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Der CIO von Pimco warnt davor, dass der Iran-Krieg die Fed zu einer Zinserhöhung veranlassen könnte

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Der CIO von Pimco warnt davor, dass der Iran-Krieg die Fed zu einer Zinserhöhung veranlassen könnte

Die Federal Reserve hat die Zinssätze gerade bei 3,50 % bis 3,75 % stabil gehalten. Dieser Teil wurde erwartet. Was nicht erwartet wurde: Vier Fed-Präsidenten stimmten gegen die Entscheidung und argumentierten, die Zentralbank hätte stattdessen mögliche Zinserhöhungen signalisieren sollen.

Dieses Ausmaß an internen Meinungsverschiedenheiten hat es seit über 30 Jahren nicht mehr gegeben. Und es verrät Ihnen alles darüber, wie dramatisch der Iran-Konflikt das Drehbuch für die US-Geldpolitik im Jahr 2026 verändert hat.

Eine Viererspaltung, die das FOMC erschütterte

Die Abstimmung am 29. April fiel mit 8 zu 4 aus, wobei die Andersdenkenden auf eine Formulierung drängten, die die Tür für Zinserhöhungen offen ließe.

Bevor der Iran-Konflikt eskalierte, herrschte Konsens darüber, dass die Fed die Zinsen in diesem Jahr mehrmals senken würde. Die Inflation kühlte ab, der Arbeitsmarkt normalisierte sich und Anleihenhändler rechneten mit einem relativ sanften Gleitpfad hin zu lockereren monetären Bedingungen.

Der Krieg im Iran hat die Energiekosten in die Höhe getrieben, und diese Kosten wirken sich auf alles aus: Transport, Produktion, Nahrungsmittelproduktion, Heizung.

PIMCO, der weltweit größte aktive Anleihenmanager, ist darauf aufmerksam geworden. Das Unternehmen revidierte seine Basisszenario-Prognose von vier auf nur noch zwei Zinssenkungen im Jahr 2026. Und selbst diese beiden Kürzungen würden sich, so erwartet PIMCO, wahrscheinlich auf das vierte Quartal konzentrieren, was bedeutet, dass der Großteil des Jahres ohne Erleichterung für die Kreditnehmer vergehen wird.

Die provokantere Warnung des CIO von PIMCO ist jedoch das Tail-Risk-Szenario: Eine durch geopolitische Störungen verursachte anhaltende Inflation könnte die Fed dazu zwingen, die Zinsen tatsächlich anzuheben. Halte sie nicht fest. Erziehe sie.

Die Märkte beginnen zuzuhören

Die Erwartungen der Anleger haben sich erheblich verändert. Zwei Drittel der Marktteilnehmer, etwa 67 %, rechnen nun damit, dass die Zinsen bis Ende 2026 stabil bleiben. Vor der Verschärfung des Iran-Konflikts wurde überwiegend auf mehrfache Zinssenkungen gesetzt.

Prognosemärkte preisen noch aggressivere Szenarien ein. Kalshi, die regulierte Prognosebörse, schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass die Fed die Zinsen vor Juli 2027 erhöhen wird, auf 43 %.

Der Anleihenmarkt spiegelt diese Angst bereits wider. Wenn vier FOMC-Mitglieder öffentlich aus ihren Reihen ausbrechen und sich für eine strengere politische Führung einsetzen, kalibrieren sich Rentenhändler schnell neu. Der überarbeitete Ausblick von PIMCO bedeutet nicht nur, dass das Unternehmen seine Wetten absichert. Es ist die einflussreichste Stimme des Anleihenmarkts, die den Anlegern sagt, sie sollten sich auf ein ganz anderes Zinsumfeld vorbereiten, als irgendjemand vor sechs Monaten erwartet hatte.

Warum Öl alles verändert

Steigende Ölpreise wirken wie eine Steuer für die gesamte Wirtschaft. Unternehmen zahlen mehr für den Versand von Waren. Fluggesellschaften zahlen mehr für Treibstoff. Landwirte zahlen mehr für den Betrieb ihrer Maschinen. Diese Kosten werden an die Verbraucher weitergegeben, was sich in den Inflationsdaten zeigt.

Der Iran-Konflikt hat dieses Dilemma verschärft. Durch geopolitische Störungen verursachte Ölpreiserhöhungen sind nicht die Art von Inflation, die sich von selbst auflöst, wenn die Verbrauchernachfrage abkühlt. Aber das wichtigste Instrument der Fed, der Zinssatz, ist im Wesentlichen ein nachfrageseitiger Hebel.

Aus diesem Grund wollten die vier Andersdenkenden im FOMC mögliche Zinserhöhungen signalisieren. Sie blicken auf Inflationsdaten, die nicht mit dem bisherigen Zinssenkungsnarrativ kooperieren können, und sie möchten, dass die Märkte auf die Möglichkeit vorbereitet werden, dass die Geldpolitik zunächst straffer wird, bevor sie lockerer wird.

Was das für Anleger bedeutet

Höhere Zinsen machen Risikoanlagen insgesamt weniger attraktiv. Wenn die Renditen von Staatsanleihen steigen, fließt das Kapital hin zu sichereren, renditeträchtigen Instrumenten und weg von spekulativen Anlagen wie digitalen Vermögenswerten.

Die Warnung von PIMCO ist auch deshalb wichtig, weil sie von der Person ausgesprochen wird. PIMCO verwaltet festverzinsliche Vermögenswerte in Billionenhöhe und die Ansichten seines CIO haben direkten Einfluss auf institutionelle Allokationsentscheidungen. Wenn das Unternehmen sagt, dass Zinserhöhungen ein plausibles Szenario dafür sind, dass die Märkte die Preise unterbewerten, hören die Portfoliomanager zu.

Die 43-prozentige Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung bei Kalshi vor Mitte 2027 ist als Echtzeit-Stimmungsmaßstab im Auge zu behalten. Das Basisszenario von PIMCO mit zwei Kürzungen im vierten Quartal deutet darauf hin, dass das Unternehmen eine Deeskalation als möglich, aber nicht als garantiert ansieht. Der Unterschied zwischen zwei Kürzungen Ende des Jahres und einer überraschenden Erhöhung ist für die Portfoliopositionierung enorm, und derzeit ist die Bandbreite der Ergebnisse größer als seit Jahren.

Der CIO von Pimco warnt davor, dass der Iran-Krieg die Fed zu einer Zinserhöhung veranlassen könnte