Bitcoin: Kann die Liquiditätsspritze der Fed in Höhe von 26,3 Milliarden US-Dollar den erneuten Test von BTC in Höhe von 60.000 US-Dollar stoppen?

Derzeit scheint Markt-FUD die Geduld der Anleger auf die Probe zu stellen.
Aus technischer Sicht sind große High-Cap-Vermögenswerte unter wichtige psychologische Niveaus gerutscht, wobei mehr als 100 Milliarden US-Dollar in weniger als 72 Stunden vom Markt gestrichen wurden. Bitcoin [$BTC] ist ebenfalls unter die 80.000-Dollar-Marke gefallen, sodass Händler angesichts des wachsenden Makro-FUD genau auf die nächste Richtungsbewegung achten.
Vor diesem Hintergrund wird die Federal Reserve 26,3 Milliarden US-Dollar in das Finanzsystem pumpen, beginnend mit einer Liquiditätsoperation in Höhe von 6,5 Milliarden US-Dollar am 18. Mai. In der Vergangenheit haben Liquiditätsspritzen dieser Größenordnung tendenziell Risikoanlagen unterstützt. Die Logik ist einfach: Wenn die Liquidität unter risikoscheuen Bedingungen zunimmt, neigen die Märkte dazu, Stabilität zu finden, da das Kapital allmählich wieder in risikoreichere Geschäfte zurückverlagert wird.
Quelle: TradingView (DXY)
Dieser Zyklus scheint jedoch strukturell anders zu sein.
Auf der Makroseite erfolgen diese Injektionen in einem ungewöhnlich volatilen Umfeld. Der US-Dollar-Index (DXY) legt weiter zu und ist in der Woche um etwa 1,5 % gestiegen, wobei er fünf Tage in Folge zulegte, nachdem die Inflation im April bei 3,8 % lag. Gleichzeitig steigen die Renditen von US-Staatsanleihen, was traditionelle renditegenerierende Vermögenswerte (Anleihen) attraktiver macht, da Anleger sich defensiv gegen Volatilität positionieren.
In diesem Umfeld könnte zusätzliche Liquidität eher den Dollar stützen als Risikoanlagen. Historisch gesehen haben Perioden mit starkem Dollar den Kapitalfluss in Bitcoin verlangsamt. Infolgedessen könnten diese Liquiditätsspritzen, anstatt die Rallye von $BTC anzukurbeln, die kurzfristige Marktinstabilität erhöhen, insbesondere wenn die Märkte beginnen, einen möglichen erneuten Test von $60.000 einzupreisen.
Liquiditätsspritze oder Liquiditätsfalle für Bitcoin?
Auf der Mikroebene trifft die eingehende Liquidität auf eine bereits instabile Bitcoin-Struktur.
Die On-Chain-Daten spiegeln diese Unsicherheit durch die Stablecoin-Aktivität auf Binance wider. Analysten stellten fest, dass die Nettozuflüsse von Stablecoins am 14. Mai auf über 1,5 Milliarden US-Dollar anstiegen, was auf einen vorübergehenden Liquiditätszufluss hindeutet. Der allgemeine Trend bleibt jedoch gemischt. Die vorangegangenen Sitzungen waren weitgehend von Abflüssen dominiert, darunter allein am 12. Mai fast 1,3 Milliarden US-Dollar.
Bei näherer Betrachtung deutet die Art und Weise, wie die Liquidität über die Märkte zirkuliert, eher auf ein steigendes Risiko als auf Stabilität hin. Wie die Grafik unten zeigt, stiegen die Margin-Schulden der USA im April um 83 Milliarden US-Dollar, was die Gesamtverschuldung auf den Rekordwert von 1,3 Billionen US-Dollar erhöhte. In den letzten 12 Monaten ist die Margin-Verschuldung um 53 % gestiegen, was darauf hindeutet, dass die Marktverschuldung bereits stark überlastet ist. Kurz gesagt, Spekulationen rund um Bitcoin scheinen zunehmend fremdfinanziert zu sein.
Quelle: Sakonnet Research
Vor dem aktuellen makroökonomischen Hintergrund sind Bitcoin-Long-Positionen aufgrund dieser Positionierung starken Schwankungen ausgesetzt.
Vor diesem Hintergrund dürfte die Liquidität in Höhe von 26,3 Milliarden US-Dollar die Märkte nicht stabilisieren. Da sowohl Makro- als auch Mikrosignale den kurzfristigen Handel gegenüber langfristigen Überzeugungen bevorzugen, könnte die zusätzliche Liquidität spekulative Aktivitäten ankurbeln und die Volatilität erhöhen.
Infolgedessen erscheint ein potenzieller erneuter Test von Bitcoin im Wert von 60.000 US-Dollar nicht mehr unwahrscheinlich.
Abschließende Zusammenfassung
Die Liquidität steigt, aber die Stärkung des Dollars und höhere Renditen begrenzen die Kapitalflüsse in Bitcoin.
Da die Hebelwirkung erhöht ist, bleibt Bitcoin anfällig für erhöhte Volatilität und einen möglichen erneuten Test von 60.000 US-Dollar.