkt blieb am Donnerstag relativ unverändert, da die Marktteilnehmer den prekären Waffenstillstand zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran genau beobachteten und gleichzeitig wichtige Inflationsdaten aus der US-Wirtschaft erwarteten. Spotgold behielt um 07:16 Uhr GMT seine Position bei 4.715,45 $ pro Unze. Unterdessen verzeichneten die US-Gold-Futures-Kontrakte zur Lieferung im Juni einen Rückgang von 0,8 % und schlossen bei 4.739,40 $. Brian Lan, Geschäftsführer von GoldSilver Central, stellte fest, dass das gelbe Metall im aktuellen Umfeld kaum Anzeichen einer nennenswerten Bewegung zeigt. Er betonte die anhaltende Unsicherheit über die Entwicklung nach der Ankündigung des Waffenstillstands. Laut Lans Analyse dürfte Gold im kommenden Zeitraum in einer Konsolidierungsspanne von 4.607 bis 4.860 US-Dollar gehandelt werden. Das vorübergehende Friedensabkommen zwischen Washington und Teheran bleibt bestenfalls dürftig. Präsident Donald Trump kündigte seine Absicht an, die amerikanische Militärpräsenz in der Region bis zum Abschluss eines umfassenden Friedensabkommens aufrechtzuerhalten. Der Präsident warnte außerdem eindringlich vor einer möglichen größeren Eskalation, sollte Iran die Waffenstillstandsbedingungen nicht einhalten. Zu den jüngsten Entwicklungen gehört, dass Israel am Mittwoch umfangreiche Militärschläge gegen den Libanon durchführte, bei denen Hunderte Menschen ums Leben kamen und der Iran mit Vergeltungsmaßnahmen drohte. Seit Beginn der Feindseligkeiten am 28. Februar verzeichnete der Kassagoldpreis einen Rückgang von über 10 %. Steigende Energiekosten haben die Inflationssorgen verstärkt und dazu geführt, dass die Finanzmärkte die Erwartungen an eine Lockerung der Geldpolitik durch die Zentralbanken zurückgenommen haben. Zinssenkungen unterstützen typischerweise die Goldbewertung, da das Metall keine Erträge generiert. Wenn die Märkte mit einer längeren Periode erhöhter Zinsen rechnen, nimmt das Interesse der Anleger an Gold ab. Die Ölpreise stiegen am Donnerstag aufgrund von Befürchtungen, dass das Angebot im Nahen Osten nicht wieder auf ein normales Niveau zurückkehren könnte. Es besteht weiterhin erhebliche Unsicherheit hinsichtlich der Nachhaltigkeit der zweiwöchigen Waffenstillstandsvereinbarung. Aus dem Protokoll der geldpolitischen Sitzung der Federal Reserve vom 17. und 18. März geht hervor, dass sich die Ausschussmitglieder zunehmend einig sind, Zinserhöhungen zu befürworten. Die Inflationskennzahlen liegen weiterhin über dem 2 %-Ziel der Zentralbank. Diese Entwicklung erzeugt zusätzlichen Gegenwind für Gold, das in Zeiten steigender Zinsen typischerweise eine unterdurchschnittliche Performance aufweist. Der Bericht über die persönlichen Konsumausgaben der USA für Februar soll am Donnerstag um 12:30 Uhr GMT veröffentlicht werden. Die Daten zum Verbraucherpreisindex für März werden am Freitag veröffentlicht. Von diesen Wirtschaftsberichten wird erwartet, dass sie wichtige Erkenntnisse über den künftigen geldpolitischen Kurs der Federal Reserve liefern. Standard Chartered gab am Mittwoch eine Research-Mitteilung heraus, in der es heißt, dass man trotz kurzfristiger Liquiditätsüberlegungen davon ausgeht, dass Gold seine Verluste aufgrund erhöhter geopolitischer Spannungen in den folgenden Monaten wieder wettmachen wird. Bei anderen Edelmetallen sank der Spot-Silberpreis um 0,3 % auf 73,93 $ pro Unze. Platin verzeichnete einen Rückgang um 1,2 % auf 2.005,71 $, während Palladium einen leichten Anstieg um 0,3 % auf 1.558,68 $ verzeichnete.