Der plötzliche Rückzug von Oracle aus dem Blockbuster-Serververtrag schickt Super Micro Computer-Anteile in den freien Fall

Inhaltsverzeichnis Der Donnerstag erwies sich als schwieriger Tag für Super Micro Computer. Die Aktien fielen in den Morgenstunden um etwa 10 % und fielen vom Schlusskurs am Mittwoch von 29,18 $ auf ein Sitzungstief von 26,07 $. Dieser Abschwung kam nach einer einmonatigen Rallye, bei der die Aktie um 35 % zulegte, was die Anfälligkeit für negative Entwicklungen erhöhte. Super Micro Computer, Inc., SMCI Die negativen Entwicklungen machten sich schnell bemerkbar. Laut einem Bericht des unabhängigen Forschungsunternehmens BlueFin Research hat Oracle seine Pläne zur Beschaffung von 300 bis 400 KI-gestützten Server-Racks von Super Micro aufgegeben. Da jedes mit einem Nvidia-Chip ausgestattete Rack einen ungefähren Preis von 3,5 Millionen US-Dollar hat, stellt die abgebrochene Transaktion für Super Micro einen geschätzten Verlust von 1,1 bis 1,4 Milliarden US-Dollar dar. Branchenquellen weisen darauf hin, dass Oracle dieses bedeutende Geschäft auf konkurrierende Hersteller wie Wiwynn, Dell Technologies und Hewlett Packard Enterprise verlagert. Auch die Aktien von Oracle verzeichneten frühe Handelsrückgänge, da die Marktteilnehmer mögliche Rückschläge bei der Expansionsstrategie des Unternehmens für die Cloud-Infrastruktur einschätzten. Der gekündigte Vertrag existiert nicht isoliert. Diese Entwicklung folgt auf bundesstaatliche Strafanzeigen gegen den Mitbegründer Yih-Shyan „Wally“ Liaw, dem vorgeworfen wird, an einer Operation zum illegalen Export eingeschränkter Nvidia-Prozessoren nach China beteiligt gewesen zu sein. Liaw hat sich Anfang des Monats während eines Verfahrens vor einem Bundesgericht in New York nicht schuldig bekannt. Mehrere Anwaltskanzleien haben Sammelklagen gegen das Unternehmen eingeleitet. Sowohl Levi & Korsinsky als auch Faruqi & Faruqi berufen sich auf einen illegalen Vorgang im Wert von 2,5 Milliarden US-Dollar, bei dem exportbeschränkte Nvidia-GPU-Server rechtswidrig an in China ansässige Unternehmen umgeleitet wurden. Der Sammelklagezeitraum erstreckt sich vom 30. April 2024 bis zum 19. März 2026, wobei der 26. Mai als Frist für die Anträge des Hauptklägers festgelegt ist. Eine frühere Anklage des Justizministeriums gegen drei mit dem Unternehmen verbundene Personen hatte bereits einen Kursrückgang von 33 % ausgelöst. Als Reaktion auf diese Entwicklungen hat JPMorgan sein SMCI-Kursziel von 40 $ auf 28 $ gesenkt und gleichzeitig sein neutrales Rating beibehalten. BlueFin Research äußerte auch Bedenken hinsichtlich überschüssiger Lagerbestände an GPU-Modellen der vorherigen Generation, die sich als schwierig zu liquidieren erweisen. Diese Bestandsproblematik verschärft die bestehenden Rechtsunsicherheiten. Das grundsätzliche Bild ist nicht ganz negativ. Die am 3. Februar veröffentlichten Finanzergebnisse von Super Micro für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 zeigten eine beeindruckende Umsatzentwicklung. Der Umsatz belief sich auf insgesamt 12,68 Milliarden US-Dollar und übertraf damit deutlich die Analystenschätzung von 10,34 Milliarden US-Dollar und bedeutete ein Wachstum von 123 % gegenüber dem Vorjahr. Der Non-GAAP-Gewinn je Aktie erreichte 0,69 US-Dollar gegenüber der Konsenserwartung von 0,49 US-Dollar – eine Outperformance von 41 %. Die Unternehmensführung erhöhte die Umsatzprognosen für das Gesamtjahr 2026 auf mindestens 40 Milliarden US-Dollar, eine Steigerung gegenüber der vorherigen Prognose von 36 Milliarden US-Dollar. CEO Charles Liang hob die über 13 Milliarden US-Dollar an Blackwell-Ultra-Systembestellungen hervor. Die GAAP-Bruttomarge ging jedoch von 12 % im Vorjahreszeitraum auf nur 6 % zurück. Diese wachsende Kluft zwischen Umsatzwachstum und Rentabilitätskennzahlen bleibt ein Schwerpunkt für Marktanalysten. Die aktuelle Analystenstimmung ist geteilt: 5 Kaufratings, 9 Halteratings und 4 Verkaufsratings mit einem durchschnittlichen Kursziel von 33,20 $. Das nächste große Ereignis des Unternehmens ist die Veröffentlichung der Ergebnisse für das dritte Quartal des Geschäftsjahres 2026, die derzeit für den 5. Mai geplant ist.