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Investmentriese schlägt Alarm wegen des Potenzials künstlicher Intelligenz, die finanzielle Flexibilität Amerikas zu gefährden

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Investmentriese schlägt Alarm wegen des Potenzials künstlicher Intelligenz, die finanzielle Flexibilität Amerikas zu gefährden

Das sehen Ökonomen nicht alle Tage: Unternehmen geben genau dann mehr Geld aus, wenn es teurer wird. Andrew Sheets von Morgan Stanley, Global Head of Fixed Income Research des Unternehmens, erläuterte in einem Podcast vom 11. Mai, dass die Ausgaben für KI-Infrastruktur die Art und Weise, wie die US-Wirtschaft auf Preissignale reagiert, grundlegend verändern.

Die Kernbeobachtung ist frappierend. Die Kupferpreise sind im Jahresvergleich um 40 % gestiegen. Gasturbinen sind um 50 % gestiegen. Speicherchips sind in nur zwölf Monaten um 150 bis 300 % gestiegen. Und die Nachfrage nach all dem steigt immer weiter.

Die 800-Milliarden-Dollar-Frage

Morgan Stanley geht nun davon aus, dass große US-Technologieunternehmen im Jahr 2026 KI-bezogene Investitionen in Höhe von 800 Milliarden US-Dollar tätigen werden. Diese Zahl ist fast doppelt so hoch wie im Vorjahr und ungefähr dreimal so hoch wie die Ausgaben im Jahr 2024. Die Prognose für 2027 steigt sogar noch höher, nämlich auf 1,1 Billionen US-Dollar.

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Sheets beschrieb dieses Ausgabeverhalten als „einzigartig preisunempfindlich“. Im Klartext: Unternehmen, die eine KI-Infrastruktur aufbauen, scheuen sich nicht vor höheren Kosten. Sie kaufen einfach weiterhin Chips, Rechenzentren und Stromversorgungsgeräte, unabhängig davon, was auf der Rechnung steht.

Gute Nachrichten, schlechte Nachrichten

Sheets bezeichnete die Situation als „klassische Geschichte mit guten und schlechten Nachrichten“. Die gute Nachricht liegt auf der Hand. Wenn Hunderte Milliarden Dollar in Investitionsausgaben fließen, stützt das das BIP-Wachstum, fördert die Beschäftigung im Baugewerbe und im verarbeitenden Gewerbe und generiert Unternehmensgewinne. Der Halbjahresausblick von Morgan Stanley prognostiziert einen Anstieg der US-Unternehmensausgaben um 7 % im vierten Quartal 2026, wobei für 2027 ein Wachstum von 8 % prognostiziert wird, das zu einem erheblichen Teil auf KI-bezogene Investitionen zurückzuführen ist.

Nun zu den schlechten Nachrichten. Wenn ein riesiger Wirtschaftssektor nicht mehr auf Preissignale reagiert, wird es schwieriger, die Inflation zu bändigen. Wenn Unternehmen unabhängig von den Kosten weiterhin Kupfer und Speicherchips kaufen, haben die Hersteller wenig Anreiz, die Preise zu moderieren.

Hinzu kommt der Aspekt des Kreditmarktes. Sheets wies auf das Potenzial für eine Ausweitung der Kreditspannen auf den Märkten für Unternehmensanleihen hin. Unternehmen, die massive Ausbauten durch die Emission von Schuldtiteln finanzieren, üben Druck auf die breitere Rentenlandschaft aus. Wenn genügend Unternehmen hohe Kredite aufnehmen, um die KI-Infrastruktur zu finanzieren, könnte sich die Risikoprämie für Unternehmensanleihen erhöhen, was die Kreditaufnahme insgesamt verteuern würde.

Was das für Anleger bedeutet

Für Anleger in festverzinsliche Wertpapiere könnte der Inflationsimpuls durch KI-Ausgaben dazu führen, dass die Zinssätze länger hoch bleiben, als der Konsens erwartet. Wenn die Fed versucht, die Wirtschaft abzukühlen, während ein Billionen-Dollar-Ausgabenmotor scheinbar immun gegenüber einer Straffung der Geldpolitik ist, beginnt der traditionelle Transmissionsmechanismus von Zinserhöhungen zusammenzubrechen.

Erwähnenswert: Sheets hat ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sich diese Analyse auf traditionelle Finanzmärkte bezieht. Er bezog sich in seiner Einschätzung nicht auf digitale Währungen oder Krypto-Assets.

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