Experte schlägt Alarm: Die WLFI-Kryptowährung von Trumps operiert möglicherweise außerhalb der regulatorischen Grenzen

Ein Rechtsexperte der Duke University hat bei World Liberty Financial, einem von der Trump-Familie unterstützten dezentralen Finanzprojekt, Alarm geschlagen und darauf hingewiesen, dass sein Token, $WLFI, möglicherweise als nicht registriertes Wertpapier nach Bundesrecht fungiert. Laut Lee Reiners, einem auf Kryptowährungsregulierung spezialisierten Rechtsdozenten, schaffen die Struktur und die Marketingstrategie des Projekts eine klare Gewinnerwartung für Investoren und erfüllen damit ein Schlüsselkriterium des Howey-Tests.
Der Howey-Test wurde 1946 vom Obersten Gerichtshof der USA eingeführt und ist ein Maßstab für die Feststellung, ob eine Transaktion einen Investmentvertrag und damit ein Wertpapier darstellt. Reiners argumentiert, dass die Unterstützer von $WLFI es zwar als einfaches Governance-Token beschreiben, die Realität jedoch differenzierter ist. Der Token sei speziell verkauft worden, um Kapital für ein Kryptowährungsunternehmen zu beschaffen, und die Marketingmaterialien und das Whitepaper des Emittenten hätten explizit oder implizit Renditen versprochen, behauptet er.
Reiners weist darauf hin, dass der Verkauf von Token zur Finanzierung eines Unternehmens und zur Schaffung von Gewinnerwartungen durch Marketing das zentrale Element des Howey-Tests auslöst. Darüber hinaus macht er auf die jüngsten rechtlichen Entwicklungen aufmerksam, die Zweifel an den Behauptungen aufkommen lassen, dass Krypto-Projekte häufig eine Dezentralisierung vorbringen, um einer Einstufung als Wertpapiere zu entgehen. Als Paradebeispiel wird die Klage der SEC gegen Tron-Gründer Justin Sun angeführt, die nach Ansicht von Reiners zeigt, dass viele Projekte, die angeblich dezentralisiert sind, tatsächlich zentral gesteuert werden.
Die Auswirkungen, wenn $WLFI als nicht registriertes Wertpapier eingestuft wird, sind weitreichend und können zu möglichen Folgen wie dem Delisting von Börsen, Anlegerklagen und Strafen führen. Die Verbindung des Projekts mit einer prominenten politischen Familie stellt eine zusätzliche Prüfungsebene und ein zusätzliches Reputationsrisiko dar. Reiners stellt die Frage, ob die aktuelle SEC unter der Führung von Gary Gensler angesichts der inkonsistenten Durchsetzungsbilanz der Regulierungsbehörde im Kryptobereich eine sinnvolle Untersuchung zu $WLFI durchführen würde.
Der Ausgang dieser Angelegenheit hat erhebliche Auswirkungen über das Projekt der Trump-Familie hinaus, da er einen Präzedenzfall dafür schaffen könnte, wie ähnliche politisch verbundene DeFi-Projekte von den Aufsichtsbehörden behandelt werden. Die laufende Debatte verdeutlicht die Spannung zwischen dem Streben der Kryptoindustrie nach Selbstregulierung und dem Auftrag der SEC, Anleger zu schützen. Für Investoren birgt die Rechtsunsicherheit im Zusammenhang mit $WLFI echte Risiken, und die Analyse von Reiners dient als glaubwürdige akademische Stimme in der wachsenden Debatte über die Legitimität des Projekts.
Für den Fall, dass $WLFI als nicht registriertes Wertpapier eingestuft wird, könnte das Projekt mit Durchsetzungsmaßnahmen der SEC rechnen, einschließlich Geldstrafen und Gewinnabschöpfung. Anleger können auch private Klagen einreichen, und der Token könnte von den Börsen genommen werden, was seiner Liquidität und seinem Wert schadet. Der Howey-Test, ein seit 1946 geltender Rechtsstandard, bleibt ein entscheidender Maßstab für die Feststellung, ob eine Transaktion als Investitionsvertrag qualifiziert ist, und seine Relevanz im Kryptozeitalter wird durch die Analyse von Reiners unterstrichen. Letztendlich erhöht die Beteiligung der Trump-Familie an $WLFI das öffentliche Interesse und die potenzielle behördliche Kontrolle und wirft die Frage auf, ob politisch verbundene Projekte von den Aufsichtsbehörden unterschiedlich behandelt werden.