Mit einer bahnbrechenden Überarbeitung ist die Securities and Exchange Commission bereit, die IPO-Landschaft zu revolutionieren, indem sie neuen Marktteilnehmern schnellen Zugang zu Kapital gewährt.

Die US-Börsenaufsichtsbehörde (Securities and Exchange Commission) hat weitreichende Änderungen an den Regeln für Börsengänge (IPO) und Aktiengesellschaften vorgeschlagen, die es Unternehmen, einschließlich Kryptounternehmen, erleichtern könnten, in den USA an die Börse zu gehen und nach der Notierung Geld zu beschaffen.
Das am Dienstag vorgestellte Paket stellt die größte vorgeschlagene Überarbeitung der Regeln für registrierte Angebote seit mehr als 20 Jahren dar. SEC-Beamte sagten während einer Medienbesprechung, dass die Reformen darauf abzielen, einen langfristigen Rückgang der Zahl börsennotierter Unternehmen umzukehren, indem die Compliance-Kosten gesenkt und die Kapitalbeschaffung vereinfacht werden.
In den letzten 18 Monaten haben Unternehmen wie BitGo (BTGO), Circle (CRCL) und Bullish (BLSH) Börsennotierungen oder große US-Marktdebüts abgeschlossen, während Unternehmen wie Securitize und Kraken IPO-Pläne entweder geprüft oder öffentlich diskutiert haben. Die von der SEC vorgeschlagenen Änderungen könnten dazu führen, dass diese Notierungen billiger und schneller durchgeführt werden können, insbesondere für mittelgroße Kryptofirmen, die möglicherweise mit den Kosten zu kämpfen haben, die mit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft verbunden sind.
Der Vorschlag könnte mehrere Hindernisse beseitigen, die US-Börsennotierungen teuer und unvorhersehbar gemacht haben.
Eine der bedeutendsten Änderungen würde es neu börsennotierten Unternehmen ermöglichen, unmittelbar nach einem Börsengang „Registrierungen“ zu verwenden. Dieser Prozess ermöglicht es Unternehmen, Wertpapiere vorab zu registrieren und Aktien schnell zu verkaufen, wenn sich die Marktbedingungen verbessern.
SEC-Beamte sagten, die aktuellen Regeln zwingt Unternehmen dazu, etwa ein Jahr nach dem Börsengang zu warten, bevor sie dieses Verfahren anwenden. Der Vorschlag würde auch die bestehende öffentliche Float-Anforderung in Höhe von 75 Millionen US-Dollar beseitigen, die an uneingeschränkte Regalangebote gebunden ist.
Für Kryptounternehmen, die in volatilen Märkten tätig sind, könnte sich diese Flexibilität als wichtig erweisen.
Ein Unternehmen wie Securitize, das auf tokenisierte Wertpapierinfrastruktur spezialisiert ist und als potenzieller IPO-Kandidat gilt, könnte theoretisch an die Börse gehen und schnell wieder Zugang zu öffentlichen Märkten erhalten, wenn die Nachfrage der Anleger steigt.
Die SEC schlug außerdem vor, den Zugang zu regulatorischen Vorkehrungen zu erweitern, die derzeit den größten börsennotierten Unternehmen vorbehalten sind. Beamte sagten, nur etwa 36 % der börsennotierten Unternehmen hätten derzeit Anspruch auf diese Vorteile, doch der Vorschlag würde diese Zahl auf etwa 75 % erhöhen.
Zu diesen Vorkehrungen gehören optimierte Registrierungsprozesse, eine größere Kommunikationsflexibilität bei Angeboten und eine erweiterte Research-Abdeckung durch Broker-Dealer.
Eine weitere wichtige Änderung würde den Schwellenwert für den Status eines „großen beschleunigten Antragsstellers“ von 700 Millionen US-Dollar auf 2 Milliarden US-Dollar im öffentlichen Umlauf anheben – was bedeutet, dass Unternehmen mit einer Bewertung zwischen diesen Werten länger den strengsten Berichts- und Prüfungsanforderungen der SEC entgehen würden. Unternehmen würden außerdem für mindestens fünf Jahre nach dem Börsengang von den strengsten Berichtspflichten ausgenommen bleiben.
SEC-Beamte sagten, dass der aktuelle Rahmen Unternehmen zu schnell zu kostspieligen Prüfungspflichten zwingen kann, da sich der Status des Antragstellers aufgrund kurzfristiger Aktienkursbewegungen ändern kann. Dem Vorschlag zufolge müssten Unternehmen den Schwellenwert zwei Jahre in Folge überschreiten, bevor sie mit strengeren Anforderungen konfrontiert werden.
Die Änderungen könnten insbesondere Kryptofirmen zugute kommen, die nach der Börsennotierung ihre Geschäftstätigkeit noch ausbauen.
Der Vorschlag schafft keine kryptospezifischen Regeln. Aber es signalisiert einen breiteren Wandel bei der SEC hin zur Förderung von Kapitalbildung und Börsennotierungen, nachdem die Branche jahrelang strenger durchsetzungsorientiert überwacht wurde.
Die Regeln können nun 60 Tage lang öffentlich kommentiert werden, bevor sie endgültig verabschiedet werden.