NFTs nach dem Hype: IP, Nutzen und der Kampf um Relevanz

Eine kleine Gruppe von Kollektionen ist über krypto-native Spekulationen hinaus zu verbraucherorientierten Marken übergegangen. Pudgy Penguins hat sich weiterhin als breiteres IP-Unternehmen präsentiert, wobei eine aktuelle CoinDesk-Studie einen Einzelhandelsumsatz von mehr als 13 Millionen US-Dollar und über 2 Millionen verkaufte Einheiten beschreibt, während Doodles sich nun weniger als reine Sammlung, sondern mehr als kreative Plattform präsentiert, die auf Inhalten, KI und Markenerweiterung basiert.
Tatsächlich ist der $NFT-Sektor selektiver geworden, wobei sich die von Versorgungsunternehmen und Glücksspielen geprägten Aktivitäten besser behaupten als der breite Spekulationsrausch, der den früheren Zyklus kennzeichnete.
Während eine Handvoll Projekte versuchen, dauerhaftes geistiges Eigentum aufzubauen, schwindet der lange Schwanz der Profilbildsammlungen immer weiter.
BeInCrypto hat drei Branchenexperten gefragt, wie sich der $NFT-Markt umstrukturiert und was darüber entscheidet, welche Projekte überleben.
Markenwert vs. On-Chain-Knappheit
Die Kluft steht nun im Mittelpunkt der Erholung des $NFT-Marktes: ob der Wert durch realen Markenwert aufrechterhalten werden kann oder ob er immer noch von der Knappheit in der Kette abhängt.
Federico Variola, CEO von Phemex, ist skeptisch, dass die meisten Projekte diesen Übergang erfolgreich bewältigen können.
„Es gibt immer noch einige Schwierigkeiten, den Wert von NFTs mit dem Markenwert in der physischen Welt zu verknüpfen, wenn es keinen klaren Umsatz- oder Vertriebstrichter gibt.“
Seiner Ansicht nach besteht das Kernproblem darin, dass viele $NFT-Marken noch beweisen müssen, dass sie außerhalb von Krypto sinnvolle Geschäftsergebnisse erzielen.
„Aus diesem Grund denke ich, dass der wahre Wert von NFTs immer in der Knappheit in der Kette verwurzelt war.“
Als sich die Marktstimmung in Bezug auf die Knappheit abschwächte, begannen Projekte, nach alternativen Narrativen zu suchen, von der Medienerweiterung bis hin zu Waren, aber oft ohne eine klare Produkt-Markt-Passung.
„Infolgedessen stecken viele dieser Marken jetzt fest und versuchen, von der Knappheit in der Kette zur realen Positionierung überzugehen, ohne dass das Produkt zum Markt passt.“
Das erklärt, warum ein großer Teil der Sammlungen deutlich unter ihrem Höchstwert bleibt.
Fernando Lillo Aranda, Marketingleiter bei Zoomex, vertritt die gegenteilige Ansicht. Für ihn hat der Markt die Knappheit als primären Werttreiber bereits hinter sich gelassen.
„Die meisten NFTs werden sich nicht erholen – und das sollten sie wahrscheinlich auch nicht. Knappheit allein war nie ein nachhaltiges Wertversprechen.“
Er argumentiert, dass die Verifizierung in der Kette allein keine Nachfrage schafft.
„Der Markt hat auf die harte Tour gelernt, dass die Präsenz in der Kette nichts Wertvolles macht, sondern es nur überprüfbar macht. Und Verifizierung ohne Nachfrage ist irrelevant.“
Stattdessen betrachtet er die überlebenden Projekte als diejenigen, die echte Geschäfte rund um ihr geistiges Eigentum aufbauen.
„Die einzigen NFTs, die eine echte Zukunft haben, sind diejenigen, die sich zu echten Unternehmen und IP-Engines entwickeln.“
„Wenn Ihr Projekt nicht außerhalb von Krypto, im Einzelhandel, in den Medien, im Gaming oder in der Kultur leben kann, dann ist es kein Vermögenswert, sondern ein Spekulationsartefakt aus dem letzten Zyklus.“
Die Meinungsverschiedenheit betrifft die Ausführung. Der Übergang zu IP-gesteuerten Werten ist bereits im Gange.
Die offene Frage ist, wie viele $NFT-Projekte als echte Unternehmen und nicht als spekulative Vermögenswerte betrieben werden können.
Gaming-Reset: Vom Play-to-Earn zum Play-to-Own
Das Scheitern der frühen $NFT-Gaming-Modelle machte es unmöglich, die Debatte zwischen Spekulation und Nachhaltigkeit zu ignorieren.
Play-to-Earn wurde entwickelt, um Benutzer mit Token für Aktivität zu belohnen. In der Praxis war es auf den ständigen Zustrom neuer Spieler angewiesen, um die Token-Preise zu stützen. Als sich das Wachstum verlangsamte, begann das Modell zusammenzubrechen. Belohnungen wurden zu Emissionen, Emissionen zu Verkaufsdruck und die Wirtschaft im Spiel brach unter ihrem eigenen Gewicht zusammen.
Die jüngste Migration geht hin zu dem, was viele als „Play-to-Own“ bezeichnen – ein Modell, das NFTs weniger als renditebringende Vermögenswerte und mehr als Eigentumsebenen innerhalb eines Spiels behandelt.
Anton Efimenko, Mitbegründer von 8Blocks, sieht darin eine notwendige Korrektur in der Wertstrukturierung.
„Das Hauptproblem bei Play-to-Earn bestand darin, dass versucht wurde, das Gameplay zu früh zu finanzieren. Wenn Belohnungen durch Token-Emissionen und nicht durch echte Nachfrage bestimmt werden, wird das System von Natur aus instabil.“
Statt Renditeversprechen stehen bei neueren Modellen Nutzen und Beständigkeit im Vordergrund. Assets sollen ihre Relevanz innerhalb der Spielumgebung behalten und nicht als Extraktionsinstrumente fungieren.
„Play-to-Own verlagert den Fokus von der Wertschöpfung hin zum Besitz von etwas, das innerhalb eines funktionierenden Ökosystems von Nutzen ist. Das verringert den Verkaufsdruck und richtet die Spieler besser auf die langfristige Gesundheit des Spiels aus.“
Dies beseitigt Spekulationen nicht, aber es ändert ihren Platz. Der Wert hängt nicht mehr davon ab, wie schnell Belohnungen realisiert werden können, sondern davon, ob das zugrunde liegende Spiel das Engagement aufrechterhalten kann, ohne auf ständige Token-Anreize angewiesen zu sein.
Gaming ist zu einem der klarsten Testfelder für diesen Übergang geworden. Wenn $NFT-basierter Besitz ohne emissionsbedingte Belohnungen einen Wert behalten kann, könnte dies einen Weg nach vorne bieten. Wenn nicht, werden dieselben Probleme wahrscheinlich unter einem anderen Namen erneut auftauchen.
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