Gerichtsurteile stellen einen Schlag gegen die Handelspolitik des ehemaligen Präsidenten dar und machen wichtige Einfuhrabgaben zunichte.

Ein Bundesgericht hat entschieden, dass Präsident Trumps 10-prozentiger Zoll auf die meisten Importe in die Vereinigten Staaten rechtswidrig ist. Der Internationale Handelsgerichtshof stellte in einer 2:1-Entscheidung fest, dass die Regierung nicht die Art von Zahlungsbilanzkrise nachweisen konnte, die zur Rechtfertigung der Abgaben erforderlich wäre.
Für Krypto ist das Urteil wichtiger, als Sie vielleicht denken. In den USA ansässige Bitcoin-Miner müssen dank der Zölle auf importierte ASIC-Maschinen seit Jahren überhöhte Hardwarekosten hinnehmen, und ein möglicher Rollback könnte ihre Kostenstruktur erheblich verändern.
Was das Gericht tatsächlich gesagt hat
Das 53-seitige Urteil beruhte auf einer technischen, aber wichtigen Unterscheidung. Die Trump-Regierung hatte sich zur Einführung von Zöllen auf Abschnitt 122 des Handelsgesetzes berufen und argumentiert, dass Handelsdefizite und Leistungsbilanzdefizite als „Zahlungsbilanzdefizite“ gelten, die das Gesetz vorschreibt.
Das Gericht war anderer Meinung. Das Gesetz erlaubt Notzölle auf Importe, wenn dem Land die Devisenreserven zur Begleichung seiner internationalen Rechnungen ausgehen. Ein Handelsdefizit, bei dem man mehr Waren importiert als exportiert, ist nicht dasselbe. Die Richter stellten fest, dass eine solche Zahlungskrise nicht vorliege.
Das Urteil gewährt einstweilige Verfügungen und Rückerstattungen, jedoch nur einem kleinen Kreis von Klägern: dem Bundesstaat Washington, einem Gewürzunternehmen namens Burlap and Barrel und einem kleinen Spielzeugunternehmen. Weitergehende Klagen anderer Staaten wurden mangels Berechtigung abgewiesen, sodass die Entscheidung nicht zu einer allgemeinen einstweiligen Verfügung werden kann, die die Zölle für alle blockieren würde.
Dies ist das zweite Mal, dass Gerichte Trumps Tarifrahmen aufgehoben haben. Der Oberste Gerichtshof erließ Anfang 2026 ein 6:3-Urteil, mit dem er Zölle blockierte, die im Rahmen des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) erhoben wurden. Nun wurde auch § 122 abgelehnt.
Das Justizministerium hat gegen die Entscheidung bereits Berufung eingelegt. Die Tarife selbst laufen voraussichtlich Ende Juli aus, sofern die Regierung keine weiteren Maßnahmen ergreift, um sie zu verlängern oder zu ersetzen.
Warum Bitcoin-Miner genau beobachten
Während des Tarifzyklus 2018 stiegen die ASIC-Kosten für US-Bergleute um schätzungsweise 20–30 %. Für Betriebe, die Dutzende Millionen für Hardware-Aktualisierungen ausgeben, ist dies der Unterschied zwischen profitabler Expansion und Stillstand.
Die Aussicht auf Zollrückgänge oder zumindest Rückerstattungen für betroffene Importeure sendete ein Signal an börsennotierte Bergbauaktien. CleanSpark, eines der größeren US-amerikanischen Bergbauunternehmen, verzeichnete nach der Bekanntgabe des Urteils einen Anstieg seiner Aktien um rund 4 %. Die Logik ist einfach: Billigere Hardware bedeutet niedrigere Break-Even-Kosten, was zu besseren Margen bei jedem gegebenen Bitcoin-Preis führt.
Abgesehen von einzelnen Lagerbeständen steht die gesamte Lieferkette für Bergbauausrüstung unter Druck. Die Zölle führten zu Engpässen, da die Importeure versuchten, Einkäufe zeitlich zu planen, Lieferungen durch Drittländer umzuleiten oder einfach die zusätzlichen Kosten aufzufangen.
Das größere Bild der Handelspolitik
Die IEEPA-basierten Zölle wurden abgeschafft. Die Zölle gemäß Abschnitt 122 wurden gerade abgeschafft. Der Regierung fehlen die rechtlichen Möglichkeiten, ohne Genehmigung des Kongresses umfassende Einfuhrzölle zu erheben.
Die geografische Verteilung des Bergbausektors hat sich seit Chinas hartem Vorgehen im Jahr 2021 in Richtung der USA verlagert, und die Kosten für die Geschäftstätigkeit in Amerika, einschließlich Einfuhrzöllen auf lebenswichtige Hardware, wirken sich direkt darauf aus, ob dieser Trend anhält oder sich umkehrt.
Wenn die Zölle in Kraft bleiben und berechtigten Klägern Rückerstattungen gewährt werden, ist damit zu rechnen, dass andere Importeure ähnliche Ansprüche geltend machen. Der enge Anwendungsbereich des aktuellen Urteils schränkt seine unmittelbaren Auswirkungen ein, legt aber die rechtliche Begründung fest, die künftige Herausforderer anführen werden.
Die Berufung des DOJ könnte Monate dauern. Die Tarife laufen jedoch Ende Juli aus. Bergbauunternehmen, die in der zweiten Hälfte des Jahres 2026 große Hardware-Käufe planen, gehen im Wesentlichen eine Wette darauf ein, welches Szenario eintritt: eine saubere Lösung, die die Kosten senkt, oder ein längerer Rechtsstreit, der die Unsicherheit aufrechterhält.