Führender chinesischer Wirtschaftsbeamter will in Seoul hochriskante Handelsverhandlungen mit amerikanischen Amtskollegen aufnehmen

Der chinesische Vizepremier He Lifeng wird vom 12. bis 13. Mai in Seoul (Südkorea) mit US-Finanzminister Scott Bessent zu Handelsverhandlungen zusammentreffen. Die Gespräche stellen das jüngste Kapitel im diplomatischen Hin und Her zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt dar und finden nur wenige Tage vor etwas Größerem statt: einem geplanten Staatsbesuch von Präsident Trump in Peking am 14. und 15. Mai zu einem Gipfeltreffen mit Präsident Xi Jinping.
Was passiert eigentlich in Seoul?
He Lifeng, der seit März 2023 als Vizepremier fungiert und weithin als einer der engsten wirtschaftlichen Verbündeten Xi Jinpings gilt, wird die chinesische Seite der Verhandlungen leiten. Etwa im gleichen Zeitraum trifft sich Bessent auch mit dem japanischen Premierminister und Finanzminister in Tokio.
Die Gespräche in Seoul basieren auf dem Konsens, der während des jüngsten Gipfeltreffens in Busan zwischen den beiden Nationen erzielt wurde. Sie stützen sich auch auf frühere direkte Gespräche zwischen Xi und Trump. Die Tagesordnung scheint sich eindeutig auf umfassendere Wirtschaftsthemen zu konzentrieren. In keiner offiziellen Ankündigung wurde auf digitale Währungen, Blockchain-Regulierung oder irgendetwas im Zusammenhang mit Kryptowährungen hingewiesen.
Die Erfolgsbilanz von He Lifeng steht im Einklang mit Chinas historisch strenger Haltung gegenüber digitalen Vermögenswerten. Das Land hat den Handel mit Kryptowährungen und das Mining von Kryptowährungen bereits im Jahr 2021 effektiv verboten, und seine hochrangigen Wirtschaftsvertreter haben in der Öffentlichkeit keinerlei Interesse gezeigt, diese Haltung am internationalen Verhandlungstisch zu überdenken.
Was das für Anleger bedeutet
Bemerkenswert ist: He Lifengs Rolle als Verhandlungsführer signalisiert, dass Peking diese Diskussionen ernst nimmt. Er ist kein Bürokrat mittlerer Ebene, der geschickt wird, um einen Sitz zu besetzen. Wenn beide Seiten ihre obersten Wirtschaftsvertreter entsenden, bedeutet das im Allgemeinen, dass genügend vorverhandelte Grundlagen vorliegen, um die Reise zu rechtfertigen.