Regulatorische Sichtbarkeit in Sicht, da die führende Wertpapieraufsichtsbehörde auf grünes Licht des Kongresses wartet

Paul Atkins, Vorsitzender der SEC, sagt, dass „Project Crypto“ bedeutet, dass die SEC und die CFTC bereit sind, den CLARITY Act umzusetzen, sobald der Kongress umfassende Marktstrukturreformen verabschiedet.
Paul Atkins, Vorsitzender der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission), hat signalisiert, dass die Behörde sich operativ bereit sieht, den lange diskutierten CLARITY Act umzusetzen, sobald der Kongress die zugrunde liegende Gesetzgebung verabschiedet. In einem Beitrag in den sozialen Medien sagte Atkins: „Das Designziel des Projekts Crypto besteht darin, dass die SEC und die CFTC bereit sein werden, den CLARITY Act umzusetzen, sobald der Kongress Maßnahmen ergreift.“ Er beschrieb die Arbeit als eine gemeinsame Vorbereitungsmaßnahme und nicht als eine theoretische Übung. Der Kommentar deutet darauf hin, dass die Aufsichtsbehörden bereits Arbeitsabläufe für die Regelsetzung, Überwachung und Durchsetzung für eine Zukunft festgelegt haben, in der digitale Vermögenswerte einem klareren gesetzlichen Rahmen unterliegen.
Atkins stimmte in seinen Äußerungen ausdrücklich mit dem Finanzministerium überein und unterstützte die jüngsten Äußerungen von Finanzminister Basant, dass „es für den Kongress an der Zeit ist, künftige regulatorische Schutzmaßnahmen zu planen und eine umfassende Marktstrukturgesetzgebung auf den Schreibtisch von Präsident Trump zu bringen.“ Zusammengenommen stellen die Aussagen einen koordinierten Anstoß der Marktregulierungsbehörden und des Finanzministeriums dar: Der Engpass ist nun gesetzgeberischer und nicht verwaltungstechnischer Natur. Der Verweis auf eine „umfassende Marktstrukturgesetzgebung“ impliziert, dass CLARITY weniger als ein eng gefasster Krypto-Gesetzentwurf behandelt wird, sondern vielmehr als eine umfassendere Neufassung der Art und Weise, wie digitale Vermögenswerte, Vermittler und Handelsplätze in das US-amerikanische Wertpapier- und Rohstoffrecht eingebunden werden.
CLARITY Act geht an den Kongress
Für die Kryptoindustrie geht die Botschaft in zwei Richtungen. Einerseits könnte eine vorbereitete „Project Crypto“-Umgebung der SEC-CFTC die lang ersehnte Gewissheit darüber bringen, wann Token als Wertpapiere behandelt werden, welche Veranstaltungsorte als Börsen gelten und wie Depotbanken, Broker und Stablecoin-Emittenten überwacht werden. Andererseits bedeutet ein einsatzbereiter Rahmen auch, dass die Umsetzungsphase, sobald der Kongress handelt, schneller voranschreiten könnte als von einigen Marktteilnehmern erwartet, sodass weniger Spielraum für die Anpassung von Geschäftsmodellen mitten im Prozess bleibt. Da sowohl die SEC als auch das Finanzministerium nun öffentlich ihre Bereitschaft betonen und den Kongress auffordern, „zukünftige regulatorische Schutzmaßnahmen zu planen“, obliegt der nächste Schritt den Gesetzgebern – und die letztendliche Ausgestaltung des CLARITY Act wird darüber entscheiden, ob sich diese regulatorische Vorbereitung wie eine Erleichterung oder ein Schleudertrauma anfühlt.