US-Handelsministerium schließt Lücke bei Nvidia-Chip-Exporten nach China

Etwa ein Jahr lang hatten chinesische Unternehmen einen cleveren Workaround für die US-Chip-Exportkontrollen: Kaufen Sie die Chips einfach über eine Tochtergesellschaft in Malaysia oder Singapur. Das US-Handelsministerium hat diesen Handel gerade zum Erliegen gebracht.
Das Bureau of Industry and Security hat am 31. Mai Leitlinien herausgegeben, die vorschreiben, dass fortschrittliche KI-Prozessoren, darunter die Blackwell- und Rubin-Chips von Nvidia und der MI350x von AMD, nun Exportgenehmigungen benötigen, wenn sie an Unternehmen mit Hauptsitz in China verkauft werden. Die entscheidende Änderung: Es spielt keine Rolle, wo die Lieferung erfolgt. Die Tochtergesellschaft eines chinesischen Unternehmens in Südostasien ist in den Augen der BIZ immer noch ein chinesisches Unternehmen.
Wie die Lücke funktionierte
Die Lücke bei der Durchsetzung geht auf Mai 2025 zurück, als das ursprüngliche Exportkontrollrahmenwerk Raum für Interpretationen ließ. Chinesische Firmen fanden schnell heraus, dass die Weiterleitung von Einkäufen über ausländische Tochtergesellschaften, also Unternehmen, die sich technisch gesehen außerhalb des chinesischen Festlandes befinden, es ihnen ermöglichte, eingeschränkte Chips zu erwerben, ohne Lizenzanforderungen auszulösen.
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Der Umfang der Problemumgehung war nicht trivial. Schätzungen zufolge gelangten über diese Kanäle Hunderttausende fortschrittlicher Chips zu chinesischen Unternehmen.
Was die neuen Leitlinien tatsächlich bewirken
Das aktualisierte BIS-Rahmenwerk verlagert den Compliance-Auslöser von der Geografie auf die Eigentumsverhältnisse. Dabei spielt es keine Rolle mehr, wohin die Chips geliefert werden. Entscheidend ist, wer letztlich den Besteller kontrolliert.
Wenn ein Unternehmen seinen Hauptsitz in China hat, benötigen seine Tochtergesellschaften überall auf der Welt mittlerweile entsprechende Exportlizenzen, um hochwertige KI-Prozessoren zu kaufen. Dies gilt für Nvidias Blackwell- und Rubin-Architekturen der nächsten Generation sowie für AMDs MI350x.
Die Unterscheidung ist wichtig, da sie auf die Unternehmensstruktur und nicht auf die Lieferadresse abzielt. Bei früheren Kontrollen wurden Exporteure im Wesentlichen dazu aufgefordert, ein Zielland zu überprüfen. Die neuen Leitlinien verlangen von ihnen, die Muttergesellschaft des Zielunternehmens zu überprüfen.
Für Nvidia und AMD bedeutet dies, dass ihre Vertriebsteams nun eine umfassendere Due-Diligence-Prüfung bei Kunden in ganz Asien durchführen müssen, nicht nur in China selbst.
Das Gesamtbild für Halbleiter
Die technologische Entkopplung zwischen den USA und China beschleunigt sich seit 2022, als die US-Exportkontrollen für fortschrittliche Halbleiter erstmals deutlich verschärft wurden, um Pekings Fortschritte in der KI zu behindern. Mit der KI-Verbreitungsregel, die in der zweiten Hälfte der Biden-Administration eingeführt wurde, sollten globale Lizenzierungsanforderungen eingeführt werden, die jedoch ab Mai 2025 nicht durchgesetzt werden konnte, sodass chinesische Firmen versehentlich fortschrittliche Chips über ausländische Kanäle beziehen konnten.
Insbesondere für Nvidia waren China und der breitere asiatische Markt entscheidende Umsatztreiber. Nvidia hat bereits mehrere Runden von Exportbeschränkungen durch die Entwicklung chinaspezifischer Chipvarianten mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit umgangen. AMD sieht sich mit seinem MI350x einem ähnlichen Gegenwind gegenüber, der als direkter Konkurrent zu Nvidias High-End-KI-Beschleunigern positioniert ist.