Strategie-CEO Phong Le erläutert die Bedingungen für den Verkauf von Bitcoin

Seit Jahren lässt sich das Bitcoin-Playbook von Strategy in zwei Worten zusammenfassen: Niemals verkaufen. Diese Ära ist technisch gesehen vorbei, aber die Ersatzpolitik ist so restriktiv, dass es genauso gut dasselbe sein könnte.
CEO Phong Le hat die spezifischen, engen Bedingungen dargelegt, unter denen Strategy, früher bekannt als MicroStrategy, erwägen würde, sich von seinen 818.334 Bitcoin zu trennen. Die Kurzfassung: Nur dann, wenn die Aktien des Unternehmens unter seinen Nettoinventarwert fallen und alle anderen Finanzierungsmöglichkeiten zuvor ausgeschöpft wurden.
Der neue Rahmen
Die neuen Grundsätze erlauben Bitcoin-Verkäufe ausschließlich als letzten Ausweg. Es müssen zwei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein. Erstens muss die Aktie von Strategy unter ihrem mNAV oder modifizierten Nettoinventarwert gehandelt werden, was bedeutet, dass der Markt das Unternehmen mit weniger bewertet, als sein Bitcoin wert ist. Zweitens müssen alle alternativen Finanzierungsmethoden, einschließlich Eigenkapitalbeschaffung und Schuldtitelemission, bereits ausprobiert und gescheitert sein.
Die Leitmetrik hinter diesen Entscheidungen ist das, was Le „Bitcoin pro Aktie“ oder BPS nennt. Jede Kapitalallokationsentscheidung, die das Unternehmen trifft, wird durch eine Frage gefiltert: Erhöht sich dadurch die Menge an Bitcoin, die jeder ausstehenden Aktie zuzuordnen ist? Ob der Verkauf einer kleinen Menge Bitcoin den BPS für die verbleibenden Aktionäre irgendwie schützt oder steigert, liegt auf der Hand.
Warum sie wahrscheinlich nicht verkaufen müssen
Strategy hat einen mehrjährigen USD-Bargeldpuffer aufgebaut, der zwei bis drei Jahre Vorzugsdividendenverpflichtungen abdeckt. Vorzugsdividenden sind feste Zahlungen, die das Unternehmen unabhängig von der Preisentwicklung von Bitcoin schuldet, und sie stellen den offensichtlichsten kurzfristigen Druck dar, der einen Verkauf erzwingen könnte.
Le verwies auf eine kürzlich durchgeführte Kapitalerhöhung in Höhe von 1,44 Milliarden US-Dollar, die das Unternehmen in nur 8,5 Tagen abgeschlossen hat, als Beweis dafür, dass Strategy bei Bedarf schnell auf traditionelle Finanzierungsquellen zurückgreifen kann. Diese Erhöhung war, in Le’s Darstellung, ein bewusster strategischer Schachzug, der speziell darauf abzielte, den Verkauf von Bitcoin zu vermeiden.
Solange die Aktien von Strategy über dem mNAV gehandelt werden, kann das Unternehmen neue Aktien mit einem Aufschlag auf den Wert seiner Bitcoin-Bestände ausgeben. Jede Aktie, die über dem mNAV verkauft wird, erhöht tatsächlich den BPS für bestehende Inhaber. Es wirkt sich verwässernd auf die Anzahl der Aktien aus, erhöht aber den Bitcoin-Wert pro Aktie.
Von der MicroStrategy zur Strategie
Die 818.334 Bitcoins in der Bilanz von Strategy zum 1. Quartal 2026 stellen eine enorme Konzentrationswette dar. Das Unternehmen wurde von MicroStrategy in Strategy umbenannt, um sich zu einem gehebelten Bitcoin-Vehikel mit angeschlossenem Softwaregeschäft zu entwickeln.
Michael Saylor, Mitbegründer und Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, wurde zum öffentlichen Gesicht der Bitcoin-Anhäufung von Unternehmen. Le, der das Amt des CEO übernahm, hat Saylors Überzeugung aufrechterhalten und gleichzeitig eine Ebene operativen Pragmatismus hinzugefügt, indem er von „niemals verkaufen“ zu „nur unter extremem Zwang verkaufen“ wechselte.
Was das für Anleger bedeutet
Die Marktreaktion nach der Ankündigung von Le zeigte keinen nennenswerten Verkaufsdruck, die Bitcoin-Preise stiegen tatsächlich. CEO Le wies darauf hin, dass der Markt von früheren potenziellen Verkaufskommentaren unbeeindruckt blieb.
Das BPS-Framework bietet Anlegern eine klarere Sichtweise für die Bewertung von Managemententscheidungen. Anstatt zu raten, ob die nächste Kapitalerhöhung oder das Angebot einer Wandelanleihe klug ist, können Aktionäre einfach prüfen, ob dadurch Bitcoin pro Aktie gewachsen ist.
Der zwei- bis dreijährige Liquiditätspuffer verschafft Zeit gegen einen anhaltenden Bitcoin-Bärenmarkt in Kombination mit einem Aktienkurs unter mNAV und eingefrorenen Kapitalmärkten. Wenn diese Bedingungen gleichzeitig eintreten würden, würde das Rahmenwerk von Le Bitcoin-Verkäufe erfordern, um die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens aufrechtzuerhalten.