Renommierter Wirtschaftswissenschaftler übt scharfe Kritik an der Bitcoin-Akkumulationstaktik des CEO von MicroStrategy, während der Kaufrausch des Unternehmens für digitale Vermögenswerte nach fast einem Monat Inaktivität wieder aufgenommen wird.

Nach einer 23-tägigen Pause kehrte STRC zum Paritätsniveau von 100 US-Dollar zurück, was es Strategy ermöglichte, die Bitcoin-Käufe wieder aufzunehmen, wenn auch in symbolischen Mengen – zum ersten Mal seit Mitte April erwarb das Unternehmen laut Daten von strc.live nur 1,17 US-Dollar BTC speziell über dieses Finanzinstrument.
Vor diesem Hintergrund kam es zu einem weiteren Medienduell zwischen Michael Saylor und Peter Schiff, wobei ersterer sein Ökosystem mit der Luftfahrt verglich, wo STRC ein Verkehrsflugzeug, $BTC ein Kampfflugzeug und MSTR eine Rakete ist. Letzterer reagierte dann mit der üblichen Skepsis und sagte das unvermeidliche „Zusammenbrechen und Brennen“ aller drei Elemente voraus.
Das Problem ist, dass alle drei abstürzen und brennen.
– Peter Schiff (@PeterSchiff) 8. Mai 2026
Die Radikalität von Peter Schiff ist hier keine Überraschung, da er das STRC-Modell zuvor als „offensichtliches Schneeballsystem“ bezeichnet hatte, das nur durch Dividendenzahlungsverpflichtungen gestützt wird. Dem Goldbug zufolge würde Saylor STRC lieber durch Aussetzung der Auszahlungen zusammenbrechen lassen, als mit dem massiven Verkauf von Bitcoin zu beginnen.
Fairerweise muss man sagen, dass Peter Schiffs Kritik zum ersten Mal seit langem weniger nach Social-Media-Brauferei als vielmehr nach pragmatischem Kalkül klingt.
Warum das 11,5 %-Renditeangebot von Strategy Peter Schiff Recht geben könnte
Die aktuelle Obligationsrendite der Strategie liegt bei 11,5 %, und hier liegt die größte Gefahr: Wenn das jährliche Wachstum von Bitcoin diesen Schwellenwert nicht überschreitet, verwandelt sich Michael Saylors Akkumulationsstrategie in eine Schuldendienstroutine.
Echtzeit-STRC-Aktivität und Bitcoin-Kaufverfolgung, Quelle: strc.live
In einem solchen Szenario wäre das Unternehmen gezwungen, Bitcoin nicht zu kaufen, sondern zu verkaufen oder zu besichern, um den Anlegern Kupons zu zahlen, was im Ergebnisbericht für das erste Quartal 2026 bestätigt wurde, in dem das Unternehmen aufgrund der Neubewertung von Vermögenswerten einen Nettoverlust von 12,5 Milliarden US-Dollar verbuchte. Sowohl Saylor als auch CEO Phong Le bestätigten dann ihre Bereitschaft, $BTC zu verkaufen, wann immer es dem Unternehmen zugute kommt.
Seit Mai 2026 befindet sich Strategy in einer Situation, in der die Beschaffung neuen Kapitals mehr kostet als die von Bitcoin selbst erwirtschaftete Rendite. Nun hängen die $BTC-Käufe des „Saylor-Imperiums“ nicht vom Glauben ab, sondern ganz von der Fähigkeit von $BTC, in den kommenden Monaten einen deutlichen Aufwärtstrend zu erzielen und sein „Flugzeug“ bei der 100-Dollar-Parität zu halten.