KI-Firma kann Disneys Rechtssalve im hochriskanten Urheberrechtskonflikt nicht ausweichen

Ein US-Bundesrichter hat den Versuch von MiniMax, eine Urheberrechtsklage von Disney und mehreren anderen großen Hollywood-Studios abzulehnen, zurückgewiesen. Das am 26. Mai 2026 vom US-Bezirksrichter Stanley Blumenfeld erlassene Urteil bedeutet, dass sich das chinesische KI-Unternehmen vor einem amerikanischen Gericht gegen Vorwürfe verteidigen muss, dass sein generativer KI-Dienst auf nicht autorisierten Kopien einiger der berühmtesten Charaktere der Unterhaltungsgeschichte aufgebaut sei.
Der am 16. September 2025 beim US-Bezirksgericht für den Central District of California eingereichte Fall wirft dem KI-Dienst Hailuo von MiniMax vor, ohne Erlaubnis Bilder und Videos mit Charakteren wie Spider-Man, Darth Vader und Shrek zu erstellen. Die Studios machten kein Blatt vor den Mund, was ihrer Meinung nach Hailuo ist: In Marketingmaterialien wurde der Dienst angeblich als „Hollywood-Studio für die Hosentasche“ gebrandmarkt.
Die Verteidigung von MiniMax und warum sie nicht funktioniert hat
MiniMax versuchte einen mehrgleisigen Ansatz, um den Fall aufzugeben, bevor er an Fahrt gewinnen konnte. Das Unternehmen argumentierte, es fehle an den US-Kontakten, die für die Zuständigkeit eines amerikanischen Gerichts erforderlich seien. Es wurde außerdem behauptet, dass es sich bei MiniMax selbst lediglich um einen Markennamen und nicht um eine juristische Person handelt, die für Verstöße verantwortlich gemacht werden kann.
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Richter Blumenfeld ließ sich von keinem der Argumente überzeugen. Seine Ablehnung des Antrags auf Abweisung ermöglicht die Fortsetzung des gesamten Verfahrens, wobei eine Anhörung zu den verbleibenden Fragen für den 29. Mai 2026 angesetzt ist. Das Urteil stellt nicht fest, ob MiniMax tatsächlich die Urheberrechte von irgendjemandem verletzt hat. Es bedeutet lediglich, dass die Studios genügend Argumente vorgelegt haben, um ihren Platz vor Gericht zu verdienen.
Das Gesamtbild für KI und Urheberrecht
In der Beschwerde der Studios wird behauptet, MiniMax habe nicht autorisierte Kopien ihrer Werke verwendet, um Hailuos Bild- und Videogenerierungsmodelle zu trainieren. Der MiniMax-Fall betrifft ein ausländisches Unternehmen, was die Frage aufwirft, wie weit das US-amerikanische Urheberrecht auf einem globalen KI-Markt reichen kann. Die Tatsache, dass Richter Blumenfeld den Fall am Laufen gehalten hat, sendet ein klares Signal: Ein Hauptsitz außerhalb der USA schützt KI-Entwickler nicht automatisch vor der Durchsetzung des amerikanischen Urheberrechts.
Der Hailuo-Dienst produziert angeblich Ausgaben mit erkennbaren Charakteren von Disney und den anderen an der Klage beteiligten Studios. Die Beschwerde betrifft die Bild- und Videogenerierung, das heißt, diese ist nicht auf statische Bilder beschränkt. Die MiniMax-Klage ist Teil eines umfassenderen Trends und folgt auf ein ähnliches Verfahren gegen Midjourney.
Was das für Anleger bedeutet
Als Nächstes sollten Anleger darauf achten, ob MiniMax versucht, den Fall beizulegen oder den Fall vor Gericht zu klären. Durch einen Vergleich könnten informelle Preisbenchmarks für die Lizenzierung festgelegt werden. Ein Prozess könnte einen Präzedenzfall schaffen, der Studios in künftigen Verfahren gegen KI-Entwickler entweder ermutigt oder einschränkt.
Die für den 29. Mai 2026 angesetzte Anhörung wird sich mit verbleibenden Verfahrensfragen befassen und könnte weitere Klarheit über den Umfang des Falls bringen.