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Die Marktstimmung ändert sich, da die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in den USA angesichts der steigenden langfristigen Anleihezinsen steigt

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CryptoNewsTrend
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Die Marktstimmung ändert sich, da die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in den USA angesichts der steigenden langfristigen Anleihezinsen steigt

Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed ist auf 52 % gestiegen, während die Renditen 30-jähriger US-Staatsanleihen auf über 5 % gestiegen sind, was die Finanzierungsbedingungen verschärft und den Druck auf Risikoanlagen von Aktien bis hin zu Kryptowährungen erhöht hat.

Marktbasierte Indikatoren zeigen, dass Händler die Wahrscheinlichkeit, dass die Federal Reserve die Zinsen noch vor Jahresende erneut anheben wird, mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 52 % einschätzen, was den früheren Konsens, dass der nächste Schritt eine Zinssenkung sein würde, ins Gegenteil verkehrt. Dies ist das erste Mal seit dem Höhepunkt des Straffungszyklus, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung die Erwartungen an Zinssenkungen deutlich übersteigt, so Futures-basierte Tools, die implizite Wahrscheinlichkeiten aus Fed-Fonds-Kontrakten verfolgen.

Diese sich ändernden Erwartungen bewegen sich schnell entlang der Renditekurve. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen ist durch die 5-Prozent-Schwelle gestiegen, wobei die jüngsten Auktionen bei etwa 5,06 Prozent lagen und der Handel auf dem Sekundärmarkt bei etwa 5,1 Prozent lag – ein Niveau, das seit der globalen Finanzkrise nicht mehr erreicht wurde. Bei einer kürzlichen Auktion verkaufte das US-Finanzministerium 30-jährige Anleihen im Wert von 25 Milliarden US-Dollar zu einer hohen Rendite von etwa 5,058 %, was unterstreicht, dass Anleger eine höhere Laufzeitprämie für das Halten langfristiger US-Schulden verlangen.

Höhere Realrenditen belasten die Kryptowährungsliquidität

Auf den Kryptomärkten ist die Kombination aus steigenden Zinserhöhungschancen und 30-jährigen Renditen über 5 % schädlich für die spekulativsten Bereiche des Ökosystems. Wenn die Realrenditen steigen, steigen die Opportunitätskosten für das Halten von Vermögenswerten ohne Rendite und hoher Volatilität wie Bitcoin und Ether, was häufig zu einer Risikominderung bei Altcoins und liquiditätsempfindlichen DeFi-Token führt. In der Vergangenheit fielen Phasen stark steigender langfristiger Renditen und erneuter restriktiver Maßnahmen der Fed mit Rückgängen bei High-Beta-Tokens zusammen, auch wenn sich einige Blue-Chip-Anlagen als widerstandsfähiger erwiesen.

Der makroökonomische Hintergrund wirkt sich bereits auf die von Coinglass und anderen Datenanbietern verfolgten Kassa- und Derivateströme aus, wobei die erhöhten Finanzierungsraten zurückgehen und die Risikopositionierung in Richtung größer kapitalisierter Namen verlagert wird. In einer früheren Berichterstattung von crypto.news, in der die Forbes-Berichterstattung zusammengefasst wurde, haben die Terminmärkte die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung Anfang des Jahres auf über 50 % erhöht, da Inflationsängste wieder aufkamen, was teilweise auf geopolitische Schocks und Ölpreise zurückzuführen war.

Altcoins und DeFi, die bereits mit regulatorischen und idiosynkratischen Risiken zu kämpfen haben, sind besonders einem längerfristig höheren Regime ausgesetzt. Bei Protokollen, die auf billige Hebelwirkung, reflexives Yield Farming oder hohe Mehrfachbewertungen setzen, kann sich ihre Wirtschaftlichkeit schnell verschlechtern, wenn die risikofreien Benchmark-Zinssätze die 5 %-Marke überschreiten, eine Dynamik, die in vergangenen Zyklen offensichtlich war und für Händler weiterhin im Vordergrund steht. Diese Sensibilität war ein wiederkehrendes Thema in der Analyse von crypto.news, die nachverfolgte, wie jeder Anstieg der Renditen tendenziell mit einer Liquiditätsverlagerung von Long-Tail-Tokens hin zu Bargeld oder den größten und liquidesten Münzen zusammenfällt.

Makro-Gegenwind für Risiko und Tokenisierung

Die jüngste Zinserhöhung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem traditionelle Finanzexperimente mit On-Chain-Infrastruktur – von Missouris Vorgehen gegen Krypto-Geldautomaten über die Seturion-Plattform der Stuttgarter Börse bis hin zum Hyperliquid ETF von Bitwise – an Fahrt gewinnen. Höhere Renditen erschweren diesen Ausbau, indem sie die Finanzierungskosten erhöhen, die Diskontsatzannahmen für Tokenisierungsprojekte ändern und die Risikobereitschaft der Anleger sowohl bei TradFi als auch bei DeFi verändern.

Dennoch setzt sich der strukturelle Trend hin zu Blockchain-basierter Abwicklung und tokenisierten Vermögenswerten fort, auch wenn sich der zyklische makroökonomische Gegenwind verstärkt. Die Stuttgarter Seturion-Initiative mit Société Générale und SG-FORGE zielt darauf ab, eine schnellere und günstigere Wertpapierabwicklung in der Kette zu ermöglichen, während Bitwises Schritt, über seinen Hyperliquid ETF fast 19,78 Millionen US-Dollar an HYPE zu kaufen und zu investieren, unterstreicht, wie institutionelles Kapital auch in einem Umfeld steigender Zinsen über Bitcoin und Ether hinaus sucht.

Wie die Kryptomärkte eine Welt mit 5 % langen Anleihen und einer zufälligen Chance auf eine weitere Straffung durch die Fed verdauen, wird wahrscheinlich davon abhängen, ob die Inflation weiterhin positiv überrascht. Die Botschaft der Futures- und Anleihenmärkte ist vorerst klar: Die Ära des leichten Geldes kehrt noch nicht zurück, und jeder neue Basispunkt bei der 30-jährigen Rendite verschärft den Druck auf das Eingehen gehebelter Risiken im gesamten Spektrum digitaler Vermögenswerte.

Die Marktstimmung ändert sich, da die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung in den USA angesichts der steigenden langfristigen Anleihezinsen steigt