Innerhalb der Prognosemärkte: Polymarket drängt ins Ausland, während Sporttrade Sportwetten aufgibt

Prognosemärkte erschließen neue Vertriebskanäle schneller, als sich die Regulierungsbehörden darauf einigen können.
Diese Woche drängte Polymarket weiter ins Ausland, während die Frage aufkam, wie das Unternehmen umstrittene Märkte lösen kann. Sporttrade begann mit der Abkehr von staatlichen Sportwettenlizenzen und dem CFTC-Modell. Und die SEC bremste eine Welle von Prognosemarkt-ETFs, die Event-Kontrakte auf Standard-Brokerage-Konten bringen würden.
Der Wettbewerb konzentriert sich nun darauf, welcher Regulierungsrahmen die nächste Phase des Marktes prägen wird. Hier erfahren Sie, worauf es diese Woche ankam.
Polymarket expandiert ins Ausland, während die Unternehmensführung unter Druck gerät
Polymarket drängt weiterhin auf internationale Märkte, auch wenn die Prüfung der Plattform zunimmt. In Indien binden sowohl Polymarket als auch Kalshi trotz eines Bundesverbots und Warnungen des Technologieministeriums des Landes weiterhin Benutzer ein.
Ein indischer Premier-League-Markt im Zusammenhang mit dem Spiel zwischen den Lucknow Super Giants und den Royal Challengers Bengaluru am 7. Mai generierte auf Polymarket und Kalshi ein gemeinsames Handelsvolumen von rund 27,7 Millionen US-Dollar.
In Japan hat Polymarket einen lokalen Vertreter beauftragt, die formelle Genehmigung bis 2030 anzustreben, was als Abkehr vom üblichen Ansatz der Plattform angesehen werden kann, zunächst zu agieren und später die Genehmigung einzuholen.
Gleichzeitig mehren sich die Fragen darüber, wie Polymarket umstrittene Märkte löst. Eine Analyse des Wall Street Journal ergab, dass viele Token-Inhaber, die an UMA-Governance-Abstimmungen teilnahmen, auch auf den Märkten handelten, an deren Schlichtung sie beteiligt waren. Der Bericht zeigte auch, dass die Stimmrechte bei Streitigkeiten auf eine kleine Anzahl von Geldbörsen konzentriert sind.
Beide Entwicklungen weisen auf das gleiche zugrunde liegende Problem hin: Polymarket skaliert weltweit und verlässt sich dabei immer noch auf Governance-Strukturen, die für Aufsichtsbehörden und traditionelle Finanzunternehmen möglicherweise nur schwer zu akzeptieren sind.
Sporttrade gibt Sportwettenlizenzen für das CFTC-Modell auf
Sporttrade stellt den Sportwettenbetrieb in fünf US-Bundesstaaten ein und beantragt die Zulassung als bundesweit regulierte Derivatebörse und Clearingstelle im Rahmen der CFTC.
Das Unternehmen strebt die Registrierung sowohl als Designated Contract Market als auch als Derivatives Clearing Organization an und weicht damit vom bundesstaatlichen Glücksspielrahmen ab, der von traditionellen Sportwettenanbietern verwendet wird.
Die Verschiebung unterstreicht die wachsende Attraktivität der Bundespräemption. Unter der Aufsicht der CFTC können Veranstaltungsverträge unter einer einzigen nationalen Regulierungsstruktur und nicht unter Dutzenden separater staatlicher Regelungen abgewickelt werden.
Der Schritt verschärft auch die Spannungen mit der Glücksspielbranche, die zunehmend argumentiert, dass Prognosemärkte als Sportwetten unter dem Label Derivate funktionieren.
SEC verlangsamt Prognosemarkt-ETFs
SEC-Vorsitzender Paul Atkins hat diese Woche einen formellen öffentlichen Kommentarprozess für vorgeschlagene Prognosemarkt-ETFs von Roundhill, GraniteShares und Bitwise eingeleitet, wodurch sich Produkte verzögerten, deren Einführung ursprünglich im Mai erwartet worden war.
Die Fonds würden es Anlegern ermöglichen, sich über Standard-Brokerage-Konten an Eventverträgen zu beteiligen, die an Wahlen, Wirtschaftsdaten und andere reale Ergebnisse gebunden sind.
Die SEC sucht nach weiteren Antworten zu den Themen Bewertung, Marktmanipulation, Insiderhandel und ob Prognosemärkte für Privatanleger innerhalb der ETF-Struktur geeignet sind.
Der Schritt erweitert auch die regulatorischen Überschneidungen zwischen der SEC und der CFTC. Während die CFTC kürzlich die Compliance-Anforderungen für Prognosemarktbetreiber gelockert hat, geht die SEC vorsichtiger vor, da diese Produkte sich dem Mainstream-Einzelhandelsvertrieb nähern.
Im Falle einer Genehmigung würden die ETFs Prognosemärkte über spezialisierte Plattformen wie Kalshi hinaus in traditionelle Maklernetzwerke verlagern, die von Privatanlegern und Altersvorsorgekonten genutzt werden.
Zitat der Woche
FanDuel-Mitbegründer Nigel Eccles hat sich zu einem der prominentesten Branchenkritiker der Werbetaktiken auf Prognosemärkten entwickelt. Er hat zuvor gewarnt, dass Kalshi „den gleichen Weg wie Juul geht“. Als er diese Woche im Rahmen der Senatsanhörung aussagte, brachte er es gegenüber Front Office Sports klar zum Ausdruck:
„Ich liebe Glücksspiele; ich arbeite in der Glücksspielbranche. Aber ich habe ein großes Problem damit, dass Leute versuchen, Kunden im Grunde genommen in die Irre zu führen, als ob es eine Art finanzielle Befreiung wäre.“
Die Reibung der Woche
Die zentrale Spannung dieser Woche ist die Regulierungsarbitrage. Polymarket expandiert weiterhin international, auch in Märkten, in denen die Regulierungsbehörden bereits zurückgedrängt haben. Sporttrade verlässt den bundesstaatlichen Rahmen für Sportwetten und versucht, sich der bundesstaatlichen Derivateaufsicht zu unterstellen.
ETF-Emittenten möchten Event-Verträge für Privatanleger verpacken, während die SEC fragt, ob diese Verpackung überhaupt angemessen ist. Jeder Fall weist auf das gleiche Problem hin: Prognosemärkte werden durch den Rahmen geleitet, der den klarsten Weg zur Skalierung bietet.
Für Plattformen bietet das CFTC-Modell eine nationale Reichweite. Für die Glücksspielaufsichtsbehörden sieht das nach Sportwetten unter einem anderen Label aus. Für die SEC wirft die ETF-Struktur Fragen zum Anlegerschutz, zur Bewertung und zur Manipulation auf.
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