Der anhaltende Kapitalabfluss aus Bitcoin hält unvermindert an, was bei den Anlegern wachsende Ängste schürt

Der Bitcoin-Derivatemarkt sendet ein seltenes Signal. An 47 aufeinanderfolgenden Tagen bis zum 26. April blieben die Finanzierungszinsen für Perpetual Futures negativ. Bemerkenswerterweise ist dies der längste Abwärtstrend seit den Folgen des FTX-Einbruchs.
Gleichzeitig ist das Open Interest weiter gestiegen. Diese Kombination deutet darauf hin, dass Händler nicht nur Short-Positionen halten, sondern diese aktiv aufstocken, auch wenn die Kosten für die Aufrechterhaltung dieser Positionen weiter steigen.
Überfüllter Kurzfilm trifft auf Wal-Überzeugung
Negative Finanzierungsraten bedeuten, dass Leerverkäufer Long-Händlern in regelmäßigen Abständen, typischerweise alle acht Stunden, dafür bezahlen, dass sie ihre Positionen offen halten. Das ist nicht nur ein Gefühl; Es handelt sich um wiederkehrende finanzielle Kosten.
Historisch gesehen gingen längere Perioden mit stark negativer Finanzierung mit wichtigen Marktwendepunkten einher. Ähnliche Konstellationen traten während des Marktcrashs im März 2020, des FTX-Zusammenbruchs und des Zusammenbruchs der Silicon Valley Bank auf. In jedem Fall stieg Bitcoin schließlich deutlich an, da überfüllte Short-Positionen zur Auflösung gezwungen wurden.
Jetzt scheint sich wieder ein ähnliches Muster zu bilden, allerdings mit einer zusätzlichen Wendung.
Während der Markt zu Short-Positionen tendiert, vertreten große Hyperliquid-Händler die gegenteilige Haltung. Whale-Konten haben in den letzten zwei Monaten kontinuierlich Long-Positionen aufgebaut, auch wenn diese Positionen etwa 153 Millionen US-Dollar unter Wasser liegen.
Mittlerweile belaufen sich die Gewinne der Short-Positionen auf etwa 161 Millionen US-Dollar, wurden jedoch nicht aggressiv ausgeweitet. Beide Seiten halten durch. Historisch gesehen ist eine solche Pattsituation selten von Dauer.
Leiser Abstandshalter mit steigendem Druck
Oberflächlich betrachtet sieht der Markt ausgeglichen aus. Aber darunter ist der Druck ungleichmäßig. Leerverkäufer zahlen seit Mitte März kontinuierlich Finanzierungsgebühren.
Über 47 Tage summieren sich diese Kosten erheblich. Daten von Derivate-Analyseplattformen zeigen, dass die Finanzierung auf die gesamte Positionsgröße und nicht nur auf die hinterlegte Marge berechnet wird.
Bei einem durchschnittlichen Zinssatz von -0,005 % pro Abwicklung zahlt eine Short-Position im Wert von 1 Million US-Dollar etwa 150 US-Dollar pro Tag. Über einen Zeitraum von sieben Wochen sind das über 7.000 US-Dollar, und das vor jeglicher Preisbewegung.
Das bedeutet, dass viele Händler, die vor Wochen Short-Positionen eröffnet haben, nun möglicherweise viel näher an der Liquidation stehen, als ihre Einstiegspreise vermuten lassen.
Warum das jetzt wichtig ist
Sieben Wochen kontinuierlicher Finanzierungszahlungen haben die Short-Seite des Marktes stillschweigend geschwächt. Daten zeigen:
47 Tage in Folge mit negativer Bitcoin-Finanzierung, einer der längsten Abwärtstrends aller Zeiten
Ungefähr 3,4 Milliarden US-Dollar an Hyperliquid-Wal-Positionen, wobei die Long-Positionen um 153 Millionen US-Dollar gesunken sind und die Short-Positionen um 161 Millionen US-Dollar gestiegen sind, doch keine Seite steigt aus
Ein solches anhaltendes Ungleichgewicht löst sich tendenziell schnell auf, sobald sich die Dynamik ändert.
Die Finanzierungsuhr tickt
Laut Analyst Anton Palovaara geht es bei der aktuellen Situation weniger um pessimistische Überzeugungen als vielmehr um zunehmenden Druck.
„Eine negative Finanzierung für 47 Tage klingt nach einem bärischen Konsens. Es handelt sich um einen langsamen Margenverlust. Seit Mitte März zahlen sich Short-Positionen aus, um dort zu bleiben – inzwischen sind viele dieser Konten viel näher an der Liquidation, als ihre Einstiegspreise vermuten lassen. Long-Positionen liegen bei 153 Millionen US-Dollar unter Wasser und halten sich immer noch. Diese Art von Patt neigt dazu, in eine Richtung hart zu brechen.“
In einer separaten Analyse erklärt Palovaara, wie sich die Finanzierungskosten für gehebelte Positionen im Laufe der Zeit ansammeln und die verfügbare Marge verringern, noch bevor sich der Preis erheblich bewegt.
Da sich beide Seiten engagieren und eine Seite im Laufe der Zeit stetig an Marge verliert, nähert sich der Markt möglicherweise einem Bruchpunkt. Wenn man sich an der Geschichte orientieren kann, endet eine anhaltende negative Finanzierung nicht stillschweigend; es neigt dazu, sich schnell zu entspannen.