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Die Lobbying-Ausgaben für den Prognosemarkt steigen um über 60 %, da in Washington der Regulierungsdruck zunimmt

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cryptonewstrend.com
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Die Lobbying-Ausgaben für den Prognosemarkt steigen um über 60 %, da in Washington der Regulierungsdruck zunimmt

Die Prognosemarktbranche gab im ersten Quartal 2026 1,84 Millionen US-Dollar für Lobbyarbeit auf Bundesebene aus, ein Rekordwert und mehr als 60 % über dem Niveau des ersten Quartals 2025.

Es ist der erste konkrete Datenpunkt, der das Ausmaß der politischen Aktivitäten der Branche quantifiziert, während sie einem zunehmenden gesetzgeberischen und regulatorischen Druck ausgesetzt ist.

„Die politische Landschaft hat sich allein in den letzten zwei oder drei Monaten rasant weiterentwickelt“, sagte Ronak D. Desai, Partner bei Paul Hastings, laut Bloomberg. „Prognosemärkte sind von der Peripherie ins Zentrum der Kontrolle durch den Kongress gerückt.“

Prognosemärkte pumpen Geld nach Washington, um sich gegen die eskalierende Kritik zu wehren, dass ihre schnell wachsenden Plattformen zu einer Glücksspielexplosion beitragen und Insiderhandel ermöglichen https://t.co/1uvY5Lrk6r

– Bloomberg (@business) 20. April 2026

Wer gibt aus?

Der Anstieg kommt aus zwei Richtungen: lokalen Prognosemarktplattformen und etablierten Sportwettenanbietern, die kürzlich in den Bereich eingestiegen sind. Kalshi, das ein eigenes Büro in D.C. eröffnete und prominente demokratische Strategen einstellte, gehört zu den größten Geldgebern der Branche.

Eine neue Handelsgruppe, die Coalition for Prediction Markets, koordiniert nun die Branchenpositionen. Ein ehemaliger US-Kongressabgeordneter leitet die Gruppe, zu der regulierte US-Akteure wie Kalshi, Coinbase, Crypto.com und Robinhood gehören.

Polymarket, das in Washington in der Vergangenheit einen zurückhaltenderen Ansatz verfolgte, baut ebenfalls eine physische Präsenz auf. Das Unternehmen experimentiert mit einem Pop-up-Veranstaltungsort in der Innenstadt von D.C. als informelle Möglichkeit, politische Entscheidungsträger einzubinden.

DraftKings und FanDuel, die beide im vergangenen Jahr Prognosemarktprodukte auf den Markt gebracht haben, haben ebenfalls deutlich zugelegt. Die Lobbying-Ausgaben von DraftKings stiegen im Jahresvergleich um 29 %, wobei das Unternehmen Lobbyisten speziell für die CFTC einstellte. Die Ausgaben von FanDuel stiegen um 58 %.

Der Anstieg spiegelt den wachsenden Druck auf den Sektor aus mehreren Richtungen wider. In diesem Jahr wurden im Kongress mehr als ein Dutzend Gesetzentwürfe eingebracht, die darauf abzielen, Prognosemärkte einzuschränken oder neu zu klassifizieren, während staatliche Regulierungsbehörden und die Casinobranche argumentieren, dass die Plattformen als nicht lizenzierte Glücksspielstätten betrieben werden.

Die Zuständigkeitsfrage

Im Mittelpunkt steht die Frage, welches Bundesorgan den Milliardenmarkt regulieren darf. Die Branche drängt darauf, weiterhin der Zuständigkeit der Commodity Futures Trading Commission zu unterliegen, die im Vergleich zu den staatlichen Glücksspielrahmen relativ locker agiert.

„Im Moment sind Prognosemärkte das aktuelle Interessenthema“, sagte Cody Carbone, CEO der Digital Chamber, einer Krypto-Lobbygruppe.

Für Makler und Fintech-Infrastrukturanbieter ist die Frage klar: Bleiben Prognosemärkte im Rahmen der bestehenden Derivatevorschriften eine tragfähige Produktkategorie? Rekordausgaben im ersten Quartal unterstreichen nur, wie hoch der Einsatz inzwischen ist.