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Teheran verlangt Entschädigung von Silicon-Valley-Schwergewichten wegen Unterwasser-Datenrouten

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Teheran verlangt Entschädigung von Silicon-Valley-Schwergewichten wegen Unterwasser-Datenrouten

Um das wirtschaftliche Potenzial seiner strategischen Kontrolle über die Straße von Hormus zu nutzen, startet Iran eine Reihe von Initiativen, die darauf abzielen, Einnahmen aus dem Seeverkehr und internationalen Technologiekonzernen zu generieren, die diese wichtige Wasserstraße nutzen. Der parlamentarische Ausschuss für nationale Sicherheit des Landes unter dem Vorsitz von Ebrahim Azizi hat einen ausgeklügelten Rahmen zur Überwachung und Regulierung der Seebewegung durch die Meerenge entwickelt und plant, die Einzelheiten dieses Mechanismus in naher Zukunft bekannt zu geben.

Im Rahmen dieser Initiative beabsichtigt Iran, ein Sammelsystem für Schiffe einzurichten, die den autorisierten Schifffahrtskorridor nutzen, der ausschließlich kommerziellen Schifffahrtsbetrieben und Unternehmen vorbehalten sein wird, die kooperative Beziehungen mit Teheran unterhalten. Insbesondere wird Betreibern, die mit dem „Freiheitsprojekt“ in Verbindung stehen, der Zugang zur Meerenge dauerhaft verweigert. Mit diesem Begriff beziehen sich iranische Beamte auf die „Project Freedom“-Initiative des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, die darauf abzielte, eine offene kommerzielle Schifffahrt durch die Meerenge aufrechtzuerhalten. Trump hat diese Operation Anfang Mai eingestellt, und der Iran hält seitdem eine wirksame Blockade der Meerenge aufrecht, was zu einem erheblichen Anstieg der internationalen Öl- und Erdgaspreise führte.

Die Blockade hatte weitreichende Folgen: Ungefähr 20 % der weltweiten Erdölvorräte werden durch die Meerenge transportiert. Als Reaktion darauf prüfen die iranischen Behörden alternative Zahlungsmethoden, einschließlich der Erhebung von Kryptowährungen, insbesondere Bitcoin, für Transitzahlungen. Darüber hinaus haben europäische Regierungen Berichten zufolge Gespräche mit den Seestreitkräften der iranischen Revolutionsgarden über Regelungen für die Durchfahrt von Schiffen aufgenommen, die konkreten beteiligten Länder wurden jedoch nicht bekannt gegeben.

Unterdessen lehnte Trump die iranische Autorität über die Meerenge kategorisch ab und forderte deren sofortige Wiedereröffnung. Jüngste Geheimdienstberichte deuten darauf hin, dass Trump erweiterte militärische Optionen gegen den Iran prüft, nachdem er zuvor erklärt hatte, dass der regionale Waffenstillstand am seidenen Faden hänge. In einer anderen Entwicklung konzentrieren sich die iranischen Behörden nun auf die Unterwasser-Glasfaserkabelnetze, die unter der Meerenge verlaufen und kritische Internetverkehrs- und Finanztransaktionsdaten übertragen, die Europa, Asien und die Golfstaaten verbinden.

Ebrahim Zolfaghari, ein iranischer Militärvertreter, kündigte in den sozialen Medien an, dass Teheran Gebühren für Internetkabel erheben werde, wobei regierungsnahe Medien darauf hinwiesen, dass Unternehmen wie Google, Microsoft, Meta und Amazon sich an die iranischen Vorschriften halten müssten. Der vorgeschlagene Rahmen würde auch im Iran ansässigen Unternehmen exklusive Wartungs- und Reparaturgenehmigungen gewähren, was Fragen zu den Durchsetzungsfähigkeiten des Landes aufwirft. Die bestehenden US-Wirtschaftssanktionen verbieten amerikanischen Unternehmen ausdrücklich die Durchführung von Finanztransaktionen mit dem Iran, was einige Analysten zu der Annahme veranlasst, dass es sich bei diesen Ankündigungen möglicherweise eher um eine strategische Haltung als um eine umsetzbare Politik handelt.

Der Sicherheitsforscher Mostafa Ahmed warnte, dass jeder absichtliche Angriff auf die Kabelnetze eine „kaskadierende digitale Katastrophe“ mit verheerenden Folgen für die Bankeninfrastruktur, militärische Kommunikationsnetze und die Internetkonnektivität auf mehreren Kontinenten auslösen könnte. Laut TeleGeography, einem Telekommunikationsgeheimdienstunternehmen, durchqueren zwei bestimmte Kabel, Falcon und Gulf Bridge International, iranische Hoheitsgewässer, obwohl die durch die Straße von Hormus verlaufenden Kabelsysteme ab 2025 weniger als 1 % der gesamten weltweiten internationalen Bandbreitenkapazität ausmachen.

Iranische Beamte haben Parallelen zwischen ihrer Strategie und der erfolgreichen Monetarisierung des Suezkanals durch Ägypten gezogen, das durch Kabeltransitgebühren jährlich Hunderte Millionen einbringt. Allerdings argumentieren Rechtswissenschaftler, dass die beiden Wasserstraßen unter deutlich unterschiedlichen Rahmenbedingungen des internationalen Seerechts betrieben werden, was die Komplexität und Herausforderungen verdeutlicht, die mit den Initiativen Irans verbunden sind. Im weiteren Verlauf der Situation bleibt abzuwarten, wie sich diese Entwicklungen auf die Weltwirtschaft und die Zukunft des internationalen Handels auswirken werden.

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