Der Konflikt im Golf von Oman löst einen Ausverkauf der Kryptowährung aus, da die Militäraktion auf Schiffe mit iranischem Register abzielt.

US-Kampfflugzeuge haben am 8. Mai im Golf von Oman zwei unter iranischer Flagge fahrende Tanker angegriffen und außer Gefecht gesetzt. Dies war die zweite derartige Operation innerhalb von drei Tagen und löste Schockwellen auf den Energie- und Kryptomärkten aus. Die Ölpreise stiegen kurzzeitig auf über 100 US-Dollar pro Barrel, während Bitcoin unter 80.000 US-Dollar fiel, was zu Liquidationen von Krypto-Futures in Höhe von etwa 300 Millionen US-Dollar führte, da Händler sich bemühten, das Risiko neu zu bewerten.
Die als Sea Star III und Sevda identifizierten Schiffe wurden mit Präzisionsmunition gezielt auf ihre Schornsteine gerichtet, um sie daran zu hindern, in iranische Gewässer einzudringen. Den Angriffen folgte eine ähnliche Operation gegen einen Tanker namens M/T Hasna am 6. Mai, die ein klares Muster zunehmender militärischer Durchsetzung gegen iranische Öllieferungen festlegte.
Was ist passiert und warum es wichtig ist
Der Golf von Oman liegt an der Mündung der Straße von Hormus, der schmalen Wasserstraße, durch die täglich etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung fließt.
Das US-Zentralkommando führte die Angriffe im Rahmen einer anhaltenden Seeblockade durch, um den iranischen Ölhandel im Rahmen erneuter Sanktionen einzuschränken. Von der Blockade waren in den letzten Wochen bereits über 70 Handelsschiffe betroffen, doch die direkten Angriffe auf Schiffe unter iranischer Flagge stellen eine deutliche Eskalation vom Verbot zur Zerstörung dar.
Die Operation verlief ohne gemeldete Verluste, wobei die Angriffe darauf ausgerichtet waren, die Schiffe bewegungsunfähig zu machen, statt sie zu versenken.
Der Krypto-Fallout
Der Rückgang von Bitcoin unter 80.000 US-Dollar am 8. Mai führte zu etwa 300 Millionen US-Dollar an Krypto-Futures-Liquidationen. Händler, die auf einen Anstieg von Bitcoin gewettet hatten, mussten ihre Positionen zwangsweise schließen, als der Preis unter ihre Margenschwellen fiel, wobei jede Liquidation den Verkaufsdruck erhöhte, der die nächste auslöste.
Der Anstieg des Ölpreises auf über 100 US-Dollar pro Barrel sorgte für zusätzlichen Gegenwind für Risikoanlagen. Höhere Energiepreise wirken sich auf die Inflationserwartungen aus, die sich wiederum auf die Erwartungen einer strengeren Geldpolitik auswirken, was für spekulative Vermögenswerte wie Kryptowährungen im Allgemeinen nicht gut ist.
Iran, Krypto und das Sanktionsspiel
Der Iran hat eine gut dokumentierte Geschichte darin, digitale Vermögenswerte zur Umgehung finanzieller Beschränkungen zu nutzen. Seit mindestens 2020 nutzt das Land Bitcoin und andere Kryptowährungen als Instrumente, um die traditionellen Bankkanäle zu umgehen, die durch Sanktionen blockiert werden sollen. Während im letzten Monat keine neuen Berichte über die Umgehung kryptobasierter Sanktionen durch den Iran aufgetaucht sind, wirft die Verschärfung der Seeblockade offensichtlich die Frage auf, ob Teheran stärker auf digitale Problemumgehungen setzen wird.
Was das für Anleger bedeutet
Da bereits über 70 Schiffe von der Blockade betroffen sind und innerhalb von drei Tagen drei Tanker angefahren wurden, sollten Anleger die Straße von Hormus genauso genau beobachten wie die On-Chain-Kennzahlen. Jede Unterbrechung des Ölflusses durch diesen Engpass würde sich auf alle Märkte auf dem Planeten auswirken, einschließlich Krypto.
Das 300-Millionen-Dollar-Liquidationsereignis erinnert auch an die Gefahren einer übermäßigen Verschuldung in volatilen Märkten. Wenn das geopolitische Risiko steigt, schrumpft der Abstand zwischen „komfortabler Marge“ und „Liquidation“ erheblich.