Die Analysten von Bernstein bleiben hinsichtlich der langfristigen Aussichten des Billigflugriesen nach schwachen Quartalsergebnissen optimistisch

Inhaltsverzeichnis Ryanair (RYAAY) lieferte im vierten Geschäftsquartal Ergebnisse ab, die hinter den Erwartungen der Wall Street zurückblieben und einen Nettoverlust von 396 Millionen Euro verbuchten, verglichen mit der Konsensprognose von 372 Millionen Euro – ein Rückgang von 6 %. Dennoch bestätigte die Bernstein SocGen Group ihr Outperform-Rating für die Aktie und erhöhte ihr Kursziel leicht von 77 $ auf 78 $. Ryanair Holdings plc, RYAAY Derzeit wechselt die Aktie bei 54,89 US-Dollar den Besitzer und liegt damit gefährlich nahe an ihrem 52-Wochen-Tief von 52,53 US-Dollar. Laut InvestingPro-Analyse erscheinen die Aktien gemessen an ihren Fair-Value-Kennzahlen unterbewertet. Die Investmentfirma hat auch ihre Gewinnaussichten für die kommenden Geschäftsjahre neu kalibriert. Bernstein reduzierte seine zugrunde liegende EPS-Prognose für das Geschäftsjahr 2027 um 4,3 %, erhöhte jedoch die Schätzung für das Geschäftsjahr 2028 um 0,9 %. Auch die Prognosen für das Geschäftsjahr 2029 und das Geschäftsjahr 2030 wurden gesenkt und die Umsatzerwartungen wurden für alle vier Geschäftsjahre insgesamt nach unten korrigiert. Bernstein erklärte in charakteristisch unverblümten Worten, dass Ryanair „floriert, wenn Blut auf dem Boden fließt“, und wies darauf hin, dass das Management offen die Möglichkeit von Ausfällen von Wettbewerbern anerkenne und gleichzeitig seine Liquiditätsposition stärke. Die irische Fluggesellschaft verfügt über eine Nettoliquidität und bietet damit finanzielle Flexibilität, die den meisten Wettbewerbern in dem schwierigen Betriebsumfeld derzeit fehlt. Das Forschungsunternehmen skizziert zwei Hauptpfade für die Zukunft der Branche. Entweder sinken die Treibstoffpreise deutlich, oder der Sektor erfährt Kapazitätsreduzierungen – sei es durch bewusste Kapazitätskürzungen oder durch Insolvenzen von Fluggesellschaften. Laut Bernstein würden Insolvenzen zwar kurzfristig für Gegenwind sorgen, langfristig aber letztlich größere Vorteile für Ryanair bringen. Vorstandsvorsitzender Michael O’Leary hat öffentlich eine potenzielle Gefährdung von Fluggesellschaften wie Wizz Air und Air Baltic festgestellt, falls die Straße von Hormus bis November gesperrt bleiben sollte. Er warnte davor, dass anhaltend hohe Kerosinpreise bestimmte europäische Fluggesellschaften in die Insolvenz treiben könnten, obwohl Ryanair sich durch die Absicherung von 80 % seines Treibstoffbedarfs abgesichert hat. O’Leary betonte, dass Ryanair während der Sommerreisesaison nicht mit Engpässen bei der Treibstoffversorgung rechnet, die sich auf seinen europäischen Flugplan auswirken werden. Evercore ISI schloss sich kürzlich dem optimistischen Chor an und stufte Ryanair mit einem Kursziel von 80 US-Dollar auf „Outperform“ hoch. Diese Hochstufung erfolgte, nachdem die Aktie einen Rückgang um 15 % verzeichnete und die robuste Bilanz des Unternehmens als Unterscheidungsmerkmal hervorhob. Das auf Euro lautende Ziel von Bernstein liegt bei 32 Euro, wobei das Unternehmen bekräftigt, dass die Fluggesellschaft „der am besten positionierte Name ist, um von einem Abschwung in der Punkt-zu-Punkt-Luftfahrt zu profitieren“. Nach dem Marktupdate von Easyjet, das auf steigende Kosten und eine nachlassende Buchungsdynamik aufmerksam machte, stand die Aktie auch unter Verkaufsdruck, was im gesamten europäischen Billigflugsektor für Gegenwind sorgte. Trotz der enttäuschenden Leistung im vierten Quartal und der geänderten kurzfristigen Prognosen bleibt Bernsteins Investitionsthese grundsätzlich unverändert: Ryanair verfügt über die Finanzkraft und Wettbewerbsposition, um Turbulenzen in der Branche zu überstehen, die sich für schwächere Wettbewerber als fatal erweisen könnten. Bernsteins Ziel von 32 € pro Aktie für die in Dublin notierten Aktien bleibt bestehen, wobei das Outperform-Rating nach der Veröffentlichung der Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2026 erneut bestätigt wurde.