Porsche SE-Aktien fallen um 2 %, da die Gewinne im ersten Quartal um 21 % einbrechen

Inhaltsverzeichnis Die Porsche SE gab für das erste Quartal einen bereinigten Gewinn nach Steuern von 382 Millionen Euro bekannt, was einem Rückgang von 21 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Nach der Veröffentlichung der Ergebnisse fielen die Aktien um 2,28 %. Porsche Automobil Holding SE, PAH3.DE Die Automobilholding verzeichnete im Berichtszeitraum einen Konzernfehlbetrag von 923 Millionen Euro. Das erhebliche Defizit war hauptsächlich auf eine nicht zahlungswirksame Wertminderung in Höhe von 1,3 Milliarden Euro im Zusammenhang mit der Investition in Volkswagen zurückzuführen. Vorstandsvorsitzender Hans Dieter Pötsch stellte fest, dass die Entwicklung des Quartals mit internen Prognosen übereinstimmte. Sein Kommentar zu den Zukunftsaussichten war jedoch vorsichtiger. „Die Geschäftsmodelle, die unseren Kerninvestitionen schon lange gute Dienste leisten, müssen nun neu ausgerichtet werden“, sagte Pötsch in der Mitteilung vom Dienstag. Branchenbeobachter interpretieren diese Botschaft als gezielte Kritik an Volkswagen, wo die Porsche SE einen Anteil von 31,9 % hält und 53,3 % der Stimmrechte kontrolliert. Darüber hinaus hält die Holding einen Anteil von 12,5 % am Sportwagenhersteller Porsche AG. Die konsolidierte Nettoverschuldung erreichte zum Quartalsende 5,1 Milliarden Euro und lag damit innerhalb des vom Management für das Gesamtjahr prognostizierten Korridors von 4,7 bis 5,2 Milliarden Euro. Die Porsche SE hielt an ihrer Prognose für das Gesamtjahr mit einem positiven bereinigten Konzernergebnis nach Steuern in Höhe von 1,5 bis 3,5 Milliarden Euro fest. Die beträchtliche Spanne spiegelt eine erhebliche Unsicherheit wider, die das Management offen einräumte. Das Unternehmen nannte insbesondere mögliche Auswirkungen der erhöhten US-Einfuhrzölle auf Personenkraftwagen und Lastkraftwagen in der Europäischen Union als eine Variable, die „nicht zuverlässig geschätzt werden konnte“. Ähnliche Formulierungen galten für mögliche Auswirkungen der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten. Keiner der Faktoren wurde in die aktuellen Leitlinien einbezogen. Während des Dreimonatszeitraums liquidierte die Porsche SE ihre Beteiligung an Celestial AI, einem Photonik-Technologie-Startup mit Sitz in den USA, und erzielte dabei einen Erlös von 60 Millionen Euro. VW-Chef Oliver Blume hat weitere Kostensenkungsmaßnahmen zugesagt, die über den bereits laufenden Personalabbau von 50.000 im gesamten Unternehmen hinausgehen. Die deutschen Produktionsstätten stehen weiterhin einer intensiven Überprüfung gegenüber, ungeachtet eines Tarifvertrags für 2024, der Werksschließungen bis zum Ende des Jahrzehnts ausschließt. Pötsch hat die Porsche SE in der Vergangenheit als engagierten langfristigen Anteilseigner von Volkswagen charakterisiert. Allerdings sind die Forderungen nach grundlegenden organisatorischen Veränderungen lauter geworden. VW sieht sich mit schrumpfenden Gewinnmargen, einer schwächeren Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und zunehmendem Druck chinesischer Automobilhersteller konfrontiert. Die jüngsten Aussagen der Porsche SE treffen zu einem Zeitpunkt ein, an dem Volkswagen eine seiner anspruchsvollsten Transformationsbemühungen in der modernen Geschichte bewältigt. Pötschs Aussage, die Rahmenbedingungen des Konzerns müssten „grundsätzlich an die neuen Marktbedingungen angepasst werden“, deutet darauf hin, dass die Holding die Entwicklungen aufmerksam beobachtet – und mit spürbaren Fortschritten rechnet. Volkswagen-Chef Oliver Blume hat sich dazu verpflichtet, tiefergehende Kostensenkungen anzustreben, die über die bestehende Initiative zum Abbau von 50.000 Mitarbeitern hinausgehen, mit besonderem Schwerpunkt auf deutschen Produktionsstandorten.