Die US-Regierung warnt Banken vor den Bemühungen des IRGC, die Sanktionen mithilfe von Kryptowährungen und Scheinfirmen zu umgehen

Das Financial Crimes Enforcement Network des US-Finanzministeriums, besser bekannt als FinCEN, hat gerade jede Bank im Land aufgefordert, die Augen offen zu halten. Das Ziel: Irans Islamische Revolutionsgarde und ihre immer ausgefeilteren Methoden zur Umgehung amerikanischer Sanktionen durch digitale Vermögenswerte, Tarnfirmen und mitschuldige Dienstleister.
Die am 11. Mai ausgegebene Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Spannungen zwischen den USA und Iran alles andere als ruhig sind. Der Bericht von FinCEN schätzt, dass iranische Aktivitäten im Bereich digitaler Vermögenswerte im Zusammenhang mit Regierungs- und IRGC-Einrichtungen einen jährlichen Wert von Milliarden haben könnten.
Wovor FinCEN eigentlich warnt
Die FinCEN-Warnung konzentriert sich auf die Beschaffungsnetzwerke des IRGC. Zu den gemeldeten Methoden gehört der Einsatz von Scheinfirmen, die als seriös wirkende Unternehmen agieren und Geld an sanktionierte Unternehmen zurückschleusen.
Die Warnung hebt verschleierte Transaktionen hervor, eine technische Art zu sagen, dass das IRGC und seine Tochtergesellschaften Techniken verwenden, um den Ursprung, das Ziel und den Zweck der Übertragung digitaler Vermögenswerte zu verbergen. FinCEN nannte keine konkreten beteiligten Unternehmen, Token oder Börsen.
Irans lange Geschichte mit der Umgehung von Sanktionen durch Krypto
Der Iran nutzt seit mindestens 2019 digitale Vermögenswerte, um wirtschaftliche Beschränkungen zu umgehen. Zu den ersten Bemühungen gehörte das staatlich geförderte Bitcoin-Mining, bei dem subventionierter Strom zur Erzeugung von Kryptowährungen genutzt wurde, die international ausgegeben werden konnten, ohne das traditionelle Bankensystem anzutasten. In Berichten aus dieser Zeit wurde auch auf die Verwendung von Münzmischdiensten hingewiesen, darunter Tornado Cash, Tools, die Kryptowährungen bündeln und neu verteilen, um die Rückverfolgbarkeit einzelner Transaktionen zu erschweren.
Im Laufe der Zeit wurden Tarnfirmen immer ausgefeilter. Dienstleister, darunter Broker und außerbörsliche Handelsschalter, haben angeblich damit begonnen, größere Volumina zu ermöglichen.
Es wird erwartet, dass der weltweite illegale Zufluss digitaler Vermögenswerte 15 Milliarden US-Dollar übersteigt, und staatliche Akteure wie der Iran machen einen bedeutenden Anteil dieser Summe aus. Die IRGC wird seit 2019 von den USA als Terrororganisation eingestuft und verfügt über eine bemerkenswerte Reichweite in den Bereichen Bau, Telekommunikation und Energie.
Was das für Banken, Börsen und Investoren bedeutet
Für traditionelle Banken ist die Botschaft von FinCEN klar: Compliance-Teams müssen Transaktionen mit Scheinfirmen in Gerichtsbarkeiten, die üblicherweise mit dem iranischen Handel in Verbindung gebracht werden, genau unter die Lupe nehmen, auf ungewöhnliche Muster bei der Umwandlung digitaler Vermögenswerte achten und Beziehungen zu Dienstleistern mit undurchsichtigen Eigentümerstrukturen kennzeichnen.
Krypto-Börsen und Plattformen für digitale Vermögenswerte werden durch die Empfehlung effektiv darauf hingewiesen, dass die US-Regierung sie als Teil der Durchsetzungskette betrachtet. Plattformen, die auf dem US-Markt tätig sein oder US-Kunden bedienen möchten, müssen diese Hinweise als Pflichtlektüre betrachten.
Jedes Mal, wenn FinCEN die staatlich geförderte Umgehung von Sanktionen durch Krypto hervorhebt, stärkt dies für Investoren die Argumente für eine strengere Aufsicht über Plattformen für digitale Vermögenswerte, was möglicherweise mehr KYC-Anforderungen, mehr Transaktionsüberwachung und mehr Reibung für normale Benutzer bedeutet.