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Der deutsche Politiker Klingbeil belebt den Plan der SPD, die Steuerbefreiung für Kryptowährungen im Haushalt 2027 abzuschaffen

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CryptoNewsTrend
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Der deutsche Politiker Klingbeil belebt den Plan der SPD, die Steuerbefreiung für Kryptowährungen im Haushalt 2027 abzuschaffen

Deutschland ist dabei, eines der großzügigsten Krypto-Steuersysteme Europas abzuschaffen. Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil hat einen Plan zur Abschaffung der einjährigen Haltefristbefreiung des Landes für Kryptowährungen fertiggestellt.

Der Plan ist Teil des Eckwertebeschlusses des Bundeshaushalts 2027 und wird voraussichtlich noch in dieser Woche vom Bundeskabinett verabschiedet.

Nach den aktuellen Regeln, die in Abschnitt 23 des deutschen Einkommensteuergesetzes festgelegt sind, werden Kryptowährungen als „Privatvermögen“ eingestuft. Anleger, die Bitcoin oder andere Token länger als 12 Monate halten, zahlen bei der Veräußerung keine Steuer.

Nach dem Klingbeil-Plan würden Kryptowährungen wie Aktien oder Fonds behandelt, wobei Gewinne unabhängig von der Haltedauer mit dem deutschen Kapitalertragssatz von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer besteuert würden.

Was die SPD im Jahr 2025 nicht verabschiedet hat, kehrt in einer anderen Rahmung zurück

Wie Cryptopolitan im April 2025 berichtete, hatte die SPD den gleichen Vorschlag bei Koalitionsverhandlungen vor einem Jahr vorangetrieben. Die Partei wollte die Haltefrist abschaffen und die Pauschalsteuer auf private Kapitaleinkünfte auf 30 % erhöhen.

Die CDU/CSU wehrte sich, und der Vorschlag wurde aus dem Koalitionsvertrag vom Mai 2025 gestrichen, der die Merz-Regierung an die Macht brachte.

Klingbeil, Vorsitzender der SPD und jetzt Finanzminister, hat den Vorschlag unter einem anderen Rahmen wiederbelebt. Es handelt sich nicht um eine eigenständige Steuererhöhung, sondern um einen Teil eines umfassenderen Haushaltspakets für 2027, das auf ein Defizit von 98 Milliarden Euro abzielt.

Der Haushalt sieht außerdem Ausgabenkürzungen in den Bereichen Gesundheit, Sozialhilfe und Renten sowie neue Abgaben auf Alkohol, Tabak, Zucker und Plastik vor.

Die Industrie warnt vor verfassungsrechtlichen und strukturellen Problemen

Der Bitcoin-Bundesverband, Deutschlands wichtigster Verband der Kryptoindustrie, lehnt die Änderung ab. „Der politische Trick liegt auf der Hand“, sagte die Gruppe und bezeichnete die Reform als eine verschleierte Steuererhöhung, die im Widerspruch zu früheren Entlastungsversprechen der Koalition stehe.

Verfassungsrechtsexperten haben darauf hingewiesen, dass die Anwendung strengerer Regeln speziell für Kryptowährungen bei gleichzeitiger Beibehaltung der Vorzugsbehandlung vergleichbarer privater Vermögenswerte im Rahmen des deutschen Gleichheitsschutzgrundsatzes auf die Probe gestellt werden könnte.

Bitpanda-Mitbegründer Eric Demuth nannte den Plan „eine äußerst dumme Entscheidung“ und verwies auf die Abschaffung einer ähnlichen Ausnahme in Österreich im Jahr 2022.

Österreich erhebt nun unabhängig von der Haltedauer eine Pauschalsteuer von 27,5 % auf Kryptogewinne, und Demuth argumentierte, dass die Änderung mehr Bürokratie als Einnahmen verursacht habe.

Im Bundestag wurde noch kein formelles Gesetz verabschiedet. Ob Bestandsschutzbestimmungen bestehende Bestände schützen würden, bleibt unklar.

Der Plan ist der vierte Versuch, die Ausnahme von der Haltefrist innerhalb von 18 Monaten abzuschaffen. Jeder vorherige Versuch scheiterte. Diese Version ist jetzt in ein Budgetpaket eingebettet und lässt sich am schwersten entgleisen.

Der deutsche Politiker Klingbeil belebt den Plan der SPD, die Steuerbefreiung für Kryptowährungen im Haushalt 2027 abzuschaffen