Die Begeisterung der Anleger führt zu einer Rallye der Sandisk-Aktien, nachdem Wall-Street-Experten ihre Prognosen einheitlich angehoben haben und auf eine robuste Nachfrage nach Speicherchips verweisen.

Inhaltsverzeichnis Sandisk-Aktien beendeten die Vorwoche auf einem Rekordniveau von rund 990 US-Dollar und setzten ihren Aufwärtstrend fort. Die Aktie des Speicherchipherstellers stieg während der Sitzung am Montag um mehr als 7 % und erreichte 1.063 US-Dollar, nachdem eine Reihe positiver Analystenberichte und erhöhte Kursziele zu verzeichnen waren. Sandisk Corporation und SNDK Melius Research führten den Vorstoß an, indem sie die Coverage mit einer Kaufempfehlung starteten und ein Kursziel von 1.350 $ festlegten. Dieses Ziel entspricht einem potenziellen Aufwärtspotenzial von etwa 36 % gegenüber dem Handelsniveau der Aktie in der späten Woche. Sowohl Cantor Fitzgerald als auch Morgan Stanley schlossen sich dem bullischen Chor an. Cantor erhöhte sein Kursziel auf 1.400 US-Dollar, während Morgan Stanley sein Kursziel auf 1.100 US-Dollar erhöhte, wobei beide Unternehmen die Verbesserung der Fundamentaldaten im gesamten Speicherhalbleitersektor hervorhoben. Die zentrale These, die diese Upgrades vorantreibt, bleibt bei allen drei Forschungshäusern gleich: Die Preise für NAND-Flash-Speicher steigen erheblich, das verfügbare Angebot bleibt begrenzt und die Nachfrage nach Rechenzentren für künstliche Intelligenz wächst weiter. Branchenprognosen deuten darauf hin, dass die durchschnittlichen Verkaufspreise für NAND im ersten Quartal 2026 sequenziell um 70–90 % steigen könnten. Dieses Ausmaß an Preisstärke ist in der Halbleiterindustrie ungewöhnlich und veranlasst Analysten, ein erhebliches Gewinnwachstum für Sandisk zu prognostizieren. Das aktualisierte Modell von Morgan Stanley prognostiziert nun einen Anstieg der Bruttomargen in Richtung 80 %, wobei die Umsatzprognosen für 2026 und 2027 die aktuellen Konsenszahlen von Street deutlich übertreffen. Die Investmentbank geht außerdem davon aus, dass Sandisk in seinem nächsten Quartalsbericht die Gewinnerwartungen übertreffen wird. Melius begründete seine optimistische Perspektive mit einer grundlegenden Veränderung der Nachfragemuster. Das Forschungsunternehmen behauptet, dass sich Speicherprodukte mit hoher Bandbreite, die KI-Prozessoren ergänzen, in der Anfangsphase eines erweiterten Wachstumspfads befinden, der möglicherweise „bis zum Ende des Jahrzehnts“ andauert. Die traditionelle Skepsis gegenüber Speicheraktien konzentriert sich auf die Zyklizität. Die Nachfrage nach Halbleitern folgt historisch gesehen Boom-and-Bust-Mustern, was dazu führt, dass Anleger Sandisk trotz der jüngsten Dynamik niedrigere Bewertungskennzahlen zuordnen. Obwohl DRAM-Hersteller ihre Kapazitäten erweitern – teilweise durch die Umnutzung bestimmter NAND-Produktionslinien – werden nur minimale Investitionen in neue Reinräume speziell in die NAND-Herstellung gelenkt. Es wird erwartet, dass dieses Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage mindestens bis 2027–2028 angespannte Marktbedingungen aufrechterhalten wird. Hyperscale-Cloud-Betreiber, Hersteller von Unterhaltungselektronik und Unternehmenskunden konkurrieren alle um begrenzten NAND-Bestand. Das ausverkaufte Marktumfeld spiegelt sich in der aktuellen Preisdynamik wider. Eine wichtige Entwicklung, die Analysten beobachten, ist die Entstehung langfristiger Liefervereinbarungen zwischen Speicherherstellern und -käufern. Vergleichbare LTA-Frameworks haben die DRAM-Preismechanismen für Micron und Samsung bereits verändert. Sollte NAND ähnliche Vertragsstrukturen einführen, könnte dies für Sandisk in Zukunft eine größere Vorhersehbarkeit der Preise und eine bessere Ertragskonsistenz gewährleisten. Sandisk musste drei Jahre in Folge Verluste hinnehmen, bevor es im laufenden Jahr wieder in die Gewinnzone zurückkehrte. Konsensprognosen gehen davon aus, dass der Gewinn im Jahr 2026 bei etwa 41,75 US-Dollar pro Aktie liegt und bis 2027 auf über 107 US-Dollar ansteigt. Selbst mit Blick auf das Jahr 2030 zeigen die Prognosen, dass der Gewinn auf einem Niveau von über 43 US-Dollar bleiben wird – was die erwarteten Ergebnisse für dieses Jahr übersteigt. Da die Aktie unter dem 25-fachen der voraussichtlichen Gewinne liegt, scheint sie im Vergleich zur prognostizierten Ertragskraft unterbewertet zu sein. Morgan Stanley betonte, dass Sandisk mit einem Abschlag gegenüber Micron gehandelt wird, gemessen auf der Basis eines Forward-Cashflow-Multiplikators. Die Marktteilnehmer werden die bevorstehende Gewinnveröffentlichung des Unternehmens, mögliche Ankündigungen langfristiger Vereinbarungen und Kapitaleinsatzstrategien, einschließlich Aktienrückkaufprogrammen, im Auge behalten, da sich die Cash-Generierung beschleunigt.