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Zentralbankchef enthüllt in Antrittsrede Vision für eine landesweite digitale Währung

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cryptonewstrend.com
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Zentralbankchef enthüllt in Antrittsrede Vision für eine landesweite digitale Währung

Südkoreas neuer Gouverneur der Bank of Korea, Shin Hyun-song, nutzte seine Antrittsrede am 21. April, um ein klares Zeichen zu setzen: Die Zukunft des digitalen Geldes des Landes läuft über die digitale Währung der Zentralbank (CBDC) und von Banken ausgegebene Einzahlungstoken, nicht über private Stablecoins.

Wichtige Erkenntnisse:

Der am 21. April 2026 vereidigte Gouverneur der Bank of Korea (BOK), Shin Hyun-song, machte CBDC und Einzahlungstoken zum Mittelpunkt seiner Antrittsrede.

Projekt Hangang Phase 2, an dem derzeit 9 Banken beteiligt sind, zielt auf staatliche Subventionsanwendungsfälle im Wert von bis zu 110 Billionen Won (73 Milliarden US-Dollar) ab.

Dass Shin in seiner ersten Rede Stablecoins weggelassen hat, signalisiert eine staatlich erste digitale Won-Strategie, während Südkorea sein Digital Asset Basic Act fertigstellt.

Phase 2 des Projekts Hangang steht im Mittelpunkt, da der neue BOK-Gouverneur Pläne für digitale Won vorstellt

Shin trat sein Amt an und trat die Nachfolge von Rhee Chang-yong zu Beginn einer vierjährigen Amtszeit an. In seiner ersten großen politischen Rede erwähnte er mit keinem Wort die auf Won lautenden Stablecoins, was angesichts der Tatsache, dass Südkorea aktiv über Stablecoin-Regeln im Rahmen des bevorstehenden Digital Asset Basic Act debattiert, eine bemerkenswerte Unterlassung ist.

Die Position der BOK, wie Shin sie formulierte, basiert auf einem zweistufigen Modell. Die Zentralbank gibt ein Großhandels- oder Hybrid-CBDC aus. Geschäftsbanken geben Einzahlungstoken aus, die vollständig konvertierbar und für alltägliche Zahlungen und Abrechnungen konzipiert sind. Keine der Schichten lässt Platz für eine privat ausgegebene Alternative an der Spitze des Stapels.

Shin verwies direkt auf Phase 2 des Projekts Hangang, dem Flaggschiff-Pilotprojekt der BOK für digitale Won, als Mechanismus zur „Erhöhung der Benutzerfreundlichkeit von CBDC und Einzahlungstoken“. Phase 2 startete im März 2026 und wurde seitdem auf neun große Geschäftsbanken ausgeweitet. Derzeit laufen reale Transaktionstests mit potenziellen Anwendungen, darunter Auszahlungen staatlicher Subventionen im Wert von bis zu 110 Billionen Won, etwa 73 Milliarden US-Dollar.

Phase 1 des Projekts Hangang konzentrierte sich auf das technische Testen eines Blockchain-basierten digitalen Won. Phase 2 befasst sich mit der angewandten Nutzung und untersucht programmierbares Geld, Tools zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und die Integration in die bestehende Zahlungsinfrastruktur.

Shin verwies auch auf die Teilnahme von BOK am Projekt Agora, einer von der BIZ geleiteten grenzüberschreitenden Tokenisierungsinitiative. Das Projekt erforscht Multi-CBDC-Plattformen für schnellere internationale Zahlungen und Abwicklungen. Für Shin steht die Beteiligung der BOK an Agora in direktem Zusammenhang mit dem erklärten Ziel, die Rolle des koreanischen Won im globalen digitalen Zahlungsverkehr auszubauen, ohne die Kapitalkontrollen zu lockern oder das Finanzsystem zu destabilisieren.

Zu den weiteren Prioritäten der Rede gehörten der 24-Stunden-Devisenhandel, ein Offshore-Won-Abwicklungssystem und eine strengere Aufsicht über Kryptomärkte und Nichtbanken-Finanzinstitute. Shin sagte, die BOK werde während seiner gesamten Amtszeit eine „vorsichtige und flexible“ Geldpolitik verfolgen.

Das Versäumnis des Stablecoin erregte sofort die Aufmerksamkeit von Beobachtern. Während seiner Anhörung zur Bestätigung Mitte April vor dem Parlament hatte Shin eine offenere Position eingenommen. In schriftlichen Bemerkungen an den Gesetzgeber erklärte er, dass CBDCs und Einzahlungstoken „neben Stablecoins in einer Art und Weise existieren würden, die sich gegenseitig ergänzt und konkurriert“, und dass jede Ausgabe von Stablecoins bei regulierten Banken beginnen sollte. Beobachtern, die den Prozess beobachteten, war der Tonwechsel vom Kandidaten zum Gouverneur bewusst.

Shin bringt einen spezifischen internationalen Hintergrund in die Rolle ein. Von 2014 bis Anfang 2026 war er Wirtschaftsberater und später Leiter der Währungs- und Wirtschaftsabteilung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Vor der BIZ hatte er akademische Positionen inne, darunter eine Position an der Princeton University. Seine Amtszeit bei der BIZ überschnitt sich mit mehreren gemeinsamen CBDC-Experimenten, darunter früheren gemeinsamen Projekten mit Südkorea.

Der Geschäftsbankensektor wird im Rahmen von Shins Rahmen deutlich an Position gewinnen. Einlagentoken rücken Geschäftsbanken in den Mittelpunkt der digitalen Geldverteilung und geben ihnen eine direkte Rolle bei der programmierbaren Finanzierung, während gleichzeitig die Aufsicht der Zentralbank intakt bleibt.

Kryptomärkte und Nichtbanken-Finanzinstitute werden unter dem neuen Gouverneur einer verstärkten Prüfung ausgesetzt. Shin versprach einen besseren Datenzugriff zur Risikoverfolgung und eine genauere Überwachung von Aktivitäten außerhalb des traditionellen Bankensystems.

Südkoreas CBDC-Entwicklung wurde von zwei Gouverneuren vorangetrieben. Rhee Chang-yong führte technische Piloten weiter und untersuchte Subventionsanträge. Shin übernimmt in der Kommerzialisierungsphase die Führung und bevorzugt eine regulierte, interoperable Infrastruktur gegenüber umfassenderen privatwirtschaftlichen Experimenten.