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Lord Kulveer Ranger über digitale Vermögenswerte, digitales Pfund und Stablecoins

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Lord Kulveer Ranger über digitale Vermögenswerte, digitales Pfund und Stablecoins

Lord Ranger ist Mitglied des britischen Oberhauses und Co-Vorsitzender der All-Party Parliamentary Group (APPG) für digitale Märkte und digitales Geld.

Die folgenden Meinungen sind seine eigenen.

In einem entscheidenden Moment für die Zukunft des Geldes lieferte letzte Woche eine Beweisaufnahme mit der Bank of England etwas, was wir nicht oft bekommen: eine klare, offene Aussage aus dem Herzen der britischen Währungsbehörde darüber, wie sie digitale Vermögenswerte, systemische Stablecoins und das digitale Pfund sieht.

Nachdem ich mich 18 Monate lang intensiv mit der Regulierungsdebatte für digitale Vermögenswerte beschäftigt habe, habe ich als Co-Vorsitzender der APPG für digitale Märkte und digitales Geld zwei entscheidende Eindrücke gewonnen: Die Bank hört zu und die Bank ist vorsichtig. Beides ist verständlich. Beides allein wird nicht ausreichen.

Beginnen wir mit dem Positiven. Der Ton des Engagements ist wichtig, und er verbessert sich. Die Bereitschaft der Bank, Rückmeldungen aufzunehmen und zu reflektieren, insbesondere zu ihrer Konsultation zu systemrelevanten Stablecoins, ist sowohl aufrichtig als auch willkommen. Dabei handelt es sich nicht um eine isoliert agierende Regulierungsbehörde; Es geht darum, aktiv zu verstehen, wie sich Innovationen in Echtzeit entwickeln.

Das ist wichtig, weil Stablecoins nicht mehr theoretisch sind. Richtig strukturiert bieten sie die Aussicht auf schnellere, günstigere und besser programmierbare Zahlungen. Bei unsachgemäßer Handhabung bringen sie Risiken mit sich, die den Kern der Finanzstabilität beeinträchtigen. Dass die Bank beide Seiten dieser Gleichung anerkennt, ist beruhigend. Es braucht Zeit, dies richtig zu machen. Aber hier liegt der Haken: Zeit ist keine neutrale Variable.

Wir agieren in einem globalen Finanzsystem, in dem sich Kapital, Fähigkeiten und Vertrauen schnell bewegen. Andere Jurisdiktionen treffen Entscheidungen, manche freizügiger, manche experimenteller, und alle spiegeln ihre eigenen wirtschaftlichen Prioritäten wider. Die Bank hat Recht, wenn sie sagt: „Ihre Volkswirtschaften sind anders aufgebaut.“ Aber Märkte sind global. Und Innovation wartet nicht auf eine perfekte politische Ausrichtung.

Das bringt uns zum zentralen Thema, das allem zugrunde liegt, was wir gehört haben: Risiko. Im Kern geht es bei dieser Debatte nicht um Technologie, sondern um das Ausmaß des Risikos, das die Bank bereit ist, im britischen Finanzsystem zu erkennen, zu tolerieren und letztendlich zu absorbieren. Das ist ein zutiefst schwieriges Urteil. Zu viel Risiko und Stabilität sind gefährdet. Zu wenig, und das Vereinigte Königreich riskiert, sich selbst zu regulieren und irrelevant zu werden. Die Aufgabe besteht darin, dieses Gleichgewicht zu finden. Aber es erfordert eine klare Absicht.

Nehmen Sie die Digital Securities Sandbox (DSS). Innerhalb der Bank herrscht klare Begeisterung für ihr Potenzial. Und zu Recht ist die Idee einer kontrollierten Umgebung zum Testen von Distributed-Ledger-Technologien auf den Kapitalmärkten genau die Art von regulatorischer Innovation, die das Vereinigte Königreich fördern sollte. Dennoch ist die Stimmung in der Branche bestenfalls gemischt. Unternehmen stellen eine einfache Frage: Wie hoch ist die Rendite der Teilnahme? Der Sandbox-Einsatz ist mit echten Kosten verbunden. Zeit, Kapital, Senior-Ressource.

Aber allzu oft sind die Ergebnisse unklar. Experimente ohne einen klaren Weg zur Bereitstellung sind auf einem wettbewerbsintensiven globalen Markt kein überzeugendes Angebot. Wenn das DSS erfolgreich sein soll, muss es über einen sicheren Raum für Tests hinausgehen. Es muss eine Brücke zur realen Anwendung werden und regulatorische Klarheit, kommerzielle Realisierbarkeit und letztendlich Skalierbarkeit bieten. Andernfalls laufen wir Gefahr, elegante Rahmenbedingungen zu schaffen, die Interesse wecken, aber kein Engagement aufrechterhalten. Dasselbe Prinzip gilt allgemeiner für die Richtlinie zu digitalen Vermögenswerten.

Das Vereinigte Königreich verfügt über alle Voraussetzungen, um eine Führungsrolle zu übernehmen: tiefgreifende Kapitalmärkte, erstklassige Regulierungsinstitutionen und ein florierendes Fintech-Ökosystem. Was es jetzt braucht, ist Vertrauen in die Regulierung. Signalisiert, dass Innovation nicht nur erlaubt, sondern innerhalb klarer und verhältnismäßiger Leitplanken ermöglicht wird.

In den letzten anderthalb Jahren habe ich mit Unternehmen aus dem gesamten Spektrum zusammengearbeitet, von jungen Innovatoren bis hin zu globalen Finanzinstituten. Die Botschaft ist konsistent. Sie verlangen keine Freikarte. Sie fordern Sicherheit: einen Rahmen, der vorhersehbar, kohärent und international wettbewerbsfähig ist. Und das bringt uns zurück zur Threadneedle Street.

Die Bank of England, die alte Dame der Threadneedle Street, ist seit langem ein Synonym für Besonnenheit. Dieser Ruf ist wohlverdient und nach wie vor unverzichtbar.

Aber Vorsicht muss sich im heutigen Kontext weiterentwickeln. Es kann nicht nur darum gehen, das Risiko zu minimieren; es muss auch darum gehen, Fortschritt zu ermöglichen. Denn hier ist die Realität: Innovation stärkt Systeme, wenn sie gut reguliert ist. Es diversifiziert die Infrastruktur, erhöht die Widerstandsfähigkeit und steigert die Effizienz. Die Frage ist nicht, ob digitale Vermögenswerte in der Zukunft des Finanzwesens eine Rolle spielen werden, sie spielen bereits eine Rolle. Die Frage ist, wo diese Zukunft aufgebaut wird.

Also ja, die alte Dame muss ihre Steuertugenden bewahren. Aber sie muss auch bereit sein, gelegentlich „Bein zu zeigen“. Das bedeutet, sich der Führung zuzuwenden. Rahmenbedingungen setzen, nach denen andere Ausschau halten. Sich mit Absicht bewegen, wobei die Fahrtrichtung klar ist, auch wenn noch nicht alle Details geklärt sind. Es bedeutet, dies in einem globalen Wettlauf um Innovation anzuerkennen