Behördliche Kontrolle fällt auf Zahlungsgiganten aufgrund von Vorwürfen über Absprachen im mobilen Zahlungsmarkt

Inhaltsverzeichnis Die britische Financial Conduct Authority (FCA) ermittelt gegen Mastercard, Visa und PayPal wegen mutmaßlichen wettbewerbswidrigen Verhaltens. Die Untersuchung konzentriert sich auf die Finanzierung und Nutzung der digitalen Geldbörse von PayPal. Alle drei Unternehmen stehen vor einer genauen Prüfung gemäß Kapitel I des Wettbewerbsgesetzes von 1998. Mastercard und Visa sind ebenfalls mit den schwerwiegenderen Vorwürfen aus Kapitel II konfrontiert. Die FCA bestätigte, dass sie zu keinen Schlussfolgerungen gelangt ist und derzeit noch Beweise sammelt. Die Ermittlungen laufen auf zwei getrennten rechtlichen Spuren ab. Gemäß Kapitel I werden alle drei Unternehmen auf Vereinbarungen oder Praktiken untersucht, die den Wettbewerb im Vereinigten Königreich einschränken oder verzerren. Dieser Bereich umfasst abgestimmtes Verhalten zwischen Unternehmen, das den fairen Wettbewerb auf dem Markt beeinträchtigen kann. Mastercard und Visa unterliegen einer zusätzlichen Prüfung gemäß Kapitel II desselben Gesetzes. Diese Bestimmung richtet sich gegen den Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung. Die rechtlichen Anforderungen sind höher, da die Regulierungsbehörde die strukturelle Marktmacht der Unternehmen nachweisen muss. Wie der Rechts- und Regulierungsanalyst Bill Hughes feststellte, sehen sich Mastercard und Visa „dem zusätzlichen und schwerwiegenderen Vorwurf des Missbrauchs einer marktbeherrschenden Stellung“ ausgesetzt. Die britische FCA ermittelt gegen Mastercard, Visa und PayPal wegen mutmaßlichen wettbewerbswidrigen Verhaltens gemäß dem Wettbewerbsgesetz von 1998, insbesondere im Zusammenhang mit der Finanzierung und Nutzung der digitalen Geldbörse von PayPal. Die Untersuchung hat zwei unterschiedliche rechtliche Aspekte. Unter Kapitel I, alle… — Bill Hughes 🦊 (@BillHughesDC) 15. Mai 2026 Der Kapitel-II-Track deutet darauf hin, dass die Regulierungsbehörden glauben, dass die Kartennetzwerke ihre strukturelle Macht genutzt haben könnten, um den Wettbewerb im digitalen Zahlungsverkehr zu untergraben. Die Untersuchung wurde durch finanzielle Offenlegungen von PayPal Holdings Inc. ausgelöst. Dies bedeutet, dass die Angelegenheit durch eine routinemäßige Prüfung öffentlicher Finanzunterlagen und nicht durch eine formelle externe Beschwerde ans Licht kam. Dieser Ursprung ist relevant, weil er zeigt, dass die FCA die Offenlegungen der Branche aktiv auf Wettbewerbsbedenken überwacht. Die FCA befindet sich derzeit in der Beweiserhebungsphase der Untersuchung. Bisher wurden noch keine Feststellungen zu Verstößen getroffen und gegen keines der drei Unternehmen wurden zum jetzigen Zeitpunkt formelle Anklagen erhoben. Die Regulierungsbehörde kann eine Mitteilung der Einwände herausgeben, wenn sie vorläufig davon ausgeht, dass gegen das Gesetz verstoßen wurde. Diese Erklärung würde ihre erste Feststellung einer Zuwiderhandlung darstellen. Allerdings führt nicht jede Untersuchung zu einer Mitteilung der Beschwerdepunkte. Sollte die FCA eine Einspruchserklärung vorlegen, erhält jedes genannte Unternehmen Gelegenheit zur Stellungnahme. Es wäre ihnen gestattet, schriftliche Erklärungen abzugeben und mündliche Argumente vorzubringen, bevor die FCA eine endgültige Entscheidung trifft. Dieses Verfahren stellt sicher, dass die Unternehmen eine faire Chance haben, die vorläufigen Feststellungen anzufechten. Das Wettbewerbsgesetz von 1998 erlaubt der Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde auch, parallele Fälle anzustrengen. Die Befugnisse der FCA im Rahmen dieses Gesetzes unterscheiden sich von denen, die bei der Durchsetzung des Financial Services and Markets Act 2000 zum Einsatz kommen. Diese Unterscheidung ist wichtig für die Art und Weise, wie sich Verfahren und Zeitpläne in der Praxis entwickeln.