Bermuda verlagert Zahlungsdienste über das Stellar-Netzwerk in die Kette

Bermuda hat gerade den bislang konkretesten Schritt getan, um das zu werden, was es als „weltweit erste vollständig vernetzte Volkswirtschaft“ bezeichnet. Das atlantische Inselgebiet gab am 12. Mai bekannt, dass es mit der Migration von Kernkomponenten seiner nationalen Zahlungs- und Finanzdienstleistungsinfrastruktur auf das Stellar-Netzwerk beginnen wird.
Das Pilotprogramm, das in Zusammenarbeit mit der Stellar Development Foundation entwickelt wurde, wird es den Bermudas ermöglichen, Löhne zu erhalten, Händler zu bezahlen, Regierungsgebühren zu begleichen und digitale Vermögenswerte über Stellar-basierte Wallets zu verwalten. Bermuda hat diesen Schritt seit Januar deutlich gemacht, als Beamte die Vision auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos darlegten.
Was der Pilot tatsächlich abdeckt
Bermuda zielt auf die gesamte Palette alltäglicher Finanzaktivitäten ab: Gehaltsabrechnung, Einzelhandel, Erhebung staatlicher Gebühren und Verwahrung digitaler Vermögenswerte. Stellar-basierte Wallets werden als primäre Schnittstelle für die am Pilotprojekt teilnehmenden Bewohner dienen, mit dem Ziel, Reibungsverluste zu reduzieren und die Kosten im Vergleich zu herkömmlichen Banksystemen zu senken.
Werbung
Auch Regierungsbehörden werden Stablecoin-basierte Zahlungssysteme für verschiedene Anwendungen erkunden. Lokale Finanzinstitute werden bei der Umstellung eine Rolle spielen, indem sie die Tokenisierung und die Abwicklung in der Kette untersuchen.
Warum Stellar und warum es wichtig ist
Stellar wurde ursprünglich für kostengünstige Zahlungen mit hohem Durchsatz und robusten Bargeld-On- und Off-Ramp-Funktionen entwickelt. Die Architektur des Netzwerks priorisiert den Werttransfer zwischen Fiat-Währungen und digitalen Token, und sein globales Ankernetzwerk – lizenzierte Finanzinstitute, die die Blockchain mit lokalen Bankensystemen verbinden – bietet Bermuda eine fertige Infrastruktur für die Integration digitaler Vermögenswerte.
Die Bevölkerung Bermudas liegt bei etwa 64.000. Dies ist nicht Indien oder Brasilien, die sich in der Kette bewegen. Aber kleine Gerichtsbarkeiten fungieren oft als Regulierungslabore, und was auf den Bermudas funktioniert, wird in größeren Märkten untersucht.
Was das für Anleger bedeutet
Das Pilotprojekt unterliegt der behördlichen Genehmigung und der schrittweisen Verfügbarkeit. Bermudas Ziel, vollständig auf die Kette zu gehen, ist ein mehrjähriges Projekt und kein Schalter, der über Nacht umgelegt wird.
Regierungen, die auf Staatsebene mit Stablecoin-Zahlungen experimentieren, könnten die regulatorische Klarheit für den breiteren Stablecoin-Markt beschleunigen. Jeder erfolgreiche staatliche Einsatz einer Stablecoin-Infrastruktur macht es für Regulierungsbehörden anderswo schwieriger zu argumentieren, dass die Technologie noch nicht für den institutionellen Einsatz bereit ist.